Game: A Cube's Tale
Screenshot aus dem Spiel "QB - A Cube's Tale": Es gilt, mit dem schwarzen Würfel auf das schwarze Zielfeld zu kommen. Bunte Würfel versperren den Weg oder helfen beim Vorankommen. Bild © Stephan Göbel

Hoher Suchtfaktor, klares Design, einleuchtende Spielidee: Das Handygame "QB - A Cube's Tale" des Kasseler Programmierers Stephan Göbel könnte zu einem modernen Klassiker werden. Entwickelt hat er es in seiner Freizeit.

Manchmal können einfache Spiele die Menschen stundenlang fesseln - wie das Computerspiel "Tetris". Hier muss der Spieler verschieden geformte Steine so drehen, dass sie eine horizontale Linie bilden, während sie vom oberen Rand des Spielfelds nach unten fallen. Das Spiel von 1984 ist ein Klassiker, das über 100 Millionen Mal verkauft wurde.

Externer Inhalt
Ende des externen Inhalts

Ob das Smartphone-Spiel "QB - A Cube's Tale" des Kasseler Informatikers Stephan Göbel das Zeug zum Klassiker hat, wird sich zeigen. Das Spielprinzip ist simpel und zumindest ebenso fesselnd wie bei "Tetris": Der Spieler muss mittels Wischbewegungen einen schwarzen Würfel an bunten Würfeln mit unterschiedlichen Funktionen vorbei ans Ziel bringen.

Von Level zu Level wird die Aufgabe schwieriger (siehe Infobox). Auch die Jury des Deutschen Computerspielpreises (DCP) hat es überzeugt: Das Strategiespiel ist in der Kategorie "Bestes Mobiles Spiel" nominiert.

"Ein-Mann-Entwicklerstudio"

Weitere Informationen

Gala zum DCP

Die Gewinner der 14 Kategorien des Deutschen Computerspielpreises werden am 10. April in München bekannt gegeben. Im vergangenen Jahr ging der Hauptpreis des DCP nach Frankfurt.

Ende der weiteren Informationen

Entstanden ist "QB" in Göbels Freizeit - neben seiner Arbeit bei einer Kasseler Werbeagentur, wo er seit 2014 Apps programmiert. "Ich bastle zu Hause immer mal wieder an Spiele-Prototypen", erzählt er. "Die meisten schmeiße ich aber wieder weg, weil ich merke, dass ich etwas nicht bedacht habe oder es nicht wirklich Spaß macht."

Bei "QB" war schnell klar: Die Mechanik funktioniert bestens und der Spaßfaktor ist hoch. "Ich bin bei Freunden rumgehangen und habe sie probespielen lassen", sagt der 35-Jährige. "Die fanden es genial, also war ich hochmotiviert und habe weitergemacht, quasi als Ein-Mann-Entwicklerstudio."

"Anstrengendes Jahr"

Entwickler Stephan Göbel
Stephan Göbel Bild © privat

Was folgte, war "ein eher anstrengendes Jahr", resümiert der zweifache Familienvater. "Meine Lebensgefährtin hat mir glücklicherweise die nötigen Freiräume geschaffen. Meistens habe ich mich abends hingesetzt, wenn die Kinder im Bett und die wichtigsten Dinge des Tages erledigt waren." Ab und zu habe er sich auch übers Wochenende eingeschlossen und durchgearbeitet. Dann wieder waren längere Pausen nötig, "wenn ich merkte, ich bin nicht mehr produktiv".

Knifflig sei neben der Mechanik die Grafik gewesen: "Das ist halt nicht meine Kompetenz", sagt er, "also musste ich eine Alternative zu einer aufwendigen Grafik finden." Als er dann merkte, dass alles in eine gute Richtung ging, habe er angefangen, Werbung für sein Spiel zu machen und es zu Games-Reviewern zu schicken.

Schon einmal gewonnen

Game: A Cube's Tale
Screenshot aus einem höheren Level. Bild © Stephan Göbel

Schließlich reichte er "QB" für den DCP ein - den er übrigens schon einmal gewonnen hat: 2012 war das, in der Kategorie "Bestes Nachwuchskonzept" für das ehemalige Studentenprojekt "Love, Hate & the other ones", das er zusammen mit zwei Kommilitonen entwickelt hatte.

"Das hat mir damals schon gut gefallen", schmunzelt er, "dass wir zur Gala eingeladen waren und das ganze Drumherum." Jetzt könnte es wieder so weit sein: Am 10. April werden die Gewinner der 14 Kategorien des DCP bei einer festlichen Gala in München bekannt gegeben.

Weitere Informationen

Smartphone-Game "QB": So spielt es sich

"QB - A Cube's Tale" ist ein Puzzlespiel. Es besteht aus inzwischen 80 Leveln. Ziel ist es, durch Wischbewegungen einen schwarzen Würfel zu einem schwarz markierten Zielort zu bringen. Der Weg besteht zum Großteil aus schwebenden weißen Würfeln. Farbige Quadrate stellen verschiedene Herausforderungen dar, die der Spieler bewältigen muss: Betritt man zum Beispiel ein rotes Quadrat aus der falschen Richtung, bricht ein Teil der Route weg. Blaue Quadrate katapultieren den Spieler schon mal in eine Sackgasse. Grüne Quadrate helfen, weiße zu verschieben.
Die ersten Level sind noch sehr einfach, später wird der Weg komplexer, so dass der Spieler seine Züge besser planen muss. Die Lernkurve ist gut durchdacht, die Bandbreite an Würfeln steigert sich angemessen. So wird der Spieler nicht oder kaum frustriert - obwohl man Züge nicht rückgängig machen kann.
Das Design ist minimalistisch, aber liebevoll: So bleiben zum Beispiel kleine Stückchen liegen, wenn ein Würfel zerspringt. Dasselbe gilt für die Musik: Sphärische Klänge untermalen "QB".
Fazit: Ein Spiel mit hohem Suchtpotenzial, das strategisches Denken und räumliche Vorstellungskraft schult und durch sein liebevolles Design aus der Masse an Handyspielen herausragt.

Ende der weiteren Informationen