Collage mit Fotos aus Ausstellungen, die im Mai starten
Bild © Julian Röder / Richard Mosse / HLMD Levon Biss / HLMD Wolfgang Fuhrmannek

Insekten in Hochauflösung, intime Haremszenen, die Foto-Triennale RAY und Alt-68er-Klamauk: im Mai starten Ausstellungen, die abwechslungsreicher kaum sein könnten. Eine Übersicht der Ausstellungs-Starts.

"Die reine Leidenschaft" zeigt vom 2. Mai bis 29. Juli Arbeiten von vier bislang unbekannten Amateurfotografen in den Opelvillen Rüsselsheim. Reisen, Geburtstage, Trauerfeiern - die Bilderserien erzählen Geschichten von den 1960er bis 90er Jahren. Die Ausstellung ist eines der Partnerprojekte der RAY 2018, die zum dritten Mal Positionen der Fotografie an über zehn Standorten in Frankfurt und der Rhein-Main-Region präsentiert.

Umarmendes Paar - Heide und Axel Herrmann, 1970er-Jahre
Eines der Fotos, das in den Opelvillen zu sehen ist. Bild © Daniel Herrmann

So haben Sie Insekten noch nie gesehen. Die Schau "Microsculpture" (4. Mai bis 5. August) im Hessischen Landesmuseum Darmstadt zeigt Fotografien des Briten Levon Biss. Durch Mikroskop-Objektive fotografiert, entstehen faszinierende Aufnahmen, die Insekten in völlig neuem Licht erscheinen lassen.

Seitenansicht einer Biene in Großaufnahme
Der Fotograf Levon Biss zeigt uns Insekten auf faszinierende Weise. Bild © Levon Biss / HLM Darmstadt

Die Kinderakademie Fulda zeigt vom 4. Mai bis 5. August unter dem Titel "Ins Freie" Werke von Joanna Skurska. Die Künstlerin verknüpft Draht und Telefonkabel zu filigranen und transparenten Kleidungsstücken. In ihrer Malerei spiegelt sich ihre Naturverbundenheit wider. Bäume, Blätter und nicht näher definierbare Pflanzen sind vorherrschende Motive, von denen einige auch auf Holz gemalt werden.

Arbeit von Joanna Skurska - Flechtwerk aus Draht
Arbeit von Joanna Skurska - Flechtwerk aus Draht Bild © Joanna Skurska

Eine Fotoausstellung im Marburger Kunstverein schaut fünfzig Jahre nach den 68ern auf die politischen Herausforderungen von heute. "In disorder" heißt die Schau (4. Mai bis 22. Juni) mit Fotografien von Julian Röder. Demonstrationen, Militäreinsätze, digitaler Wandel - Röder widmet sich in seinen Fotoserien den politischen, sozialen und ökonomischen Zusammenhängen. Was hängt wie zusammen?

Fotografie von Julian Röder - G8-Protest in Genua
G8-Protest in Genua, 2001 Bild © Julian Röder

Der Barockbaumeister Andrea(s) Gallasini hat das Gesicht der Stadt Fulda maßgeblich geprägt. Ohne ihn gäbe es weder die Friedrichstraße in ihrer heutigen Form, noch Schloss Fasanerie oder die Propstei Johannesberg. Insgesamt 45 Bauten gehen auf Gallasini zurück. Das Vonderau Museum Fulda ehrt den Baumeister mit einer Sonderausstellung vom 13. Mai bis 19. August.

Vonderau Museum in Fulda
Das Vonderau Museum in Fulda Bild © Vonderau Museum

Intime Haremsszenen, geschäftige Bazare, endlose Wüstenlandschaften - im 19. Jahrhundert erweiterten Künstler ihren Reisehorizont um ein exotisches Ziel: den Orient. Im Hessischen Landesmuseum Darmstadt heißt es vom 15. Mai bis 12. August "Sehnsucht Orient. Malerei um 1900".

Lovis Corinth, Der Harem, 1904
Lovis Corinth, Der Harem, 1904 Bild © HLMD / Foto: Wolfgang Fuhrmannek

In der Schau "Auerbach und Freund" zeigt das Städel Museum in seiner Graphischen Sammlung Arbeiten von Frank Auerbach und Lucian Freund (16. Mai bis 12. August). Die beiden Künstler verband nicht nur eine tiefe Freundschaft, sondern auch ein ähnliches Schicksal. In Berlin geboren, wurden sie noch im Kindesalter vor den Nationalsozialisten in England in Sicherheit gebracht.

Selbstportrait Frank Auerbach, 2017
Frank Auerbach Selbstportrait, 2017 Bild © Frank Auerbach Foto: Städel Museum

Eine Villa im Tessin kann sich ja nun wirklich jeder leisten - zumindest im Maßstab 1:87. Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt widmet sich Architektur im Kleinformat. In der Ausstellung "märklinMODERNE. Vom Bau zum Bausatz und zurück" (18. Mai bis 9. September) stehen Hochhaus und Fachwerk friedlich beieinander. Willkommen in der wunderbaren Welt der Modelleisenbahnanlagen.

Faller-Bausatz "Villa im Tessin" (seit 1961)
Bausatz "Villa im Tessin" Bild © Gebr. Faller GmbH

Von Fürstenbildnissen und romantischer Landschaftsmalerei bis zur documenta-Kunst: Die Städtische Kunstsammlung Kassel spannt einen Bogen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Sonderausstellung "Die Kunst zu Sammeln" (18. Mai bis 23. September) in der Neuen Galerie rückt die Geschichte des Städtischen Kunstbesitzes in den Fokus. Gezeigt wird auch scheinbar Vergessenes und die Macher versprechen: Es gibt viel zu entdecken!

August von der Embde, Porträt Mathilde von der Embde, 1891
August von der Embde, Porträt Mathilde von der Embde, 1891 Bild © MHK Foto: Arno Hensmanns

"Extreme", so lautet der Titel der internatonalen Foto-Triennale RAY, die sich vom 24. Mai bis 9. September an über zehn Standorten in Frankfurt und der Region der zeitgenössischen Fotografie widmet. Zum Start gibt es ein viertägiges Festival (24. bis 27. Mai) im MMK 3 in Frankfurt.

Richard Mosse: Filmstill aus "Incoming", 2017
Richard Mosse: Filmstill aus "Incoming", 2017 Bild © Richard Mosse

Was machen die Alt-68er eigentlich heute? In der Schau "Die 68er in Cartoons" in der Caricatura Kassel (26. Mai bis 12. August) setzen sich Künstler mit den Schlagworten und den Protagonisten der 68er-Bewegung auseinander. Ein amüsanter Blick zurück in eine bewegte Zeit, denn im 68er-Rückspiegel betrachtet stellt sich letztlich die Frage: Wo steht unsere Gesellschaft heute?

Karikatur von Butschkow - Alt-68er mit besonderem Taxi-Angebot "Authentische Geschichten auch auf Kurzstrecke!"
Karikatur von Butschkow - Alt-68er mit besonderem Taxi-Angebot "Authentische Geschichten auch auf Kurzstrecke!" Bild © Butschkow / Caricatura

Wie groß ist unendlich? Ist der Weltraum tatsächlich unendlich? Und wie funktioniert Unendlichkeit in der Mathematik? Diesen Fragen geht das Mathematikum Gießen in seiner Sonderausstellung "Unendlichkeit" ab dem 25. Mai nach.

Unendlichkeits-Zeichen schwebt über einer Landschaft
Unendlichkeits-Zeichen schwebt über einer Landschaft Bild © Mathematikum Gießen

Blinky Palermo - sein früher Tod mit gerade mal 33 Jahren - machte ihn zu einer Art "James Dean der Kunstszene". Beuys-Schüler, Biennale- und documenta-Teilnehmer - mit einer "Hommage à Palermo" (25. Mai bis 28. Oktober) ehrt das Museum Wiesbaden das Werk des Künstlers. Gezeigt werden minimalistische Druckgrafiken aus den 1960er- und 1970er-Jahren, ergänzt durch eine kleine Auswahl an Bildobjekten.

Blinky Palermo, "Flipper", 1970, 2-teilig
Blinky Palermo, "Flipper", 1970, 2-teilig Bild © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Wie entstehen Kriege? Ein Wort, ein Schlag, ein Schuss können ihn auslösen, und ein Prozess kommt in Gang, der sich meist als Zirkelschluss herausstellt: Mein Feind ist böse, und weil er böse ist, ist er der Feind. Die Ausstellung "Zirkelsch(l)uss" im Museum für Sepulkralkultur in Kassel (26. Mai bis 16. September) zeigt außergewöhnliche Arbeiten von Dieter Huber, Herlinde Koelbl und Jens Umbach. So dokumentiert Koelbl in "Targets" worauf Soldaten schießen, wenn sie das Töten trainieren.

"Targets" von Herlinde Koelbl - worauf Soldaten schießen
"Targets" von Herlinde Koelbl - worauf Soldaten schießen Bild © Herlinde Koelbl

Das Bahnhofsviertel ist Frankfurts schillerndster Stadtteil. Drogen, Prostitution, Nightlife, Gentrifizierung und Multikulti charakterisieren für viele das Viertel wie es heute ist. Doch die Geschichte ist vielfältiger - galt das Bahnhofsviertel vor 100 Jahren noch als Frankfurts modernes Vorzeigeviertel. In der Schau "Banker, Bordelle und Bohème" zeigt das Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt Stationen der Geschichte des Bahnhofsviertels (29. Mai bis 7. April 2019).

Historische Ansicht des Frankfurter Bahnhofsviertels
Historische Ansicht des Frankfurter Bahnhofviertels Bild © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt

Wie wird sich die Rhein-Main-Region in der Zukunft verändern? Mobilität und Wohnen sind zentrale Probleme, die in der Schau "Rhein-Main - Die Region leben (31. Mai bis 14. Oktober) im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt unter die Lupe genommen werden. Internationale Planer entwickeln für die Schau Szenarien, die Lust auf eine Zukunfts-Gestaltung machen.

Illustration zur Ausstellung "Rhein-Main" im Architekturmuseum - eine Person auf dem Fahrrad rollt durch Landschaft
Illustration in der Ausstellung "Rhein-Main - Die Region leben" Bild © Illustration: Holmer Schleyerbach

"Ich kann ohne Keramik nicht leben", heißt es vom 31. Mai bis 26. August im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt. Die Schau zeigt Keramiken von Lore Kramer, die als Professorin die Hochschule für Gestaltung in Offenbach maßgeblich prägte.

Gefußte Schalen, Feinsteinzeug freigedreht, ca 1965
Gefußte Schalen, Feinsteinzeug freigedreht, ca 1965 Bild © Anna Bischoff / Museum Angewandte Kunst Frankfurt

Sendung: hr2-kultur, Frühkritik, Mo bis Fr, 7.30 Uhr