Otto auf der Bühne begrüßt das Frankfurter Publikum
Otto begrüßt das Frankfurter Publikum Bild © Johannes Gregor (hessenschau.de)

Ein Buch-Talk im Sitzen? Nichts für Otto Waalkes! Der nimmermüde Ostfriese liest auf der Buchmesse aus seiner Autobiografie und greift zur Freude der Besucher auch zur Gitarre.

Der Abend begann wie viele seiner Bühnenshows: "Hallo Frankfurt", rief Otto in den Messe-Saal, "Hallo Otto", schallte es zurück. Doch schon nach dieser Begrüßung wurde klar: Dieser Abend sollte kein typischer Otto-Auftritt werden. Keine Dauer-Blödelei, kein wildes Rumgehüpfe – aber nicht weniger unterhaltsam.

Otto kündigte eine "anspruchsvolle Veranstaltung" an und erschien im Sakko. Dazu das schlichte Bühnenbild: Ein Tisch, zwei Stühle, zwei Männer: Otto und Bernd Eilert, der langjährige Begleiter und Texter von der Frankfurter Neuen Schule. Und natürlich die "Ottografie", die schon kurz vor Ottos 70. Geburtstag im Sommer erschienen ist.

"Ich weiß nicht, wie lange ich es auf diesem Stuhl aushalte"

Eine seriöse Lesung war mit Otto nicht möglich, das war schon vorher klar – und das wollte im Frankfurter Messesaal auch keiner hören. "Ich weiß nicht, wie lange ich es auf diesem Stuhl aushalte", gestand der nimmermüde Komiker zu Beginn. Erst legte er das Sakko ab. Dann dauerte es nur wenige Minuten, bis er mit Gitarre am Mikro stand, um einige seiner Klassiker wie "Bin ein kleiner Friesenjung" zu singen.

Otto Waalkes mit Gitarre auf der Bühne
Otto greift zur Gitarre – und erfreut das Publikum Bild © Johannes Gregor (hessenschau.de)

Bernd Eilerts Job an diesem Abend war einer leichter, denn er kennt Otto seit Ewigkeiten und hat so ziemlich jeden Live-Auftritt des 70-Jährigen miterlebt. Da fiel es nicht schwer, Fragen zur Kindheit und zum Kunst-Studium zu stellen. Der Ottifant sei "ein missglücktes Selbstporträt", erzählte Otto über sein Markenzeichen mit Rüssel.  

Show-Karriere nach holprigem Start

Auch sein missglückter Einstieg ins Musik-Business zusammen mit Udo Lindenberg am Schlagzeug war ein Thema. Ihm sei hin und wieder das Mikro heruntergefallen, dafür habe er sich entschuldigt, berichtete Otto. "Irgendwann kamen die Entschuldigungen besser an als die Musik."

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Otto Waalkes

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Und so schaffte er den Einstieg ins Showgeschäft und startete eine erfolgreiche Fernseh-, Film - und Bühnenkarriere, die seit Jahrzehnten anhält. Dabei verriet Bernd Eilert einen Teil des Erfolgskonzept: Die Kunst sei es, Nonsens so zu verpacken, dass es keiner merke, so der Titanic-Mitbegründer.  

Lesung, Talk und Otto-Klassiker

Eingefleischte Otto-Fans erfuhren an diesem Abend nicht wirklich etwas Neues über ihr Idol. "Kleinhirn an alle" dürften sie längst verschlungen haben und für die Bühne produziert der Ostfriese schon seit Jahren wenig Neues.

Doch diese Mischung aus Lesung, Talk mit eingeblendeten Bildern, bekannten Texten (Ihnen wird zur Last gelegt, Sie hätten an dem Mast gesägt) sowie Liedern dürfte die Fans erfreut haben. Zumal sich Otto hinterher viel Zeit für die Autogramm- und Fotowünsche nahm. Und natürlich auf der Bühne zum Abschluss seinen legendären Otto-Gang hinlegte.

Otto und Bernd Eilert sitzen auf Bühne am Tisch
Buch-Talk in Frankfurt: Bernd Eilert und Otto Waalkes Bild © Johannes Gregor (hessenschau.de)