documenta wird abgebaut
Auch über den Abbau hinaus soll die documenta künftig strahlen und Besucher locken. Bild © picture-alliance/dpa

Die Kunstschau documenta soll nicht nur alle fünf Jahre ein Highlight sein, sondern dauerhaft das Publikum faszinieren. Für eine neue Dauerausstellung in der Neuen Galerie in Kassel sind allerdings Spenden nötig.

Die documenta beherrscht alle fünf Jahre über Wochen hinweg das kulturelle Leben in Nordhessen. Eine neue Dauerausstellung in Kassel wird sich der documenta als weltweit wichtigste Schau für zeitgenössische Kunst widmen. Die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) will diese entwickeln und ab November im Museum Neue Galerie einrichten.

"Wir wollen die documenta auch zwischen den documenta-Jahren stärker präsent haben", sagte MHK-Direktor Martin Eberle am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz. Das Konzept sehe eine Systematisierung der einzelnen Ausstellungen vor, die alle fünf Jahre stattfinden. Ziel sei, auch Auswärtigen relativ schnell die Faszination documenta erklären zu können.

Spenden sollen documenta-Dauerschau ermöglichen

Die Museumslandschaft will dabei herausragende documenta-Werke in einem Galerie-Charakter zeigen. Man werde die Kunst in den Kontext der politischen Ereignisse der jeweiligen Zeit und ihrer Macher setzen. Um zu zeigen, dass die documenta in Nordhessen auch von der Bevölkerung getragen wird, ist eine Spendensammlung für die Schau mit dem Titel "documenta Ebene. Kollektives Gedächtnis" geplant.

Zudem kündigte die documenta am Mittwoch eine Ausstellung zum Jubiläum "100 Jahre Bauhaus" an: Sie soll vor der Dauerausstellung vom 24. Mai bis zum 8. September in der Neuen Galerie in Kassel stattfinden. "Die Ausstellung "Bauhaus | documenta. Vision und Marke" reflektiert erstmals die beiden Institutionen Bauhaus und documenta im Vergleich", sagte eine Sprecherin. Beide stünden bis heute für eine Tradition der Moderne und Avantgarde, für visionäre Kulturmarken von internationaler Strahlkraft und den Glauben an künstlerische Innovation und ihre sozialreformatorische Kraft.

Anhand von Installationen, dokumentarischen Objekten, statistischem Material und Originalkunstwerken kreiere die Ausstellung einen Parcours über sieben Themenräume. Flankiert werde die Schau von einer virtuellen Ausstellung zum Thema "Wie viel Bauhaus steckt in der documenta? Eine Spurensuche" sowie einer Publikation. Die nächste documenta findet im Jahr 2022 statt.

Sanierungen werden teurer

Die Museumslandschaft des Landes Hessen ist für das Unesco-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe mit dem Kasseler Herkules und zahlreiche Museen in Nordhessen zuständig. Dort steigen die Gästezahlen: Den Bergpark mit den Wasserspielen besuchten im vergangenen Jahr Schätzungen zufolge 850.000 Besucher, 50.000 mehr als vor zwei Jahren. Ein Vergleich mit 2017 ist wegen der damals stattfindenden documenta nicht möglich. Die Zahl der zahlenden Besucher in den verschiedenen Museen stieg von 260.000 auf 276.000.

Die zahlreichen Sanierungen der MHK gehen weiter: So werden unter anderem die Arbeiten am Herkules fortgesetzt, am Weißensteinflügel des Schloss Wilhelmshöhe beginnen Dach- und Fassadenarbeiten. Von dem 200-Millionen-Euro-Programm des Landes seien 165 Millionen Euro bereits ausgegeben, sagte Edda von Dolsperg, Leiterin der MHK-Bauabteilung. Durch die weiteren Planungen liege man aber über der ursprünglichen Summe, beispielsweise war das Geld für den Herkules von 30 auf 40 Millionen Euro aufgestockt worden.

Sendung: hr1, 16.01.2019, 16.30 Uhr