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Marcel Duchamp im Frankfurter Museum für Moderne Kunst

Ein Porzellanurinal hängt in der Luft an einem Seil.

700 Werke aus sechs Jahrzehnten: Eine Ausstellung im Frankfurter Museum für Moderne Kunst zeigt den Künstler Marcel Duchamp in allen Facetten seines vielfältigen Schaffens.

Ein Pissoir und ein Gestell zum Trocknen von Flaschen - es sind die bekanntesten Werke des französischen Künstlers Marcel Duchamp (1887-1968), die seit Samstag im Museum für Moderne Kunst (MMK) ausgestellt sind. Duchamps Idee, einen vorgefundenen Gegenstand zum Kunstwerk zu erklären, revolutionierte die Kunstgeschichte.

Marcel Duchamp Fahrrrad-Rad

Neben dem Pissoir liegt ein Brett mit Garderobenhaken mitten im Weg, daneben ein Schemel, auf dem ein Rad montiert ist - die Werke in der Ausstellung, die noch bis zum 3. Oktober andauert, stellten die grundlegenden Fragen der Kunst, sagte Museumsdirektin Susanne Pfeffer.

Werke nichts an Aktualität verloren

"Diese Werke haben bis heute nichts an Aktualität verloren", sagte Pfeffer am Freitag. Dank Duchamp wüssten wir, "dass alles Kunst werden kann und dass das Denken keine Grenzen hat".

Einerseits chronologisch, andererseits thematisch arbeitet sich die Ausstellung durch Duchamps Werk, beginnend von impressionistischen Gemälden als Jugendlicher, über Karikaturen bis zu den kubistischen Gemälden, darunter eine Version seines berühmten Bildes "Akt, eine Treppe herabsteigend", auch die Mona Lisa mit Schnurrbart ist dabei.

Teilnehmer eines Pressegesprächs stehen im Frankfurter Museum für Moderne Kunst (MMK) vor Reproduktionen der Mona Lisa des französischen Künstlers Marcel Duchamp.

"Eine seiner radikalsten Arbeiten", sagt Pfeffer, sei ein signierter Spiegel: Der Betrachter werde dabei unweigerlich Teil des Kunstwerks. Ein Raum widmet sich der Schach-Leidenschaft des Künstlers, Fotowände zeigen den Künstler in Aufnahmen von Zeitgenossen, Fotos geben Einblick in sein Atelier - wo ebenfalls eine Garderobe im Weg lag und ein Pissoir von der Decke hing - und dokumentieren die wenigen Ausstellungen, die ihm zu Lebzeiten zuteil wurden.

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Marcel Duchamp

Marcel Duchamp (1887 - 1968) war ein französisch-amerikanischer Maler und Objektkünstler. Er gilt als einer der Mitbegründer der Konzeptkunst und zählt zu den Wegbereitern des Dadaismus und Surrealismus. Seine Werke, vielfach Objekte, die er zu Kunst gemacht hat, werden für mehrere Millionen Euro gehandelt.

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In einer der Hallen steht "Das große Glas", laut MMK-Museumsdirektorin Pfeffer "eines der am meisten interpretierten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts". Nach acht Jahren Arbeit erklärte Duchamp es als unvollendet. Kistenweise Material mit Vorarbeiten und Überlegungen zu diesem Werk hängen auszugsweise an den Wänden. In einem anderen Raum finden sich Duchamps Koffer-Museen: seine wichtigsten Arbeiten in Miniaturformat.

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