Mary May Simon, Generalgouverneurin von Kanada, spricht während der Eröffnungsfeier.

Mit kanadischer Vielfalt und einer Königshaus-Repräsentantin ist am Dienstag die Frankfurter Buchmesse offiziell eröffnet worden. Ab Mittwoch dürfen dann nach einem Jahr Zwangspause die ersten Besucher zurück aufs Messegelände.

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Menschen auf der Buchmesse blättern in Büchern
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Mit einer Inuit-Sopranistin, einem Appell zum Lesen indigener Autoren und Autorinnen und viel Dankbarkeit nach schweren Krisenmonaten ist am Dienstagabend die Frankfurter Buchmesse 2021 eröffnet worden.

Auf der Eröffnungsfeier in der Frankfurter Festhalle stand insbesondere die Freude über das Comeback der Aussteller, Autoren und Besucherinnen auf das Messegelände im Vordergrund. Das Motto der diesjährigen Messe lautet - dem Comeback entsprechend: Re:connect - Welcome back to Frankfurt. Auch die Frage, wie wir in Zukunft und nach der Krise leben wollen, wird im Mittelpunkt der diesjährigen Messe stehen.

Eröffnung der Frankfurter Buchmesse: Bühne mit Moderatorin Mona Ameziane, Karin Schmidt-Friderichs (Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels), Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse)

Grütters: Lesestoff war mehr als nur "Seelennahrung"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), die die Messe gemeinsam mit dem Ehrengastland Kanada eröffnete, bedankte sich bei der Branche zunächst für deren Einsatz in der Corona-Krise. "Heute feiern wir die Rückkehr der literarischen, der publizistischen Welt nach Frankfurt." Nach anderthalb Jahren, "in denen Lesestoff noch mehr als sonst Seelennahrung war", setze die Messe die Segel für einen neuen Aufbruch.

Kanada ermunterte zu mehr Vielfalt beim Lesen

Das Ehrengastland Kanada nutzte die literarische Bühne im zweiten Anlauf und zeigt sich in seiner Vielfalt. Die Generalgouverneurin von Kanada, Mary May Simon, ermunterte in ihrer Eröffnungsrede dazu, sich auch mit indigenen Geschichtenerzählern und -erzählerinnen aus Kanada zu beschäftigen.

Ihre Geschichten seien zwar nicht immer einfach, aber wichtig, betonte sie. Es handele sich dabei um "Geschichten, die uns näher bringen, einer Heilung, einem gegenseitigen Verständnis und einer Versöhnung." Mary May Simon ist die direkte Repräsentantin von Queen Elisabeth II. und die erste Inuk in diesem Amt.

Kanadas Generalgouverneurin Mary May Simon

Neben der offiziellen Rede der Königshaus-Vertretung trat auch die kanadische Inuit-Sopranistin Deantha Edmunds auf. Kanadas Star-Autorin Margaret Atwood wurde live zugeschaltet.

Buchmesse wird zur "Wiedersehensfreude satt"

Bereits am Dienstagvormittag hatte Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, den sozialen Aspekt der Buchmesse betont. Sie versprach, die diesjährige Buchmesse werde "Wiedersehensfreude satt" bieten. Trotz der herausfordernden Zeit für die Buchhandlungen und Verleger habe sich die Buchbranche in der Pandemie gut geschlagen, sagte sie.

Das Jahr 2020 sei mit stabilen Umsätzen abgeschlossen worden, und auch der Blick auf das laufende Jahr stimme zuversichtlich. "In der Krise hat sich gezeigt, wie fest das Buch in der Gesellschaft verankert ist."

25.000 Besucher am Tag und 3G-Regel

Trotz der Rückkehr auf das Messegelände wird die Messe 2021 dennoch anders, betonte Buchmesse-Direktor Juergen Boos. "Machen wir uns nichts vor: 'Back to business' heißt noch lange nicht 'back to normal'."

So dürfen in diesem Jahr wegen der Pandemie-Auflagen bloß bis zu 25.000 Menschen täglich auf das Messegelände, drinnen und an gut besuchten Open-Air-Treffpunkten gilt Maskenpflicht. Alle Gäste müssen geimpft, genesen oder negativ getestet sein (3G-Regel). Tickets müssen zuvor online gekauft werden.

2.000 Aussteller erwartet

Statt 7.500 Aussteller vor zwei Jahren sind in diesem Jahr nur rund 2.000 dabei, wie Boos sagte. Dennoch reisten auch in diesem Jahr Aussteller aus rund 80 Ländern nach Frankfurt. Das trotz der Corona-Auflagen und Reisebeschränkungen auch internationale Aussteller anreisten, zeige, wie wichtig die Frankfurter Buchmesse für die gesamte Branche sei, sagte Boos.

Anders als in den Vorjahren beginnen die Publikumstage dafür in diesem Jahr schon früher: Ab Freitag (22. Oktober) um 14 Uhr verwandelt sich die Messe von einer Fachbesucher- zur Publikumsmesse. 2020 fand die Messe noch allein im Internet statt - ab Mittwoch (20. Oktober) kehren dann die ersten Fachbesucher zurück aufs Messegelände. Die Messe endet am Sonntag.

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