Susanne Kronenberg
Susanne Kronenberg Bild © hr

Im Krimi "Rosentot" von Susanne Kronenberg erschüttern grausige Morde die Landesgartenschau in Bad Schwalbach. Im Interview erklärt die Autorin, wie sie auf so etwas kommt und worauf sie beim Schreiben besonderen Wert legt.

Videobeitrag

Video

zum Video Susanne Kronberg liest aus "Rosentot"

Ende des Videobeitrags

Die Story: In ihrem neuen Roman lässt Autorin Susanne Kronenberg die ehemalige Kommissarin Norma Tann als Bloggerin zur Landesgartenschau nach Bad Schwalbach reisen. Am Tag der Eröffnung gibt es einen grausigen Fund: Unter von einem Tornado umgerissenen Bäumen liegt eine verweste Leiche. Unweit der Fundstelle kam vor Jahren eine bekannte TV-Moderatorin unter ungeklärten Umständen zu Tode. Norma fängt an zu ermitteln und gräbt einen weiteren mysteriösen Todesfall aus. Doch plötzlich gerät sie nicht nur unter Tatverdacht, sondern auch in Lebensgefahr.

hessenschau.de: Frau Kronenberg, weshalb haben Sie die Landesgartenschau in Bad Schwalbach als Schauplatz ausgewählt?

Susanne Kronenberg: Das hing mit dem Tornado zusammen, der 2014 in Bad Schwalbach so vieles zerstört hat. Damals war gerade entschieden worden, dass die Landesgartenschau in diesen wunderschönen alten Kurpark kommen sollte. Und dann kam der Tornado. Der hat Tabula rasa gemacht und sehr viel alten Baumbestand vernichtet. Das war für Bad Schwalbach ein einschneidendes Erlebnis. Und da dachte ich: Landesgartenschau - Natur - das passt.

hessenschau.de: Ihre Privatdetektivin Norma Tann kommt dem Mörder gefährlich nahe.

Kronenberg: Als Täter schwebte mir jemand vor, der sehr eloquent ist, der empathisch wirkt, so ein netter, sympathischer Typ, der aber in Wirklichkeit ein böser Mensch ist. Weil Bad Schwalbach eine Bäderstadt ist, wollte ich ihn im Gesundheitsbereich ansiedeln. Das hat mich dann aber doch nicht überzeugt. Also habe ich ihn woanders angesiedelt. Mehr sei nicht verraten.

Buchcover
Bild © Gmeiner Verlag

hessenschau.de: Wie sind Sie eigentlich zum Schreiben gekommen?

Kronenberg: Eigentlich schon sehr früh, ich wollte immer schon schreiben. Aber wie das so ist, man denkt, das wird nichts. Ich habe Innenarchitektur studiert und war Redakteurin in einem Baufachzeitschriftenverlag in Stuttgart. Nebenher habe ich Jugendbücher geschrieben. Ich habe das erste Manuskript mit viel Glück gleich losbekommen, und dann ging es los. Das ist jetzt schon über 30 Jahr her.

Dabei habe ich auch mein Handwerk gelernt. Bei Jugendbüchern muss man sehr knapp erzählen, es muss etwas passieren, es muss spannend sein - und das war eine gute Schule. Meine ersten Krimis für Erwachsene waren dann Pferdekrimis im Reitermilieu. Aber die Reiter lesen ja nicht, die reiten.

hessenschau.de: Wie läuft bei Ihnen das Schreiben ab? Haben Sie ein festes Konzept?

Kronenberg: Ich mache mir tatsächlich vorher ein relativ ausführliches Konzept, wobei manche Dinge sich dann auch erst ergeben. Ich brauche einen roten Faden, den ich verfolgen kann. Das macht es einerseits komplizierter, andererseits aber auch sehr spannend. Für mich hat das Schreiben viel von einer mathematischen Gleichung: Am Schluss muss es aufgehen, da muss man die Fäden zusammenbringen. Dieses Kriminelle interessiert mich eigentlich gar nicht so. Ich finde den Weg und die Auflösung spannend.

hessenschau.de: Wie geht es mit Norma Tann weiter? Woran arbeiten Sie im Augenblick?

Kronenberg: Norma Tann geht nach Weimar, da feiert man 100 Jahre Bauhaus-Jubiläum im kommenden Jahr. Der Auslöser für diese Geschichte ist wieder real: Lucia Moholy war seit 1919 die Bauhaus-Fotografin. 1933 musste sie emigrieren und ihre Negative - Glasplatten - zurücklassen.

Die sind zum großen Teil verschwunden. In meiner Geschichte taucht ein Negativ wieder auf. Es ist der Beweis dafür, wem ein bestimmtes Gemälde von Kandinsky gehörte. Hintergrund ist zudem die rechtsradikale Szene, eine Terrororganisation, darin ein Einzelkämpfer, der in Weimar wirkt und Geld braucht und deswegen dieses eine Bild haben will.

Weitere Informationen

Die Autorin Susanne Kronenberg

Susanne Kronenberg wurde in Hameln geboren, hat mehrere Jahre in Baden-Württemberg und danach in Wiesbaden gelebt. Heute wohnt sie im nahe gelegenen Taunusstein. Bevor sie Schriftstellerin wurde, arbeitete sie als Redakteurin. Zehn Krimis hat sie bereits veröffentlicht - davon sieben mit Norma Tann als Protagonistin – sowie Jugendbücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Kronenberg unterrichtet auch Kreatives Schreiben und hat die Wiesbadener Autorengruppe "Dostojewskis Erben" gegründet.

Ende der weiteren Informationen

Das Interview führte Nicole Bothof.