Ufo-Sichtungen nehmen zu. Die hessische Ufo-Meldestelle Cenap erreichen mittlerweile über 800 Meldungen im Jahr. Dass es immer mehr werden, liegt vor allem an einem Mann: Elon Musk.

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zum hr-fernsehen.de Video Starlink – wie Elon Musk das Internet in ländliche Regionen bringt

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Hansjürgen Köhler, Betreiber der hessischen Ufo-Meldestelle Cenap, freut sich über jeden Anruf. Seit über 40 Jahren ist er Hobby-Himmelsdetektiv und klärt per Telefonhotline ungewöhnliche Beobachtungen auf. "Früher kamen 300 bis 400 Ufo-Meldungen jährlich bei uns an, inzwischen sind es doppelt so viele - Dank Elon Musk." Köhler ist wichtig, dass eine Ufo-Sichtung - also die Beobachtung eines unbekannten Flugobjektes - nicht gleichzusetzen ist mit dem Glauben an "kleine grüne Männchen".

Eine ungewöhnliche Himmelsbeobachtung kann jedem passieren, sagt er. Köhler bekommt Anrufe von Schülerinnen und Schülern aber auch von der Polizei - hauptsächlich abends, manchmal mitten in der Nacht. "Ufos halten sich nicht an Bürozeiten", sagt er und lacht.

Sich wie "ein Ochs vorm Berg" zu fühlen, ist normal

Auch Volker Heinrich, von der Sternwarte Frankfurt, hat schon eigene irritierende Himmelsbeobachtungen gemacht. Als er vor einigen Jahren zum ersten Mal eine asiatische Himmelslaterne am Himmel gesehen hat, war er sehr irritiert. Wie ein Ochs vorm Berg habe er sich da gefühlt, sagt der Astronomie-Fachmann.

"So etwas hatten wir zuvor noch nie gesehen." Deshalb hat auch er vollstes Verständnis, wenn Menschen, die etwas Ungewöhnliches am Himmel sehen, versunsichert sind. Auch er bemüht sich, alle gemeldeten Ufo-Sichtungen aufzuklären. "Ein paar harte Nüsse gibt es natürlich immer, aber in den meisten Fällen lassen sich die Sichtungen auf eine Handvoll Phänomene zurückführen."

Checkliste: Habe ich etwa gerade ein Ufo gesehen?

Falls Sie schon mal etwas Blaues, Leuchtendes, Rotierendes oder gar etwas mit Feuerschweif am Nachthimmel gesehen haben und im ersten Moment an ein Ufo gedacht haben: keine Sorge! Das ist völlig normal und erklärbar. Wir haben die häufigsten Phänomene gesammelt und eine Checkliste für Sie zusammengestellt. Alles beginnt mit der Frage: Habe ich etwa ein Ufo gesehen?

Sah es aus wie eine Lichterkette oder leuchtende Perlenkette?

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Starlink-Satelliten von SpaceX

Hier kommt Tesla-Gründer Elon Musk ins Spiel: Es könnte ein Schwarm seiner Starlink-Satelliten sein. Das von seinem Unternehmen SpaceX betriebene Satellitennetzwerk soll zukünftig weltweiten Internetzugang bieten. "Wenn Elon Musk seine Raketen hochschießt, bekommen wir es hier im Odenwald deutlich zu spüren", erklärt Hansjürgen Köhler, "dann herrscht bei uns Ufo-Alarm!"

Sah es aus wie ein Lichtstrahl oder eine Feuerkugel mit Schweif?

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Meteor

Es könnte ein Meteor sein - auch Sternschnuppe genannt. Meteore sind kleine Gesteinskörper, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre durch die Reibung leuchten und meistens vollständig verglühen. Fliegt ein Meteor durch die Atmosphäre, ist meist ein helles Leuchten am Himmel zu sehen. Es gibt aber auch Meteore, die kaum sichtbar sind. Erreichen Meteor-Teile den Erdboden, nennt man sie Meteoriten, erklärt Volker Heinrich.

Sah es aus wie ein Licht- oder Feuerschweif?

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Oberstufe einer Sojus-Rakete

Es könnte eine Raketenstufe beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre sein. Das ist beispielsweise an Heiligabend 2011 passiert. Gegen 17 Uhr gingen bei Hansjürgen Köhler plötzlich viele Ufo-Meldungen ein. Einen Tag später war klar: "Es war ein verglühender Teil einer Sojus-Rakete, die in Hessen sehr gut zu beobachten war."

Diese Information gab die Weltraumbehörde ESA in Darmstadt durch. Die Oberstufe hatte drei Weltraumfahrer zur Internationalen Raumstation gebracht. "Es hatte etwas ganz Besonderes an diesem Tag, man konnte es leicht mit dem Stern von Bethlehem assoziieren", erinnert sich Köhler.

Sah es aus wie eine rote, blaue oder grüne Lichtkugel?

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Bolid

Es könnte ein Bolid sein. So nennt man einen großen Gesteinsbrocken, der besonders hell leuchtet und dadurch spektakulär aussieht. Bolide sind groß geratene Meteore. Sie erscheinen als sehr helle Objekte, die für etwa sieben Sekunden hell aufleuchten, die Farbe wechseln können und über den Nachthimmel ziehen. Sie können auch Rauchspuren nach sich ziehen, die im Dunkeln noch eine Zeit lang sichtbar bleiben.

Sah es rund aus, vielleicht wie eine fliegende Untertasse?

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Wetterballon

Es könnte ein hochfliegender Wetterballon sein. Sie fliegen etwa 30.000 Meter hoch und transportieren Radiosonden in den Himmel. Diese werden zur Messung von Luftdruck, Temperatur und Feuchtigkeit eingesetzt. Ein Wetterballon dehnt sich bei nachlassendem Luftdruck in zunehmender Höhe aus und platzt. Die Sonde kehrt auf den Erdboden zurück. Auch Wetterballons können am Himmel leuchtend erscheinen, wenn sie von der Sonne angestrahlt werden.

Sah es aus wie eine kegelförmige Feuerwalze, mit hellen Punkten?

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Militärflugzeug mit Brenner

Es könnte ein Militärflugzeug sein, das den Nachbrenner zündet, um seine Geschwindigkeit zu steigern. "Aus einem Flugobjekt kommt dann eine kegelförmige Feuerwalze in großer Höhe heraus." Volker Heinrich erklärt, dass es manchmal auch "wie ein irrer Feuerstrahl" erscheinen kann und er versteht gut, dass man sich darüber wundert.

Sah es aus wie Kraut und Rüben - überall waren leuchtende Punkte?

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Militärflugzeug mit Täuschkörpern

Es könnte ein Militärflugzeug sein, das seine Täuschkörper abgeschossen hat. Das sind Magnesiumfackeln, die ausgestoßen werden, wenn das Flugzeug angegriffen wird. Bei Übungsmanövern werden diese Täuschkörper auch eingesetzt. "Am Himmel zeigt sich eine Erscheinung, die man nicht so oft sieht und die für sehr große Verwirrung sorgen kann", erklärt Volker Heinrich.

Ist es herumgeflogen, hatte leuchtende Punkte und hat sich vielleicht dabei gedreht?

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Drohne

Es könnte eine Kameradrohne mit LED-Beleuchtung sein. Drohnen am Himmel können für Verwirrung sorgen und Ufo-Alarm auslösen. Sie können in Formationen fliegen, in unterschiedlichen Farben leuchten und blinken.

Leuchtet es hell und bewegt sich sehr langsam?

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Venus

Es könnte die Venus sein! Die Venus leuchtet heller als jeder andere Stern und sorgt immer wieder für Verwunderung bei Beobachtenden. Sie ist eines der auffälligsten Objekte am Himmel und nach Sonne und Mond auch das hellste. Die Venus dreht ihre Bahnen um die Sonne und steht mal links, mal rechts von ihr. Als Abendstern geht sie nach ihr unter. Taucht sie am östlichen Horizont vor der Sonne auf, wird sie Morgenstern genannt.

Sah es ganz anders aus?

Sie sind ein spannender Fall! Notieren Sie sich das Datum, die genaue Uhrzeit, die Himmelsrichtung und - falls möglich - machen Sie ein Foto davon. Mit diesen Angaben können Sie sich an die Sternwarte Ihres Vertrauens oder an eine Ufo-Meldestelle, wie beispielsweise das Cenap in Hessen, wenden.

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