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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Millionen für die Sanierung zweier Frankfurter Wahrzeichen

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Mit Millionen-Fördermitteln aus Berlin soll der Frankfurter Fernsehturm wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auch die Sanierung der geschichtsträchtigen Paulskirche ist nun gesichert.

Der Bund unterstützt die Sanierung der Frankfurter Paulskirche in den kommenden Jahren mit 19,5 Millionen Euro. Wie der Haushaltsausschuss des Bundestags am Donnerstag in seiner finalen Sitzung zum Etat 2020 beschloss, sollen im kommenden Jahr 500.000 Euro fließen. Für die Folgejahre gibt es sogenannte Verpflichtungsermächtigungen von insgesamt 19 Millionen Euro.

In der Paulskirche tagte 1848/49 das erste deutsche Parlament. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche im schlichten Stil als Gedenkstätte wiederaufgebaut. Nun steht eine umfassende Sanierung an, als renovierungsbedürftig gilt vor allem der Dachstuhl des elliptischen Zentralbaus. Außerdem wird darüber debattiert, wie die Paulskirche angemessener als Wiege der deutschen Demokratie präsentiert werden kann.

Mit der Entscheidung für die Paulskirche unterstreiche der Bund deren herausragende Stellung "für unser Land und die Geschichte der Demokratie in Deutschland und Europa", erklärten die CDU-Abgeordneten Bettina Wiesmann und Matthias Zimmer.

24 Millionen für den "Spargel"

Auch für den bei der Bevölkerung als "Ginnheimer Spargel" bekannten Fernmeldeturm in Frankfurt gibt es Geld. Eine Million Euro im kommenden Jahr und bis zum Jahr 2026 weitere knapp 24 Millionen Euro, wie Frankfurter CDU- sowie SPD-Bundestagsabgeordnete mitteilten. Frankfurt habe damit die Chance, "diesen eindrucksvollen Ort wieder für seine Bürger und Touristen zu öffnen", erklärte die SPD-Politikerin Nissen. Sie erinnere sich noch an die Zeiten, als in dem Gebäude eine Disco beheimatet war: "Damals wurde an dem heute menschenleeren Ort getanzt und gefeiert. Es galt als Mutprobe, sich gegen die Aussichtsfenster zu lehnen", meinte sie.

Der Großteil des Gebäudes steht seit Jahren leer. Aktuell wird der Funkturm für Radio und TV sowie für die Kommunikation von Polizei und Feuerwehr genutzt. Mit der Bundesförderung könne nun eine weitere Funktion als Publikumsmagnet hinzukommen.

"Städtebaulich imposantes Eingangsmotiv"

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte eine erneute Öffnung des bundesweit zweithöchsten Fernsehturms in die Diskussion gebracht. Der Turm könne "die höchste offene Aussichtsmöglichkeit in Deutschland bieten", erklärte er nach Bekanntwerden der Entscheidung am Donnerstag. Voraussetzung sei die Sanierung.

Der mit 337,5 Metern zweithöchste Fernmeldeturm Deutschlands steht seit Oktober unter Denkmalschutz. Der von 1974 bis 1979 nach einem Entwurf von Johannes Möhrle und Peter Metzger im Auftrag der damaligen Bundespost erbaute Turm sei zum Zeitpunkt seiner Erbauung Inbegriff modernster Kommunikationstechnologie gewesen, befand das Landesamt für Denkmalpflege. Städtebaulich bilde der Turm mit dem Riegel der benachbarten Bundesbank nördlich der Autobahn 66 ein imposantes Eingangsmotiv für Autofahrer aus Nordwesten.

Sendung: hr-iNFO, 14.11.2019, 18.00 Uhr