Spanische Autorinnen bei der Pressekonferenz auf der Buchmesse

Sprachliche Vielfalt garantiert: Spanien löst im kommenden Jahr Kanada als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse ab. Neben dem spanischen Kulturminister präsentierten auch vier Autorinnen das Land.

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Nach der coronabedingten Extra-Chance für den Ehrengast Kanada ist im kommenden Jahr dann endlich Spanien dran: Und der Ehrengast-Auftritt 2022 soll "sprühend kreativ" werden, wie die Organisatoren des spanischen Ehrengast-Auftritts am Donnerstag in der Frankfurter Festhalle ankündigten. Denn so heißt auch das neue Ehrengast-Motto: "Creatividad Desbordante– Sprühende Kreativität".

Erster Ehrengast-Auftritt war vor 31 Jahren

Spanien habe sich - dem Motto entsprechend - zu einem pluralistischen und diversen Land entwickelt. "Spanische Kreativität geht über Territorien, Grenzen, Kontinente, Kulturen, Sprachen, Alter oder Geschlecht hinaus", betonte der spanische Kulturminister Miquel Iceta Llorens.

Der spanische Kulturminister Miquel Iceta Llorens.

Allein in Spanien würde es mit Spanisch, Katalanisch, Baskisch, Valencianisch und Galicisch viele verschiedene offizielle Sprachen geben, die "harmonisch Seite an Seite existierten". Darüber hinaus bilde die spanische Sprache eine "Brücke" zwischen Europa und Lateinamerika.

Vor 31 Jahren hatte Spanien seinen ersten Ehrengast-Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse. Damals sei Spanien noch eine junge Demokratie gewesen, so Kulturminister Llorens. "Heute ist unser Land ein modernes, kosmopolitisches Land mit einem starken Literaturbetrieb."

"Damals war Spanien ein Macho-Land"

Die Schriftstellerin Rosa Montero war schon damals dabei in Frankfurt. "Die Veränderungen in Spanien seit der Buchmesse 1991 waren radikal", sagte sie. Dass jetzt vier Schriftstellerinnen die Branche bei der Vorstellung des Ehrengastauftritts repräsentierten, sei beim ersten Gastauftritt undenkbar gewesen. "Damals war Spanien ein Macho-Land, heute ist es eines der am wenigsten chauvinistischen Länder Europas", sagte sie. Frauen stellten zwar nur ein Drittel der spanischen Autorenschaft, aber "wir sind die Speerspitze."

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100 Autoren sollen 2022 kommen

Schon auf der diesjährigen Buchmesse ist der neue Ehrengast Spanien mit rund 70 Autoren und Autorinnen vertreten - vor Ort oder digital zugeschaltet. Bei der Vorstellung am Donnerstag waren bereits vier renommierte spanische Autorinnen mit auf der Bühne: lvira Lindo, Karmele Jaio, Rosa Montero und Najat El Hachmi.

Im kommenden Jahr sollen dann rund 100 Geschichtenerzähler, Autorinnen, Dichter und Künstler digital oder real nach Frankfurt kommen. Wohl wieder mit dabei sein wird der 18 Jahre alte Nachwuchs-Lyriker Mario Obrero - er hielt bereits eine Dichterlesung.

Auch die Filmbranche wird beteiligt, es sind Theater- und Tanzvorführungen vorgesehen. Das Madrider Kunstmuseum Prado wird Reproduktionen seiner Meisterwerke in Frankfurt und Berlin unter dem Titel "Prado Museum in the Streets" ausstellen.

Videobeitrag

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zum Video Spaniens Newcomer-Poet Mario Obrero liest auf der Buchmesse

Mario Obrero bei der Spanien-Vorstellung auf der Buchmesse.
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Auf Spanien folgt Slowenien

Die Vorbereitungen für den spanischen Ehrengast-Auftritt laufen schon seit einem Jahr, eigentlich sollte Spanien schon in diesem Jahr Ehrengast werden. Wegen der Corona-Pandemie hatten sich die Ehrengäste der folgenden Jahre - Spanien, Slowenien, Italien - auf einen zweiten Anlauf für Kanada geeinigt.

Allein bis zur diesjährigen Buchmesse wurden daher bereits rund 300 Bücher ins Deutsche übersetzt, bis zur Buchmesse 2022 sollen dann weitere 100 Übersetzungen folgen.

Kurz vor Buchmessen-Schluss am Sonntag (24. Oktober) übernimmt Spanien dann offiziell den Ehrengast-Auftritt: Um 16.30 Uhr reicht Kanada symbolisch die Gastrolle an Spanien weiter.