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Deniz Yücel als PEN-Präsident zurückgetreten:

Der Journalist Deniz Yücel ist überraschend als PEN-Präsident zurückgetreten. Zugleich kündigte er seinen Austritt aus der Schriftstellervereinigung mit Sitz in Darmstadt an. Zuvor war sein Abwahlantrag knapp abgelehnt worden.

Der Journalist und Publizist Deniz Yücel hat nach einem Machtkampf im deutschen PEN-Zentrum überraschend seinen Rücktritt erklärt. "Ich möchte nicht Präsident dieser Bratwurstbude sein", sagte Yücel am Freitag bei der Mitgliederversammlung in Gotha. Zugleich erklärte Yücel seinen Austritt aus der Schriftstellervereinigung. "Der Verein mit den großen Namen ist Geschichte."

75 gegen die Abberufung, 73 dafür

Zuvor war ein Antrag auf seine Abberufung mit knapper Mehrheit abgelehnt worden. Von 161 abgegebenen gültigen Stimmen votierten 75 gegen die Abberufung, 73 dafür.

Die Mehrheit der Mitglieder seien "Wichtigtuer und Selbstdarsteller", die den Verein gekapert hätten und für die verfolgte Autoren nur Beiwerk seien, rechnete Yücel nach nur siebenmonatiger Amtszeit emotional mit dem Verein ab. Der 48-Jährige war erst im vergangenen Oktober an die Spitze des PEN-Zentrums gerückt.

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Josef Haslinger zum neuen PEN-Präsidenten gewählt

Der Schriftstellerverband PEN-Deutschland hat nach dem überraschenden Rücktritt seines bisherigen Präsidenten Deniz Yücel einen Nachfolger gewählt. Die im thüringischen Gotha tagende Mitgliederversammlung stimmte am Samstag mit großer Mehrheit für den österreichischen Schriftsteller Josef Haslinger als Interims-Präsidenten, wie ein Sprecher des Schriftstellerverbandes mitteilte. Er soll nun zusammen mit einem Notvorstand bis zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Geschäfte der Schriftstellervereinigung führen.

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Der Führungsstil der Spitzenriege hatte zu heftigem Streit in der Schriftstellervereinigung geführt und diese entzweit. Dabei geht es unter anderem um Beleidigungen, Mobbingvorwürfe und den Umgangston. Die Vorwürfe beziehen sich auf einen umfassenden Mailwechsel im Präsidium. Der Führungsstil des Präsidiums wurde in Gotha hitzig und in sehr aufgebrachter Stimmung debattiert.

Buh-Rufen und Beleidigungen zum Auftakt

Yücel hatte sich gleich zum Auftakt des Treffens mit Buh-Rufen und Beleidigungen konfrontiert gesehen. "Ich habe es nicht nötig - take it or leave it, PEN", hatte Yücel bereits in der zeitweise äußerst quälenden Debatte erklärt. Es gehe bei den Querelen nicht um einen Generationenkonflikt, betonte Yücel, der in Gotha auch öffentlich machte, zu Jahresbeginn an einer Depression gelitten zu haben.

Das Präsidium, das den PEN zurück auf die Höhe der Zeit führen wolle, habe gleich mehrere Probleme geerbt, hieß es in seinem Bericht. Die schwelenden Konflikte und Spannungen wären, wenn nicht in diesem Präsidium, dann in einem anderen ausgebrochen. Der Journalist, der wegen angeblicher Terrorpropaganda ein Jahr in türkischer Untersuchungshaft gesessen hatte, räumte aber auch Fehler ein.

Mitglieder hatten zuvor ihre Sorge über die Grabenkämpfe geäußert, die das Image des PEN-Zentrums nachhaltig beschädigten. Kassenprüfer Klaus Wettig schlug deshalb eine Mediation vor. Zugleich appellierten Mitglieder, wieder zu Sachlichkeit zurückzukehren. Eine Abberufung von Yücel wäre eine Niederlage und Blamage für PEN, hatten Unterstützer vor dem Rücktritt noch für den Präsidenten geworben.

PEN - Poets, Essayists, Novelists

Das PEN-Zentrum Deutschland mit Sitz in Darmstadt ist mit nach eigenen Angaben 770 Mitgliedern eine der weltweit mehr als 140 Schriftstellervereinigungen, die im internationalen PEN vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists und Novelists.

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Deniz Yücel und der PEN - Blick hinter die Kulissen

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