Die neue Documenta-Geschäftsführerin Sabine Schormann lächelt in die Kamera
Sabine Schormann Bild © picture-alliance/dpa

Nach dem vorzeitigen Ausscheiden von Annette Kulenkampff hat die documenta ab Herbst wieder eine Frau an der Spitze: Sabine Schormann übernimmt die Leitung der weltgrößten Schau für zeitgenössische Kunst.

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Die Kulturmanagerin, die derzeit Direktorin von zwei Kulturstiftungen in Norddeutschland ist, wurde am Mittwoch in Kassel als neue documenta-Generaldirektorin vorgestellt. "Ich bin hoch erfreut, mit Frau Dr. Schormann eine Führungsperson mit internationaler Expertise im Kunst- und Kulturmanagement zu gewinnen", sagte documenta-Aufsichtsratschef und Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) bei der Pressekonferenz.

Die 55-Jährige zeigte sich erfreut über ihre neue Aufgabe : "Ich verstehe meine Rolle als 'Ermöglicherin', das heißt, ich möchte der Kunst mit der documenta weiterhin größtmögliche Entfaltung und öffentliche Wahrnehmung zusichern, ohne dabei selbst künstlerisch einzugreifen."

Ab Herbst soll sie die Leitung offiziell übernehmen und die documenta 15 vorbereiten.

Schormann bringt viel Erfahrung mit

Die studierte Kunsthistorikern arbeitete für das Goethe-Museum in Frankfurt und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, für die sie den bundesweiten Tag des offenen Denkmals etablierte. Zudem leitete sie zwei Ausstellungen im Themenpark der EXPO 2000.

Zuletzt war sie 18 Jahre lang als Direktorin für zwei große Kulturstiftungen in Norddeutschland, die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die VGH-Stiftung in Hannover zuständig.

Vorherige Chefin hinterlässt Millionendefizit

Bis zum Herbst soll der Musikmanager Wolfgang Orthmayr die Geschäfte in enger Abstimmung mit Schormann leiten. Er hatte die Geschäftsführung Anfang April übergangsweise übernommen.

Seine Vorgängerin, die Kunsthistorikerin Annette Kulenkampff, war in die Kritik geraten, nachdem ein Defizit in Höhe von über 5 Millionen Euro im Ausstellungsjahr 2017 bekannt wurde. Die Stadt hatte im November angekündigt, dass der Vertrag mit Kulenkampff vorzeitig zum 1. Juni 2018 "einvernehmlich" aufgelöst werde. Eigentlich hätte sie noch bis Mitte 2019 Geschäftsführerin der Kunstschau bleiben sollen.