Fotografieren mit dem Smartphone. Motiv: Weihnachtsmarkt auf dem Römerberg

Lernen Sie Frankfurt von einer neuen Seite kennen: Ein interaktives Projekt der Uni Frankfurt nimmt Sie mit ins Mittelalter. Dort wartet unter anderem ein mysteriöser Mordfall auf Aufklärung.

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zum hr2.de Audio Stadtrundgang und Schnitzeljagd

Frankfurter Dom und Fischmarkt (um 1860)
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Frankfurt war schon im Mittelalter ein wichtiges wirtschaftliches und politisches Zentrum. Wie es sich im mittelalterlichen Frankfurt gelebt hat, lässt sich jetzt mithilfe einer Smartphone-App erkunden. Fünf verschiedene Stadtrundgänge stehen zur Verfügung.

Entwickelt wurden die Touren von Studierenden der Geschichte und Kunstgeschichte unter der Leitung von Gabriele Annas und Hilja Droste. Beide sind Wissenschaftlerinnen für das Mittelalter an der Goethe-Universität Frankfurt.

"Wir möchten den Blick über Frankfurt, die heutige internationale Banken- und Messestadt hinaus erweitern", erklärt Gabriele Annas. Frankfurt als Königspfalz, als alte Reichsstadt, als Ort der Königswahl und später auch der Krönung der römisch-deutschen Könige - was bedeutet diese reiche Geschichte für die Gegenwart?

So funktioniert die interaktive Schnitzeljagd

Um das herauszufinden, muss man sich zunächst die App ActionBound auf das Smartphone laden. Wenn man in die Suche "Frankfurt" eingibt, erscheinen verschiedene Angebote, darunter auch die fünf Stadtführungen der Goethe-Uni. Sie alle haben Frankfurt im Mittelalter zum Thema, allerdings aus ganz verschiedenen Blickwinkeln.

QR-Code "Mord im Kaiserdom"

Die Macher empfehlen Kopfhörer zu benutzen, um das mittelalterliche Treiben des Alltags während der Führung voll genießen zu können. Außerdem sollte man sich die Dateien zu den Stadtrundgängen am besten im heimischen WLAN herunterladen.

Eine der Führungen mit dem Titel "Mord im Kaiserdom" begleitet Berthold den Wundarzt auf seiner Spurensuche. Es gilt, ein Verbrechen aufzudecken und den Täter dingfest zu machen. Hinter "Frankfurter Spezialitäten" verbirgt sich nicht nur eine historische, sondern auch eine kulinarische Zeitreise.

Frankfurt aus Sicht des Patriziers Stalburg

"Frankfurt - Glanz und Gloria" zeigt die Stadt aus der Sicht des Patriziers Claus Stalburg. "Ich möchte Sie zu einem Ort führen, der mir besonders am Herzen liegt." Mit diesen Worten lotst Stalburg seine Besucher zum Karmeliterkloster. An jeder Station bekommt man kurze Geschichten erzählt. Im Karmeliterkloster, dem heutigen Institut für Stadtgeschichte, fand Stalburg nicht nur seine letzte Ruhestätte. Er stiftete auch das kunstvolle Wandgemälde im Kreuzgang des alten Klosters.

"Ich möchte Ihnen die Südwand des Kreuzganges zeigen. Ist das nicht wunderschön? Ich stiftete die Malerei 1514. Die Malerei wurde von dem sehr talentierten Maler Jörg Rathgeb ausgeführt. Sie zeigt das biblische Motiv der Anbetung der Könige", informiert Stalburg als Stadtführer per Smartphone.

Puzzle-Stückchen als Belohnung

An jeder Station muss man kleine Aufgaben lösen. Mal gilt es, Preise im Mittelalter richtig zu schätzen, dann muss man das Wappen der Stalburgs fotografieren. Nach und nach verdient man sich so verschiedene Teile eines Kunstwerkes, das sich auf dem Handy-Bildschirm zusammenfügt. Das Kunstwerk, der Hausaltar der Stalburgs, bildet Claus Stalburg und seine Frau ab. Das Original hängt im Städel.

Claus Stalburg der Reiche und seine Frau Margarethe vom Rhein

"Es war uns ein Anliegen, das Frankfurt im Mittelalter keineswegs nur als das dunkle Mittelalter darzustellen", betont Gabriele Annas. Vielmehr gehe es darum, auf Wurzeln unseres heutigen Lebens aufmerksam zu machen. Das gelingt mit den fünf Stadtrundgängen auf durchaus amüsante Weise.

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 3.12.2019, 9:20 Uhr