Collage: Werk von Mondrian und Harald Glööckler vor einem Selbstporträt
Bild © Imago, picture-alliance/dpa

Kästchen-Kunst von Mondrian, Einblicke in das Leben von Designer Harald Glööckler oder eine Reise in die Eiszeit? Hessens Museen legen einen ordentlichen Jahres-Endspurt hin und überraschen mit außergewöhnlichen Ausstellungen.

Glööckler, Glööckler und noch mehr Glööckler

Im Kunstverein Familie Montez in Frankfurt ist bis 28. Oktober die Fotoausstellung "Harald Glööckler 'Myth of an Icon'" zu sehen. Der New Yorker Fotograf Udo Spreitzenbarth widmet dem Designer und Autor Harald Glööckler einen umfassenden Bildband, den beide gemeinsam auch auf der Frankfurter Buchmesse vorstellten.

Harald Glööckler
Harald Glööckler und seine gute Freundin Rita Schmidt bei der Vernissage im Kunstverein Familie Montez. Bild © Imago

Goldschätze im Liebighaus

Liebe, Zauberei und ein Goldschatz, der von einem Drachen bewacht wird - das sind die Zutaten des großen Argonauten-Mythos. Die Liebieghaus Skulpturensammlung zeigt "Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies" (5. Oktober bis 10. Februar 2019). Die Ausstellung präsentiert archäologische Funde und antike Kunstwerke, die sich mit dem Mythos rund um die Argonauten auseinandersetzen. Die Schau im Liebieghaus ist nur eine von vielen, die Buchmesse-Ehrengast Georgien mit nach Frankfurt gebracht hat, und die auch über die Buchmesse hinaus noch zu sehen sind. Hier eine Übersicht über alle Ausstellungen mit Georgien-Bezug.

Kette mit edelsteinbesetzten Anhängern und Widderkopf
Kette mit edelsteinbesetzten Anhängern und Widderkopf, 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Bild © Georgisches Nationalmuseum, Tiflis

In Wiesbaden herrscht Eiszeit

Im Museum Wiesbaden öffnet sich das Tor zu einer Zeitreise und lädt die Besucher zu einer Safari in die letzte Kaltzeit Europas ein. In der Schau "Eiszeit-Safari" (7. Oktober bis 21. April) begegnet man - vergleichbar mit einer Safari in den Savannen Afrikas - den "Big Five" der Vorzeit. Zu sehen sind über 100 lebensechte Tierrekonstruktionen und Präparate, darunter Wollnashorn, Mammut und Höhlenbär.

Blick in die Ausstellung "Eiszeit-Safari" - Kinder sitzen in einem Zelt
Bild © Bernd Fickert

Die Kunst der 68er

Der Marburger Kunstverein zeigt mit "Flansch" (19. Oktober bis 6. Dezember) eine Schau zum Themenjahr 1968. Thomas Bayrle, einer der wichtigsten Pop-Art-Vertreter in Deutschland, stellt seine Arbeiten aus dieser Zeit den Werken von Künstlerinnen und Künstlern seiner Schülergeneration gegenüber. Leitfrage: Welche gesellschaftliche Dimension hatte Kunst damals und wie sieht es heute aus?

Thomas Bayrle, Revolutionäre Kräfte ernten Raps, 1968
Thomas Bayrle, Revolutionäre Kräfte ernten Raps, 1968 Bild © Wolfgang Günzel

Zimmers Blick auf die Natur

Als "neuer Wilder" wurde Bernd Zimmer in den 70er-Jahren mit seiner "heftigen Malerei" bekannt. Die Neue Galerie in Kassel würdigt seine Arbeit anlässlich des 70. Geburtstags von Zimmer mit einer Sonderausstellung (19. Oktober bis 3. Februar 2019). In seinen Werken nimmt die Auseinandersetzung mit der Natur einen zentralen Stellenwert ein.

Bernd Zimmer, Versteck (Moor), 2015
Bernd Zimmer, Versteck (MOOR), 2015 Bild © VG Bild.-Kunst Bonn 2018

Kostüme für die Filmewigkeit

Videobeitrag
hsk

Video

zum Video Kostüme für die Film-Ewigkeit

Ende des Videobeitrags

Die Arbeit der Kostümbildner findet oft im Verborgenen statt, auch wenn das Ergebnis von einem Millionenpublikum auf der Leinwand bewundert wird. Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt holt die Arbeit von Barbara Baum ins Rampenlicht. Vom 23. Oktober bis 3. März 2019 sind Kostüme zu sehen, die Filmgeschichte schrieben. Die Besonderheit der Schau: Mit einem neuen taktilen Konzept richtet die Ausstellung sich ausdrücklich auch an Blinde und Sehbehinderte.

Catherine Zeta-Jones, Entwurf für Berlin Alexanderplatz, Hanna Schygulla in Lili Marleen
Catherine Zeta-Jones als Katharina die Große, Entwurf für Berlin Alexanderplatz, Hanna Schygulla in Lili Marleen Bild © Barbara Baum / Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Es lebe die Freundschaft!

Was bedeutet uns Freundschaft? Wo und wie findet man überhaupt Freunde? Und haben Smartphones und das Internet unsere Vorstellungen von Freundschaft verändert? Die Ausstellung "Like you! Freundschaft analog und dialog" (25. Oktober bis 1. September 2019) im Museum für Kommunikation in Frankfurt geht diesen Fragen nach.

Freunde - zwei Jungs, die einander anlächeln.
Freunde fürs Leben Bild © Christian Padberg / Museum für Kommunikation Frankfurt

Der König der Tiere

Wie kein anderer Maler seiner Zeit hat Wilhelm Kuhnert (1865-1916) die Vorstellung von Afrika in Europa und den USA geprägt. Die Kunsthalle Schirn in Frankfurt zeigt seine monumentalen Werke, die er aus Zeichnungen und Skizzen nach seinen Afrika-Reisen fertigte. Vom 25. Oktober bis 27. Januar sind rund 120 Kuhnert-Werke in einer großen Retrospektive zu sehen.

Wilhelm Kuhnert, Löwe
Wilhelm Kuhnert, Löwe, Öl auf Leinwand Bild © Jeremy Enlow

Geburtsort Yokohama

Im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt kann man vom 25. Oktober bis 24. Februar 2019 einen Eindruck der Kunst Ostasiens erhalten. Malerei, Skulptur, Bronze, Emailarbeiten und Jade aus China und Japan: Die Asiatica-Sammlung des Unternehmers Werner Reimers (1888-1965) umfasst beinahe alle wichtigen Sparten ostasiatischer Kunst. Die Stücke zeigen eindrucksvoll, was westliche Sammler im 20. Jahrhundert an der Kunst des Fernen Ostens faszinierte.

Zwei sechseckige Deckelvasen
Zwei sechseckige Deckelvasen aus Japan, 1670-1690 Bild © Ute Kunze, Museum Angewandte Kunst / Werner Reimers Stiftung

Piet Mondrian: Natur und Konstruktion

Strenge geometrische Formen, meist in Primärfarben gehalten - das ist das Markenzeichen von Piet Mondrian. Doch sein Weg führte zunächst von der naturalistischen Malerei über eine abstrahierende Phase hin zur Gegenstandslosigkeit. Das Museum Wiesbaden zeichnet in der Schau "Piet Mondrian - Natur und Konstruktion" (26. Oktober bis 17. Februar 2019) diese spannende Entwicklung nach.

Piet Mondrian: Komposition mit großer roter Fläche, Schwarz, Grau und Blau
Piet Mondrian: Komposition mit großer roter Fläche, Schwarz, Grau und Blau Bild © Gemeentemuseum Den Haag, The Hague

Schaurig-schöne Buchcover

Die Schau in der Kinderakademie in Fulda dürfte nicht nur Kindern gut gefallen. Sie dreht sich um die Kinder- und Jugendbuchserie "Die drei ???", die auch viele Fans im Erwachsenenalter hat. Vom 26. Oktober bis 10. Februar dreht sich in der Sonderausstellung alles um die bunten und schaurig-schönen Illustrationen von Aiga Rasch, die seit 1970 die Cover der Serie gestaltete. Diverse Hörspiele begleiten die Ausstellung akustisch. Außerdem gibt es ein Detektiv-Mitmachprogramm und Workshops zum Thema Cover-Design.

Buchrücken der Bürcherreihe "Die drei Fragezeichen"
Bürcherreihe "Die drei Fragezeichen" Bild © picture-alliance/dpa

Als Tauben noch Angst verbreiteten

Macht Ihnen das Gurren einer Taube Angst? Dass man das Gegurre als "Tutenfru!" hören kann, und die "Totenfrau" einst Menschen in Angst und Schrecken versetzt hat, ist nur eine von vielen Geschichten, die in der Ausstellung "Über Aberglaube und Tod" (27. Oktober bis 17. März 2019) im Museum für Sepulkralkultur in Kassel erzählt wird.

Eine Taube sitzt auf einem blattlosen Baum - im Gegenlicht
Gurr - gurr. Mit etwas Vorstellungskraft kann man aber auch "Totenfru" hören. Bild © picture-alliance/dpa

Faszinierende Tinten-Tiere

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt holt einen ganz besonderen Schatz aus seinem Archiv und zeigt erstmals 32 Tuschzeichnungen von Leo Grewenig. "Tinten-Tiere" heißt die Schau (15. November bis 17. Februar 2019) - Schnecken, Schwämme, Tintenfische, entstanden mit schwarzer Tinte auf saugendem Papier.

Algen am schwarzen Stein - Tuschezeichnung, 1962
Algen am schwarzen Stein - Tuschezeichnung, 1962 Bild © Leo Grewenig - Foto: Wolfgang Furhmannek

Apfel, Nuss und Mandelkern

Im Dreieich-Museum kann man sich ordentlich auf die Weihnachtszeit einstimmen. "Apfel, Nuss und Mandelkern" heißt eine Ausstellung, die vom 17. November bis 6. Januar 2019 gezeigt wird. Die Schau mit dem Untertitel "So riecht und schmeckt die Weihnachtszeit" geht den Ursprüngen der winterlichen Backtradition auf den Grund.

Weihnachtsgebäck
Lecker und mit Tradition bis ins Mittelalter: Weihnachtsgebäck Bild © picture-alliance/dpa

Die Faszination der Dinge

Wie leben Menschen aus anderen Kulturen, die uns wenig vertraut sind und nach welchen Regeln funktioniert ihr Zusammenleben? Funde der Archäologie können spannende Geschichten erzählen. Das Museum Giersch in Frankfurt zeigt in seiner Schau "Faszination der Dinge" (29. November bis 24. Februar) Stücke, deren Wert sich manchmal erst auf den zweiten Blick erschließt. Die Schau wurde von Nachwuchswissenschaftlern zusammengestellt, die diesen zweiten Blick schärfen und fremde Welten erschließen möchten.

Frauen an einem gedeckten Tisch in Usbekistan
Frauen an einem gedeckten Tisch in Usbekistan Bild © Sebile Yapici