Dirk Nowitzki sitzt vor einem Banner mit dem Cover seines Buches

Tausende Fans weltweit haben getrauert, als Dirk Nowitzki im April sein Karriereende verkündete. Seine Biografie, die tiefe Einblicke in das Leben des NBA-Stars bietet, könnte ein kleiner Trost sein. Am Rande der Frankfurter Buchmesse hat er jetzt erzählt, warum er sich erst dagegen gewehrt hat.

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Maintower vom 17.10.2019
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"Es beginnt mit einem Paukenschlag", so beschreibt Dirk Nowitzki selbst die ersten Zeilen und Seiten seiner Biografie. Autor Thomas Plentzinger schildert einen der emotionalsten Momente in der Karriere des Ausnahme-Sportlers: sein letztes Heimspiel. Wie ihn noch während des Spiels die Gefühle überwältigen und er mit gesenktem Blick in der Halle steht. Umgeben von seinen Fans, die teilweise tausende Kilometer gereist sind, um ihren Superstar ein letztes Mal zu feiern.

"Es war ein Tag und ein Spiel, das ich für den Rest meines Lebens nie vergessen werde", sagt Nowitzki bei seinem Auftritt in Frankfurt. Beim Lesen habe er das alles noch einmal durchlebt. "Die letzte Woche der Saison und meiner Karriere. Da hatte ich schon die eine oder andere Träne im Auge." Über sich selbst zu lesen, sei ein komisches Gefühl. Aber er habe auch viel gelacht und Spaß gehabt beim Lesen.

Biografie? Nein, danke!

Eigentlich wollte der 41-Jährige das gar nicht, so ein ganzes Buch über sich selbst. Interviews geben, ständig begleitet werden. Nach den Dreharbeiten zu seinem Film "Der perfekte Wurf" war ihm die Lust daran vergangen. Doch der Autor selbst, seine Art, hat Nowitzki schließlich überzeugt. "Wir haben eigentlich gedacht, das dauert ein paar Jährchen und dann ist er fertig. Aber dann war die Karriere fast vorbei und wir haben gesagt, das nimmst du auch noch mit."

Zwei Ausgaben von Dirk Nowitzkis Biografie "The Great Nowitzki"

Sieben Jahre lang hat Thomas Pletzinger ihn schließlich begleitet. Sie haben geredet - auf Kabinenbänken, in Restaurants, auf einer Kuhweide in den slowenischen Alpen. Immer mit dem Ziel, die unglaubliche Karriere Nowitzkis nachzuvollziehen, aber auch der gefeierten Legende menschlich nahe zu kommen. Das Buch sei sein Versuch, aus Dirk Nowitzki schlau zu werden, schreibt Pletzinger. "Es hat Spaß gemacht, wir haben viel erlebt zusammen. Er war dabei bei einigen Meilensteinen“, erzählt Nowitzki. Sein Urteil zum 500-seitigen Ergebnis "The Great Nowitzki": "Er hat das super gemacht."

Bescheiden, aber stolz

Es ist ein Lob einer Sportlegende. Über 30.000 Punkte hat Nowitzki im Lauf seines Basketballer-Lebens geworfen. Damit sicherte er sich Platz sechs auf der ewigen Scorerliste. Mit seiner Mannschaft, den Dallas Mavericks, wurde er 2011 Meister. In Peking erfüllte er sich seinen Traum und nahm an den Olympischen Spielen teil.

Trotz all dieser Erfolge ist er auch nach seinem Karriereende bescheiden geblieben. "Man freut sich darüber, in einem Atemzug mit anderen Legenden genannt zu werden, die ich damals verehrt habe." Stolz mache es ihn und er hoffe, das auch in Zukunft genießen zu können.

Die Zeit danach

Die Zukunft, das kann bei Spitzensportlern ein schwieriges Thema sein, wenn die aktive Karriere beendet ist. Doch Nowitzki wirkt entspannt. Der dreifache Familienvater freut sich, mehr Zeit für seine Kinder zu haben. "Wir sind viel gereist mit den Kids, wir waren fast zwei Monate in Europa unterwegs. Jetzt heißt es einfach, ein bisschen abschalten und Abstand gewinnen."

Trotzdem sei noch viel los gewesen in den vergangenen Wochen, mehr als er gedacht hätte. Zu Hause in Dallas sei er viel geehrt worden, war unterwegs bei Galas und Stiftungsevents. Er ist der erste Spieler in der Geschichte der Liga, der seinem Verein 21 Jahre lang treu geblieben ist. Auch dafür lieben ihn die Fans.

Weitere Informationen

Das Buch

"The Great Nowitzki", Thomas Pletzinger, Kiepenheuer & Witsch, 512 Seiten, 26 Euro

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Das habe er nicht von Anfang an so geplant, es habe sich entwickelt. Auch Mark Cuban, der Eigentümer der Dallas Mavericks, habe dabei eine große Rolle gespielt. "In den ersten zehn Jahren habe ich so ein enges Verhältnis zu der Stadt, zu der Organisation gebildet, dass mir klar war, dass ich da gerne meine Karriere beenden will und werde." Gesagt, getan.

Sendung: hr-fernsehen, maintower, 17.10.2019, 18 Uhr