Collage zu verschiedenen Ausstellungen, die im April starten
Bild © picture-alliance/dpa (2x), Jeroen Musch, Hans-Jürgen Raabe

Worauf dürfen sich Museumsbesucher im April freuen? Auf Goldschätze, eindrucksvolle Porträts und Ideen für das Radfahren der Zukunft. Außerdem zeigt Komiker Otto Waalkes, dass er nicht nur Ottifanten zeichnen kann.

Der Hessenpark in Neu-Anspach zeigt in einer außergewöhnlichen Schau Fotos aus dem Alltag in Hessen (8. April bis 2. Dezember 2018). Der Imker und Schreiner Walter Löber aus Dillenburg dokumentierte bis zum Kriegsausbruch 1939 Städte und Dörfer, Landschaften und Menschen auf rund 3.000 Fotografien. Sein Archiv gelangte 2017 ins Museum. Diese Sonderausstellung zeigt eine erste Auswahl aus Löbers Bildern.

Fotografie von Walter Löber
Fotografie von Walter Löber: Am Dorfbrunnen Bild © Hessenpark

"Gold. Schätze in der Deutschen Bundesbank" heißt eine Schau (11. April bis 30. September) im Geldmuseum der Bundesbank in Frankfurt. Welche Rolle spielen Goldreserven in der Geld- und Währungspolitik? Wie sichert Deutschland seinen Goldschatz? Und sind Goldmünzen eigentlich nur was für Sammler?

Gelagerte Goldbarren in der Bundesbank Frankfurt
Goldige Aussichten - Goldbarren der Deutschen Bundesbank in Frankfurt. Bild © picture-alliance/dpa

Sie wehrten sich gegen prügelnde Lehrer und verbrannten Klassenbücher. Sie forderten die Abschaffung der Noten, Sex statt Religion und Marx statt Rechtschreibung. Neben der rebellierenden Studentenschaft probten vor 50 Jahren auch Schüler den Aufstand. Das Museum für Kommunikation in Frankfurt beleuchtet mit der Schau "Klassenkämpfe - Schülerproteste 1968 bis 1972" (12. April bis 22. Juli) den historischen Hintergrund und die Folgen des jugendlichen Aufbegehrens.

Plakat zur Sonderausstellung "Klassenkämpfe" - Schülerproteste 1968 bis 1972 im Museum für Kommunikation Frankfurt
Bild © Museum für Kommunikation Frankfurt

Das Museum Wiesbaden kann künftig aus der reichen Sammlung des Wiesbadeners Frank Brabant schöpfen. 600 Werke der Klassischen Moderne umfasst die Kollektion, die über eine Stiftung an das Staatliche Museum in Schwerin und an das Landesmuseum in Wiesbaden angeschlossen wird. "Von Beckmann bis Jawlensky" (13. April bis 30. September) so der Titel der ersten Zusammenstellung, die in Wiesbaden zu sehen ist.

Blick in die Sammlung Brabant
Blick in die Sammlung Brabant Bild © Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Als Sklave Wein ausschenken, mit römischen Soldaten marschieren oder als Medicus faule Zähne ziehen? In der Schau "Rom lebt! Und wir mittendrin" (20. April bis 28. Oktober) in der Saalburg wird das alte Rom lebendig. Großformatige Ölgemälde mit erstaunlichen 3D-Effekten lassen die Besucher in die Welt der Römer eintauchen.

Bogenschütze im Römerkastell Saalburg
Die Schau "Rom lebt" fordert zum Mitmachen auf. Bild © Römerkastell Saalburg

Wie bringt man Menschen dazu, aufs Fahrrad umzusteigen? In seiner Ausstellung "Fahr Rad!" (21. April bis 2. September 2018) zeigt das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt wie eine Fahrradinfrastruktur aussehen müsste, damit die sanfte Rückeroberung der Städte gelingen kann. Zu sehen sind Projekte aus aller Welt mit einem besonderen Fokus auf Kopenhagen, New York und Oslo.

Fahrradweg und -brücke in Utrecht
Dafne Schippers Brücke in Utrecht/Niederlande Bild © Dafne Schippers Bridge, NEXT architects, Foto: Jeroen Musch

Die "Beschaffenheit des Himmels", so lautet der Titel einer Sonderausstellung im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Vom 24. April bis 22. Juli stehen 14 teilweise großformatige Altaraufsätze und Altartafeln des christlichen Mittelalters im Mittelpunkt. Die Besonderheit: Der Blick durchs Mikroskop oder auf Infrarot- und Röntgenaufnahmen macht die außergewöhnliche Beschaffenheit der Tafelgemälde sichtbar.

Friedberger Baldachinaltar, Skulptur der thronenden Muttergottes mit Kind
Friedberger Baldachinaltar Bild © HLMD / Wolfgang Fuhrmannek

Vom 24. April bis 8. Juli wird die Kunsthalle Darmstadt zum monumentalen Bildträger. Der Münchner Künstler Ulrich Horndash gestaltet die zentrale Wand im Foyer der Kunsthalle mit dem Werk "Veduta 4". Fünfeinhalb Meter hoch, gut 22 Meter lang wird die Arbeit. Hinter "Veduta 4" verbirgt sich eine Ruinenphantasie - gezeigt werden Variationen einstürzender Häuser. Die Ästhetik des Verschwindens in ihrer spektakulärsten Form.

Foto eines einstürzenden Hauses von Ulrich Horndash
Einstürzendes Haus - von Ulrich Horndash Bild © Ulrich Horndash

Fotograf Hans-Jürgen Raabe sammelt Gesichter. Seit 2010 verfolgt er sein Langzeitprojekt 990 Faces mit dem Ziel, an 33 atmosphärischen Orten weltweit je 30 Porträtaufnahmen zu schießen. Von seinen bislang 18 Stationen hat er in die Kunsthalle Darmstadt 540 Fotos mitgebracht, die unter dem Titel "990 Faces" vom 24. April bis 8. Juli zu sehen sind.

Aus der Serie "990 Faces" von Hans-Jürgen Raabe
Aus der Serie "990 Faces" von Hans-Jürgen Raabe Bild © Hans-Jürgen Raabe

Der Städel-Garten wird sich vom 25. April bis Ende Juli in eine raumgreifende und körperlich erfahrbare Installation verwandeln. Colormaster F - ein monumentales Objekt von Manuel Franke ist halb Skulptur, halb Malerei. Die Rampe aus Wellblech, lackiert in leuchtenden Farben, ist nicht nur Hindernis, sondern schafft gleichzeitig einen neuen Raum innerhalb des Gartens.

Entwurfzeichnung von Manuel Frankes Colormaster F, 2018
Bild © Entwurfszeichung, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Otto Waalkes kann mehr zu Papier bringen als Ottifanten. Das Caricatura Museum Frankfurt widmet dem Komiker zu seinem 70. Geburtstag eine Sonderausstellung (26. April bis 2. September). In seinen Gemälden beschäftigt sich Otto neben den Ottifanten meist mit sich selbst, illustriert Star-Wars-Motive oder Musikmotive in Collagen.

Selbstporträt von Otto Waalkes
Otto-Waalkes-Selbstporträt Bild © Caricatura Museum Frankfurt

Freunde historischer Fotografie kommen bei einer Sonderschau im Hessenpark in Neu-Anspach voll auf ihre Kosten. Vom 29. April bis 15. März 2019 ist die Schau "Aufstieg und Fall der zweiäugigen Spiegelreflexkamera" zu sehen. Gezeigt werden die seit 1929 hergestellte Rolleiflex und viele ihrer Nachahmer-Kameras.

Doppeläugige Spiegelreflex-Kamera Rolleiflex
Doppeläugige Spiegelreflexkamera Rolleiflex Bild © Hessenpark

Sendung: hr2-kultur, Frühkritik, Mo bis Fr, 7.30 Uhr