Ob eine Hofreite in Waldbrunn oder ein Schloss in Nesselröden - mit viel Geld und unzähligen Arbeitsstunden werden in Hessen historische Bauwerke bewahrt. Zehn Projekte dieser Art wurden nun mit dem Denkmalschutzpreis 2021 ausgezeichnet.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Hofreiten-Retter Gröschen freut sich über Anerkennung

Das vor dem Abriss bewahrte Wellehannese-Haus in Waldbrunn-Ellar - ein Ensemble aus Winkelhofreite mit Fachwerkhaus, Scheune und Bauerngarten aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
Ende des Audiobeitrags

Wären sie nicht gewesen, das wunderschöne Ensemble aus dem 17. und 18. Jahrhundert wäre ein Fall für die Abrissbirne geworden. Doch der Architekt Georg Gröschen und seine Frau Bettina retteten das sogenannte "Wellehannese-Haus". Nun ist die Winkelhofreite mit Fachwerkhaus, Scheune und Bauerngarten ein Schmuckstück des Waldbrunner Ortsteils Ellar (Limburg-Weilburg) geworden.

"Denkmalpflege ist lebendig und dynamisch"

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Hessischer Denkmalschutzpreis für Haus in Fulda

Blick von außen auf einer Haus mit grüner Fassade
Ende des Audiobeitrags

Dafür erhielten die Gröschens am Mittwoch von Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) den Denkmalschutzpreis 2021 in der Kategorie "Privatpersonen". Insgesamt zehn Projekte wurden ausgezeichnet. Zum 36. Mal wurden damit Menschen und Organisationen geehrt, die mit besonderem Einsatz Denkmäler instandhalten und erforschen, wie das Kulturministerium in Wiesbaden mitteilte. "Denkmalpflege ist lebendig und dynamisch; sie verbindet Tradition mit der Moderne und bringt Leben in alte Mauern", sagte Dorn.

  • Der erste Preis für Privatpersonen wurde diesmal doppelt verliehen: Neben dem Projekt in Waldbrunn zeichnete Dorn Friedrich Kruse, Heinrich Kruse und Michaela Kruse für ihre Arbeit am Herrenhaus Schloss Nesselröden bei Herleshausen (Werra-Meißner) aus. Für die Erhaltung der Dacheindeckung ließen sie fehlende Falzbieberziegel eigens von einer Manufaktur nachformen.
  • Der erste Preis unter den öffentlichen Preisträgern ging an die Stadt Limburg für die behutsame Sanierung des Limburger Schlosses: Die Jury lobte die hohe Wertschätzung des Bestandes und die Anpassung an die Anforderungen eines zeitgemäßen städtischen Gebäudes. Zweite und dritte Preise gingen an Projekte zur Rettung des Kulturhauses in Heidenrod-Laufenselden (Rheingau-Taunus), die Sanierung eines Hauses mit Kratzputzfassade in Fulda sowie die Sanierung des Koallese-Hauses in Mücke-Ober-Ohmen (Vogelsberg) - einem der ältesten Fachwerkhäuser Hessens.
  • Einen Sonderpreis bekam "Aufwind - Verein für seelische Gesundheit" und die Freundinnen und Freunde des jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis: Gemeinsam haben sie aus einer 1871 gebauten ehemaligen Synagoge in Meißner-Abterode einen Lern- und Gedenkort für jüdische Vergangenheit gemacht.
  • Der Ehrenamtspreis, von der Staatskanzlei gestiftet und mit insgesamt 7.500 Euro dotiert, geht an drei Gewinner. Der Verein für Denkmalpflege Mönchshaus habe das hochmittelalterliche Mönchshauses in Espenau-Mönchehof (Kassel) instandgestzt und mit Leben erfüllt. Die Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf a. d. Lumda (Gießen) erforscht Heimatgeschichte. Und der Verein "Zusammen in der Postsiedlung" hat den Kiosk Moltkestraße in Darmstadt saniert und zu einem Quartier-Treffpunkt umgewandelt.

Der Denkmalschutzpreis ist in diesem Jahr mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Das Geld stiftete die Lotto Hessen GmbH. Die hessische Lotteriegesellschaft hatte den Preis gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Jahr 1986 begründet.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen