Collage aus Werken von: van Gogh, Palma il Vecchio, Mucha und Kandinsky

Neben der Frankfurter van Gogh-Ausstellung gibt es 2019 viele weitere spannende Ausstellungen zu entdecken. Zur Einstimmung hier einige Highlights.

Ins Venedig der Renaissance entführt uns das Frankfurter Städel Museum mit seiner ersten Sonderausstellung des Jahres 2019. Vom 13. Februar bis 26. Mai dreht sich alles um eines der folgenreichsten Kapitel der europäischen Kunstgeschichte: Tizian, Bellini, Bassano oder Veronese - die Schau dokumentiert mit über 100 Meisterwerken die Bandbreite der Renaissance in Venedig und zeigt, welchen Einfluss diese Schwergewichte auf nachfolgende Künstlergenerationen hatten und bis heute haben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ein Schmankerl im Städel gleich zu Jahresbeginn

Paolo Veronese (1528–1588), Amor mit zwei Hunden, ca. 1580
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100 Jahre Bauhaus Weimar, das feiern einige Museen in Hessen mit großen Sonderausstellungen. In Frankfurt beschäftigen sich gleich drei Schauen mit dem Jubiläum und dem Stadtplaner Ernst May. Sein "Neues Frankfurt" revolutionierte das Wohnen in den 20er und 30er Jahren, die Ideen wirken bis heute fort.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 2019 kommt man ums Bauhaus nicht herum

Tischleuchte Kaiser idell, 1933/34
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Das Museum Angewandte Kunst zeigt "Moderne am Main" (19. Januar bis 14. April), das Deutsche Architekturmuseum "Neuer Mensch, neue Wohnung" (23. März bis 18. August). Das Historische Museum fragt in seiner Reihe Stadtlabor unterwegs: "Wie wohnen die Leute?" Die Ergebnisse werden von 16. Mai bis 15. September in einer Ausstellung gezeigt.

Die Frankfurter Küche im Museum Angewandte Kunst

In Kassel setzt die Schau "Bauhaus/documenta" das Bauhaus und die documenta als etablierte Kulturmarken zueinander in Beziehung. In der Neuen Galerie (24. Mai bis 8. September) geht es um Ideen, Ideale und Visionen. Massenartikel zum Alltagsgebrauch treffen auf einzigartige Kunstwerke.

Das Hessische Landesmuseum in Darmstadt zeigt vom 11. April bis 14. Juli rund 60 Exponate unter dem Titel "bauhausPositionen", darunter die "Meistermappe des Staatlichen Bauhauses 1923", die damals in einer Auflage von 100 Exemplaren erschien.

Wassily Kandinsky, Abstrakte Komposition "Fröhlicher Aufstieg", 1923, Blatt 2 aus der Meistermappe des Staatlichen Bauhauses

2019 steht in Fulda ganz im Zeichen des Stadtjubiläums. Am 12. März 744, also vor 1.275 Jahren, gründete Sturmius mit seinen sieben Gefährten das Kloster Fulda. Damit war die Keimzelle für die Besiedelung einer ganzen Region geschaffen. Vor 1.000 Jahren wurde der Stadt das Münz-, Markt- und Zollrecht verliehen. Wie sich Fulda von da an bis heute wirtschaftlich entwickelt hat, zeigt die Ausstellung "Fulda handelt - Fulda prägt" im Vonderau-Museum vom 12. März bis 4. August.

Abt Eigil überwacht den Bau der Klosterkirche, Kuperstich 1615

In Kassel ist die Schau "Kassel ... verliebt in Saskia" einer der Ausstellungshöhepunkte des Jahres. Vom 12. April bis 11. August dreht sich im Schloss Wilhelmshöhe alles um Liebe und Ehe in der Zeit Rembrandts. Der Maler heiratete 1634 Saskia Uylenburgh, die Liebe seines Lebens - die aber früh starb. Mit eindrucksvollen Gemälden, kostbaren Hochzeitsgeschenken und liebevollen Erinnerungsstücken wird eine wundervolle Liebesgeschichte erzählt. Wie sah ein Dating im 17. Jahrhundert aus? Wie wurde geheiratet - und wie ging man mit Schicksalsschlägen um?

Hochzeitsschild von Albert Sybrand van Eminga und Maria thoe Schwartzenberg, 1642

Im Hessischen Landesmuseum Darmstadt geht es ab 10. Mai im wahrsten Sinne des Wortes schmuck zu. Bis zum 11. August ist dort das "Who is Who" des deutschen und österreichischen Schmuckdesigns aus den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu sehen. Bei "Alltagstauglich! Schmuck von Jugendstil bis Art Déco" handelt es sich um die 350 Stücke umfassende Privatsammlung von Astrid Ratz-Coradazzi, die schon im Alter von sieben Jahren ihr Taschengeld für ein erstes Jugendstil-Schmuckstück ausgab.

Fred Dunn & Co, München, Gürtelschließe um 1903/04

2017 hat das Museum Wiesbaden eine spektakuläre Schenkung bekommen: Der Mäzen Ferdinand Wolfgang Neess überließ dem Haus 570 Kunstwerke des Jugendstils und des Symbolismus, die er in mehr als 40 Jahren gesammelt hat. Vom 29. Juni 2019 an wird diese bedeutende europäische Privatsammlung als Dauerausstellung präsentiert. Der geschätzte Wert der größten Schenkung in der Geschichte des Museums der Landeshauptstadt beträgt mehr als 41 Millionen Euro. Gezeigt werden unter anderem 80 Gemälde, rund 100 Möbelstücke sowie viele Vasen und Lampen.

Alphonse Mucha, La Nature, 1899-1900, F.W. Neess Sammlung

Nicht nur Kassel widmet dem großen Meister Rembrandt anlässlich seines 350. Todestags in diesem Jahr eine Schau. Das Hessische Landesmuseum Darmstadt feiert den niederländischen Barock-Star mit einer Ausstellung seiner Radierkunst (26. September bis 12. Januar 2020). Fast alle Blätter, die gezeigt werden, stammen aus "altem Bestand" und wurden vom Gründer des Museums, dem späteren Großherzog Ludewig I. bereits 1802 gekauft. Wegen der Lichtempfindlichkeit der etwa 110 Papiere können diese Meisterwerke nur selten ausgestellt werden.

Rembrandt mit Saskia, 1636, Radierung

In Frankfurt wird vermutlich die van Gogh-Ausstellung (23. Oktober bis 16. Februar 2020) im Städel die meisten Besucher anlocken. "Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe" heißt die Schau, bei der etwa 140 Gemälde des Vorreiters der modernen Malerei zu sehen sein werden - darunter 50 zentrale Werke wie seine berühmten Selbstbildnisse. Alles wird sich um die Frage drehen: Welche Rolle spielte van Gogh für die deutschen Expressionisten?

Vincent van Gogh, Der Weg nach Arles, 1888