Filmdreh "Ach du Scheiße"

Unter strengen Hygieneauflagen haben die Dreharbeiten zum schwarzhumorigen Thriller "Ach Du Scheiße" begonnen. Regisseur Lukas Rinker genießt sein Spielfilm-Debüt trotzdem - und lässt es sich nicht nehmen, etwas in die Luft zu jagen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Zu Besuch beim Dreh von "Ach du Scheiße"

Filmdreh "Ach du Scheiße"
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Frank liegt blutend in einem umgefallenen Toilettencontainer auf einer Baustelle. Sein Gesicht ist schmerzverzerrt, ein Stahlbolzen durchbohrt seinen Unterarm. Und die Zeit läuft ihm davon: Noch am gleichen Tag soll auf dem Platz eine Sprengung durchgeführt werden, und wenn Frank sich nicht aus dem Klo befreien kann, riskiert er den sicheren Tod.

Klingt gruselig - ist in Wirklichkeit aber halb so schlimm: Der vom Stahlbolzen durchbohrte Unterarm ist eine Attrappe aus Silikon, die vermeintliche Baustelle befindet sich in einer großen Halle in Offenbach und in der Toilettenkabine liegt Schauspieler Thomas Niehaus. Wir sind am Set des Horror-Comedy-Thrillers "Ach Du Scheiße", der fast 90 Minuten ausschließlich in einem 1 Quadratmeter großen Klohäuschen spielt. Der Titel könnte also nicht passender sein.

Horror, Thriller, Komödie - alles in einem

Erzählt wird die Geschichte des Architekten Frank, der auf seiner eigenen Baustelle in einem abgestürzten Klocontainer verletzt und eingeklemmt wird. Das Drehbuch stammt vom Mainzer Regisseur Lukas Rinker. "Es ist eine Horror-Thriller-Komödie mit ganz viel Genre-Anteilen aus diesen beiden Unterarten", erklärt er - und wünscht sich, der Zuschauer möge herzlich über diesen Exzess lachen, "egal, wie eklig und brutal es daherkommt".

Filmdreh "Ach du Scheiße"

Tonio Kellner und Jakob Zapf von der Frankfurter Filmproduktionsfirma Neopol hat Rinkers Langspielfilmdebüt auf jeden Fall überzeugt. Neben Hauptdarsteller Niehaus, der vor allem als Theaterschauspieler bekannt wurde, konnten die Produzenten Gedeon Burkhardt, Friederike Kempter und Reality-Star Micaela Schäfer für das Projekt gewinnen.

Dreharbeiten unter erschwerten Bedingungen

Möglich sind die Dreharbeiten nur unter strengen Hygieneauflagen. Die gesamte Filmcrew wird zweimal pro Woche auf das Coronavirus getestet. Das ist eine Auflage des Filmausfallfonds, einer gemeinsame Initiative von Bund, Ländern und den Filmförderern. Er greift dann ein, wenn es wegen Coronainfektionen zu Ausfällen bei einzelnen Produktionen kommt und erlaubt der Branche, auch während der Pandemie zu arbeiten.

Außerdem müssen alle am Set Masken tragen. Das erschwert die Produktion. Man könne sich mit dem Team und den Schauspielern leider nicht mehr durch kleine Mimiken austauschen, sagt Zapf. Kellner ergänzt: "Die ganze Kommunikation verlagert sich auf das, was man hört. Dabei fällt auf, wie viel die Grimassen und Gesichter in der täglichen Kommunikation helfen, um Informationen zu lesen."

Im Herbst geht es auf Kino-Tour

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Trotzdem: Die Stimmung wirkt ausgelassen, die Dreharbeiten kommen den Produzenten zufolge gut voran. Bis es im Herbst auf die Kinotour geht, liegt aber noch viel Arbeit vor dem Team. Man sieht dem gut gelaunten Regisseur Lukas Rinker nicht an, dass er täglich nur vier Stunden Schlaf bekommt. "Es ist einfach eine grandiose Erfahrung", betont er.

In den kommenden Drehtagen stehen die ersten Explosionen an. Dynamitstangen und Sprengsätze liegen schon bereit. Denn: "Natürlich möchte ich auch, dass etwas in die Luft fliegt in dem Film", schmunzelt Rinker. Aber erstmal widmet sich der junge Regisseur wieder seinem stöhnenden Hauptdarsteller, der im Klo-Container in Kunstblut und anderen Dingen liegt und versucht, sich zu befreien.

Sendung: hr-iNFO, 10.03.2021, 06:00 Uhr