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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schweizer erhält Büchner-Preis

Lukas Bärfuss

Erich Kästner, Max Frisch und Günter Grass – in diese Reihe der deutschen Büchner-Preisträger reiht sich Lukas Bärfuss ein. Der Schweizer Schriftsteller erhält den Georg-Büchner-Preis 2019.

Der Georg-Büchner-Preis 2019 geht in die Schweiz: Schriftsteller Lukas Bärfuss erhält den mit 50.000 Euro dotierten Preis, wie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mitteilte. Es ist die wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. 

Die Preis-Übergabe soll am 2. November in Darmstadt stattfinden. "Mit Lukas Bärfuss zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung einen herausragenden Erzähler und Dramatiker der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur aus", heißt es in der Begründung der Jury.

Jury lobt "hohe Stilsicherheit"

"Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neu und anders existentielle Grundsituationen des modernen Lebens." Es seien Qualitäten, die zugleich Bärfuss' Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick begleite.

Zu den bekanntesten Werken des 47 Jahre alten Schweizer gehören die Romane "Hundert Tage" über den Völkermord in Ruanda und "Koala" über den Suizid seines Bruders sowie das Bühnenstück "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern". Zuletzt erschienen von ihm der Roman "Hagard" (2017) und der Essayband "Krieg und Liebe" (2018).

Für Bärfuss kam die Entscheidung nach eigenen Worten überraschend. "Damit kann man doch nicht rechnen. Das ist der Engelskuss, der einen da trifft", sagte er. "In dieser Reihe zu stehen, ist absolut bewegend und berührt mich sehr." Der Schweizer ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller, er war "Dramatiker des Jahres" bei den Mülheimer Theatertagen,  erhielt den Anna-Seghers-Preis und den Berliner Literaturpreis.

2018: Terézia Mora ausgezeichnet

Im vergangenen Jahr wurde die Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin Terézia Mora mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet. Die Akademie in Darmstadt vergibt die Auszeichnung seit 1951 an Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben".

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Büchner-Preis

Der Büchner-Preis ist nach dem in Darmstadt aufgewachsenen Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Sozialrevolutionär Georg Büchner (1813-1837) benannt. Der Preis wurde erstmals 1923 vergeben, seit 1951 geht er ausschließlich an Schriftsteller. Preisträger waren unter anderen Carl Zuckmayer (1929), Max Frisch (1958), Günter Grass (1965), Peter Handke (1973), Sarah Kirsch (1996), Wilhelm Genazino (2004), Brigitte Kronauer (2005), Martin Mosebach (2007), Felicitas Hoppe (2012), Jan Wagner (2017) und zuletzt Terézia Mora (2018).

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Sendung: hr-iNFO, 9.7.2019, 10 Uhr