In der neuen hr-Staffel von "Crime Time" geht es um drei tote Babys in Villmar - eine Geschichte, die sich tatsächlich ereignete. Warum boomen gerade Podcasts und Filme, die von realen Verbrechen handeln? Ein Erklärungsversuch.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Echte Verbrechen auf allen Kanälen - True Crime boomt

Hedi Sehr, Notfallseelsorgerin
Ende des Audiobeitrags

Dreimal ist Natalja M. Mutter geworden. Dreimal starben ihre Kinder kurz nach der Geburt. Schicksal oder Verbrechen? Plötzlicher Kindstod oder Mord? Darum geht es bei den Ermittlungen im mittelhessischen Villmar.

Es ist dieser Fall aus den Jahren 2004 bis 2009, den die neue Staffel von "Crime Time" erzählt. "Auf den Spuren der drei toten Babys" ist eine dramatische Geschichte - geradezu schockierend, nicht nur für junge Eltern.

Beim Thema Mord an Kindern müsse man besonders sensibel sein, sagt der verantwortliche hr-Redakteur Peter Gerhardt. "Da nicht in den Voyeurismus abzugleiten, ist eine schwierige Gratwanderung. Daher erzählen wir die Ermittlungen nach: Wie sind die Ermittler und Ermittlerinnen der Täterin auf die Spur gekommen und wie konnten sie am Ende diese Morde nachweisen?"

Weitere Informationen

Crime Time anschauen

"Crime Time - Auf den Spuren der drei toten Babys"
Teil 1 (ARD Mediathek, verfügbar bis 15.9.2022)
Teil 2 (ARD Mediathek, verfügbar bis 16.9.2022)
15. und 16. September im hr-Fernsehen

Ende der weiteren Informationen

Reger Austausch über die Kriminalfälle

Reale Verbrechen als spannende Unterhaltung - in der Mediathek, als Podcast oder im Fernsehen. Jahrzehntelang gab es vor allem den ZDF-Klassiker "Aktenzeichen XY ungelöst". Jetzt werden True Crime-Formate immer vielfältiger und immer populärer. "Das Interesse an besonderen Kriminalfällen hat es schon immer gegeben. Jetzt sitzt man aber nicht mehr alleine vor dem Fernsehen, sondern kann sich auch in einer Community und in Chatgruppen dazu austauschen" , sagt die Medienwissenschaftlerin Iren Schulz. "Das macht es noch mal reizvoller und sorgt auch für diesen Push."

Vor allem junge Frauen lieben True-Crime-Formate

Die 27-jährige Paula aus Frankfurt hört begeistert Podcasts über reale Kriminalfälle - wie zum Beispiel "Verurteilt" von hr-iNFO. Menschliche Abgründe, Mord und Totschlag zur Entspannung am Abend? Paula kann davon kaum genug bekommen. "Das ist ja eigentlich krass, weil das furchtbare Schicksale von Menschen sind und man schläft beim Zuhören beseelt ein", sagt Paula. "Aber es reizt einen halt dieses Spannende und dass das einfach echt ist und echt passiert ist."

Vor allem junge Frauen wie Paula begeistern sich für True Crime-Formate. "Die echten Fälle laden ein zur Identifikation", sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Schulz. Nach dem Motto: "Das kann mir auch passieren, das hätte in unserer Nachbarschaft sein können." True Crime-Formate böten sich als Anknüpfungspunkt und Anker an.

Es ist nicht ausgedacht. Es ist echt!

Am Ende gehe es immer auch um Gerechtigkeit. Darum, dass Täterinnen oder Täter ihre gerechte Strafe bekämen, dass aber auch mildernde Umstände berücksichtigt würden, sagt Podcast-Hörerin Paula. "Man schaut hinter die Kulissen der Gerichtsverfahren, man lernt was über das Strafrecht und über die Psyche des Menschen. Es ist ja nicht ausgedacht, sondern echt!"

So auch bei der neuen Staffel von "Crime-Time - Auf den Spuren der drei toten Babys". Ein Rechtsmediziner war es, der nicht an den Zufall des dreifachen plötzlichen Kindstodes in einer Familie glauben wollte. So kamen die Mordermittlungen in Villmar ins Rollen...

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen