Fotos des Pavillons des Ehrengastes der Frankfurter Buchmesse 2019, Norwegen

Tische, die Segelboote, Rentiere oder ganze Landschaften darstellen: Besucher des norwegischen Ehrengast-Pavillons auf der Frankfurter Buchmesse brauchen jede Menge Fantasie. Und eine gute Nase.

Videobeitrag

Video

zum Video Einblick in den Ehrengast-Pavillon

Norwegens Ehrengast-Pavillon bei der Buchmesse 2019
Ende des Videobeitrags

Es ist jedes Jahrs aufs Neue eine spannende Aufgabe für das Gastland der Frankfurter Buchmesse: Ein große, leere Ausstellungshalle will gefüllt werden mit dem, was das Land ausmacht - literarisch, kulturell, menschlich.

In Norwegen haben sich über 60 Architekten am Wettbewerb zur Gestaltung des Pavillons beteiligt. Durchgesetzt hat sich - typisch skandinavisch, könnte man meinen - ein minimalistischer Entwurf. Im Mittelpunkt stehen 23 Tische, verteilt über den ganzen Raum. Dessen Grenzen sind optisch aufgehoben, denn statt Wänden begrenzen riesige Spiegel die Fläche zu beiden Seiten.

Segel, Rentier - oder Gestänge?

Jeder der Tische ist einem bestimmten Thema gewidmet, die Bandbreite reicht von "Natur, Klima und Tourismus" bis zu "Comics". Versehen sind sie mit abstrakten Aufbauten, die der Projektleiter des Ehrengastauftritts, Halldór Guðmundsson, so erklärt: "Es sind Büchertische und gleichzeitig Skulpturen."

Frankfurter Buchmesse: Norwegens Ehrengast-Pavillon

Die Skulpturen seien angelehnt an ausgewählte Gedichte, sagt Guðmundsson, und stellten Verknüpfungen zur norwegischen Landschaft dar. Er selbst erkennt in einem der stangenförmigen Aufbauten ein Rentier, in einem anderen ein Segel. "Es gibt hier schon Natur, nur nicht so direkt", sagt er. Um das zu erkennen, braucht es eine große Portion Fantasie.

Die beiden Architekten gehen bei ihrer Interpretation noch einen Schritt weiter: Wenn man alle Tische zusammen sehe, bildeten sie eine Landschaft. Wichtig sei das, weil einzigartige Landschaften auch zu den Dingen gehörten, die man mit Norwegen verbinde. Guðmundsson ergänzte bei der Eröffnung, man wolle zum Nachdenken, zum Spielen und zur Fantasie anregen.

Die Gerüche eines Lebens

Interaktiv wird es trotzdem nur an wenigen der Tische. Einen davon hebt der Projektleiter besonders hervor. Darauf stehen kleine rund 20 Döschen, gefüllt mit verschiedenen Gerüchen: "Weihnachtsabend", "norwegischer Ziegenkäse", "Altersheim mit geöffnetem Fenster".

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So riecht Norwegen

Fotos des Pavillons des Ehrengastes der Frankfurter Buchmesse 2019, Norwegen
Ende des Audiobeitrags

Die Gerüche stammen aus dem Leben und den Erzählungen des norwegischen Autors Erling Kagge. Eine Geruchsforscherin hat sie künstlich kreiert, um den Besuchern ein norwegisches Leben "durch die Nase" näherzubringen. "Es ist eine sehr ungewöhnliche Art, eine Geschichte zu erzählen", sagt Guðmundsson.

Tischskulpturen werden verschenkt

Bis zum Ende der Buchmesse am Sonntag bleibt der Ehrengast-Pavillon geöffnet. Doch danach sollen die Tischskulpturen nicht einfach entsorgt werden. "Deutsche Buchhandlungen werden diese wunderschönen Tische als Geschenk von uns bekommen. Als Dankeschön für die Zusammenarbeit", sagte Guðmundsson.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So erlebt man Norwegen auf der Buchmesse

Fotos des Pavillons des Ehrengastes der Frankfurter Buchmesse 2019, Norwegen
Ende des Audiobeitrags

So könne man ihnen irgendwo zufällig wiederbegegnen und sich an die Buchmesse und an Norwegen erinnern. Viele Buchhandlungen hätten sich schon beworben, vermutlich müsse man das Los entscheiden lassen.

Weitere Informationen

Veranstaltungen im Pavillon

Im Pavillon sind zwei Bühnen aufgebaut, auf denen Lesungen, Diskussionen und Performances stattfinden. Das Programm finden Sie hier. Darunter sind auch zwei feste Veranstaltungsreihen: Die "Stunde der Meinungsfreiheit" und die "Grüne Stunde" zum Thema Umwelt und Natur.

Ende der weiteren Informationen