Max Hollein
Max Hollein Bild © picture-alliance/dpa

Von Frankfurt über San Francisco nach New York: Max Hollein wird Direktor des Metropolitan Museum of Art. Den langjährigen Chef von Städel-Museum, Schirn und Liebieghaus erwarten einige Probleme.

Max Hollein wird Leiter des New Yorker Metropolitan Museum of Art. Das beschloss das Kuratorium des Museums am Dienstagnachmittag in New York, wie die "Welt" am Mittwoch berichtete. Hollein war lange Jahre Direktor des Städel-Museums, der Schirn-Kunsthalle und des Liebieghauses in Frankfurt gewesen.

Der 48-Jährige tritt im Sommer dieses Jahres die Nachfolge von Thomas Campbell an. Hollein war erst im Juni 2016 nach seiner Tätigkeit in Frankfurt als Direktor an die Fine Arts Museums von San Francisco berufen worden. Nach seinem kurzen Gastspiel übernimmt Hollein nun mit dem "Met" die Verantwortung für das größte Museum der USA.

Zu dem Universalmuseum mit dem Stammhaus am Central Park gehören als Zweigstellen auch das 2016 eröffnete Museum Met Breuer im ehemaligen Whitney Museum an der Madison Avenue und die Cloisters mit Kirchenkunstschätzen aus dem Mittelalter.

Defizit und Raubkunst-Verdacht

Nach Recherchen der "New York Times" leidet das Museumsimperium aber auch unter einem Defizit von 12 Millionen Euro. Zudem tritt Hollein sein Amt in einer Zeit an, in der die öffentliche Empfindlichkeit, was die Herkunft der Sammlungen betrifft, mächtig gewachsen ist.

Weit über neunzig Prozent der Bestände kamen laut der Zeitung aus Privatbesitz ins Haus, mit meist unaufgearbeiteten Provenienzen. Auch habe sich das "Met" nicht vorbildlich verhalten, wenn es um die Rückgabe erwiesener Raubkunst geht. Zumindest in der Vergangenheit habe es sich bei einigen Streitfällen viel Zeit gelassen und sämtliche juristische Möglichkeiten ausgeschöpft.

Bedauerter Weggang

Der Kunsthistoriker Hollein hatte 15 Jahre lang die Schirn Kunsthalle und später auch das Städel sowie die Liebieghaus Skulpturensammlung geleitet. Die Museen machten unter seiner Führung immer wieder mit spektakulären Ausstellungen von sich reden, etwa zu Raffael, Dürer oder Monet. Seinen Weggang hatte Kunstminister Boris Rhein (CDU) als "echten Schlag für den Kulturstandort Frankfurt und Hessen" bezeichnet.

Sendung: hr-iNFO, 11.04.2018, 6.00 Uhr