Arbeiter haben das 16 Meter hohe Kunstwerk in Kassel wieder aufgebaut.

Er ist 16 Meter hoch, hat 126.000 Euro gekostet und für viele Diskussionen gesorgt: der Obelisk des Künstlers Olu Oguibe. Am Donnerstag wurde das documenta-Kunstwerk ein halbes Jahr nach seinem Abbau in Kassel wieder aufgestellt. Neuer Standort ist die Treppenstraße.

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Der documenta-Obelisk ist zurück in der Kasseler Innenstadt. Arbeiter haben das bekannteste Kunstwerk der documenta 14 am Donnerstag mit Hilfe eines Krans wieder aufgebaut. Bis zum Mittag waren alle Teile am neuen Standort in der Treppenstraße montiert.

Standort-Verlegung hatte für Streit gesorgt

Mit dem Wiederaufbau des Obelisken endet ein langes Hin-und-Her. Alle Beteiligten zeigten sich am Donnerstag zufrieden. "Ich freue mich, dass es uns mit dem neuen Standort gelungen ist, den Obelisken mit seiner gerade in dieser Zeit wichtigen Botschaft in unserer documenta-Stadt zu halten", sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD).

Auf den Standort hatten sich die Stadt und der nigerianisch-amerikanische Künstler Olu Oguibe nach zähem Ringen geeinigt. Während der Kunstschau documenta hatte der Obelisk am Königsplatz gestanden, einem der zentralsten Plätze der Stadt. Dort wollten ihn die Stadtverordneten laut Beschluss vom 24. September 2018 nach der Ausstellung aber nicht mehr haben. Weil für Oguibe zunächst kein anderer Standort infrage kam, wurde die 16,2 Meter hohe Steinsäule am Tag der Deutschen Einheit abgebaut.

Rückkehr des Obelisken sorgt für Zustimmung

Oguibe reagierte damals enttäuscht, mittlerweile hat er sich mit der neuen Lösung arrangiert. "Ich bin froh, dass der Obelisk wieder aufgestellt wird", so Oguibe. "Der Kampf, den Obelisken an seinem ursprünglichen Ort zu halten, war wichtig und ehrenwert, aber ebenso wichtig war mein Engagement, ihn in Kassel zu behalten."

Auch die neue Generaldirektorin der documenta, Sabine Schormann, freute sich über den Wiederaufbau des Obelisken: "Mir bedeutet es sehr viel, dass dieses wichtige documenta 14-Kunstwerk nun dauerhaft zurück in Kassels Mitte ist", sagte sie.

Der jetzige Platz auf der Treppenstraße ist knapp 200 Meter vom Königsplatz entfernt und bietet einen Blick auf den Hauptausstellungsort der documenta, das Fridericianum.

Kunstwerk widmet sich dem Thema Flucht

Das Kunstwerk soll an die Millionen Flüchtlinge weltweit erinnern. Es trägt auf einer Seite als Aufschrift das Bibelzitat: "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt". Die anderen drei Seiten zitieren den Spruch auf Arabisch, Türkisch und Englisch.

Der Künstler Oguibe hatte ursprünglich 600.000 Euro für den Obelisken verlangt. Die Stadt Kassel sammelte Spendengelder und kam letztendlich auf 126.000 Euro, die Oguibe akzeptierte.

Sendung: hr3, 18.04.2019, 10.00 Uhr