Faisal Kawusi
Brachte Erkenntnisse aus dem katholischen Kloster mit: Comedian Faisal Kawusi. Bild © Nicolas Grehl

In der neuen hr-Doku "Was geht, Hesse?!" erkunden drei Künstler mit Migrationshintergrund Hessen. Einer davon ist der deutsch-afghanische Comedian Faisal Kawusi. hessenschau.de hat ihn nach seiner wichtigsten Erkenntnis gefragt.

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Er ist ein hessischer Bub mit afghanischen Wurzeln: Der Comedian Faisal Kawusi kam 1991 in Groß-Gerau auf die Welt und wuchs in Mörfelden-Walldorf auf. "Ich erzähle aber jedem, ich sei in Frankfurt geboren", sagt Kawusi und lacht. "Mörfelden-Walldorf kennt ja kein Mensch."

Im neuen hr-Format "Was geht, Hesse?!" geht er zusammen mit der bulgarischen "No Angels"-Sängerin Lucy Diakovska und dem griechisch-deutschen Comedian Costa Meronianakis auf Tour durch Hessen - und muss dabei abenteuerliche Aufgaben erledigen.

"Passagen klangen wie Übersetzung des Korans"

So besucht der Muslim Kawusi das katholische St. Bonifatiuskloster in Hünfeld inklusive Morgengebet und Beichtstuhl. Er bastelt Drachen mit dem dreifachen deutschen Meister im Drachenbau, entdeckt im Raunheimer Waldsee sein Wakeboarding-Talent und wird schließlich Rettungsschwimmer.

Seine wichtigste Erkenntnis vom Dreh: "Christentum und Islam sind sich näher sind als man glaubt. Im Kloster war ich bei einem Morgengebet dabei und habe gemerkt, dass es viele Passagen gibt, die klangen wie die deutsche Übersetzung des Korans. Das war krass. Ich habe mich gefragt, wofür wir uns eigentlich jahrhundertelang bekriegt haben - dafür, dass wir das gleiche glauben und nur eine andere Sprache sprechen?"

Das sei auch das, was er in seinem Comedy-Programm auf der Bühne predige, sagt Kawusi: "Wir machen den Fehler, dass wir in den Kulturen immer nach Verschiedenheiten suchen. Die sind zwar da, aber letztendlich sollten wir eher nach den Gemeinsamkeiten suchen."

Was geht, Hesse?!
Auf Tour durch Hessen (v.l.n.r.): Lucy Diakovska, Faisal Kawusi und Costa Meronianakis. Bild © HR/Ben Knabe

"Drachensteigen lassen mit Vater war cool"

Kawusis schönstes Erlebnis: Zu sehen, wie sein 1989 aus Afghanistan geflohener Vater einen Drachen steigen lässt. "Wir haben ja mit einem Drachenexperten gedreht, der auch weltweit unterwegs ist", erzählt er. "Der hat es aber nicht hinbekommen, den Drachen ohne Wind hochzukriegen. Als ich gesehen habe, wie mein Vater das ganz problemlos macht, das war schon cool."

Sein Vater habe ihm oft erzählt, wie er als Kind in Afghanistan habe Drachen steigen lassen, eine alte Tradition, die im Roman "Drachenläufer" des afghanisch-amerikanischen Schriftstellers Khaled Hosseini verewigt ist. In Deutschland habe der Vater seine Kinder schon immer daran teilhaben lassen wollen - jetzt sei es endlich soweit gewesen.

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Infos zur Sendung

Die drei Teile von "Was geht, Hesse?!" laufen am 20. und 27. Februar sowie am 6. März jeweils um 21.45 Uhr im hr-fernsehen. Kawusis Mitstreiterin Lucy Diakovska beweist sich darin unter anderem beim Einsatz auf einem Schrottplatz in Wölfersheim und Mitstreiter Costa Meronianakis kämpft gegen seine Taubenphobie im Zoo. Wer Kawusi wiederum live sehen will: Aktuell steht der gelernte Bankkaufmann mit seinem Programm "Glaub nicht alles, was du denkst" solo bundesweit auf den Bühnen.

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