Wolf-Gäng-Dreh in Alsfeld

Selten war mehr Hessen in einem deutschen Kinofilm: Braunfels, Büdingen und Marburg dienten als Kulisse für den Fantasy-Streifen "Die Wolf-Gäng", der jetzt startet. Besonders gut kommt das Städtchen Alsfeld weg.

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Hessen als Fantasy-Kulisse
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Mit magischen Welten kennt Hessen sich aus, haben hier doch die Brüder Grimm gelebt, die vielleicht berühmtesten Märchensammler der Welt. Klar also, dass vor allem die vielen mittelalterlichen hessischen Städtchen eine perfekte Kulisse für einen Fantasy-Film abgeben.

Und so war das Team des Kinderfilms "Die Wolf-Gäng" im Jahr 2018 für insgesamt 40 Drehtage zu Gast in Hessen: Marburg, Büdingen, Lauterbach, Schloss Braunfels dienten als Kulisse, mit satten 21 Tagen war die Vogelsberger Gemeinde Alsfeld sogar Hauptdrehort. Am 23. Januar kommt der Streifen ins Kino.

In Alsfelder Marktplatz verliebt

Auf der Suche nach Drehorten habe sich das Team sofort in den dortigen Marktplatz verliebt, sagte Christian Becker, der Chef der Produktionsfirma Rat Pack, während der Dreharbeiten im Spätsommer 2018.

Wolf-Gäng-Dreh in Alsfeld

Im fertigen Film kommt der Alsfelder Marktplatz dann auch ganz groß raus: Er wird zum Zentrum der magischen Kleinstadt Crailsfelden und zum Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Der 13-jährige Vampir Vlad (Aaron Kissiov) zieht mit seinem Vater Barnabas (Rick Kavanian) nach Crailsfelden, um die berühmte Zauberschule "Penner-Akademie" zu besuchen.

Gleich der erste Tag an der neuen Schule ist allerdings ein Desaster, denn es stellt sich heraus, dass ausgerechnet Vlad kein Blut sehen kann. Doch Vlad ist nicht allein: Jungelfe Faye (Johanna Schraml) hat Flugangst und Werwolf Wolf (Arsseni Bultmann) hat eine Tierhaarallergie.

Showdown im aufgepeppten Weinhaus

Bald stellen die drei Außenseiter fest, dass der Bürgermeister Louis Ziffer (Christian Berkel) und seine Sekretärin Frau Circemeyer (Sonja Gerhardt) ein diabolisches Spielchen spielen, das die Freunde unbedingt stoppen müssen.

Amtssitz des Stadtoberhaupts ist im Film allerdings nicht das echte Rathaus, das Wahrzeichen Alsfelds. In "Die Wolf-Gäng" ist es das benachbarte Weinhaus, das die Requisite mit Säulen und einem riesigen digitalen Turm ausstattete. Hier kommt es am Ende auch zum Showdown.

Vergleich mit Harry Potter herausgefordert

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Bleibt die Frage, ob sich der Gang ins Kino auch für die Menschen lohnt, die nicht in besagten Städten wohnen. Seitdem die Harry-Potter-Romane die Buchläden und die dazugehörigen Filme die Kinos eroberten, müssen sich Fantasy-Filme quasi automatisch mit diesem Universum messen.

Durch das Setting fordert "Die Wolf-Gäng" einen Vergleich auch geradezu heraus: Da ist eine berühmte Zauberschule, da sind drei Außenseiter (ein irgendwie Auserwählter, ein kluges Mädchen, ein trotteliger Kumpeltyp), da ist ein weißblonder Schultyrann, da ist ein Hausmeister, der nicht richtig zaubern kann.

Für Kinder kurzweilig

Technisch kann die "Die Wolf-Gäng" durchaus mithalten, und die mittelalterlichen Drehorte sind wie gemacht für einen Fantasy-Film. Anders als in der Vorlage sind die Charaktere aber zu oberflächlich gezeichnet, um wirklich mitreißend zu sein. Selbst alte Schauspiel- und Comedy-Hasen wie Rick Kavanian, Axel Stein oder Christian Berkel bleiben eher blass. Nur Sonja Gerhardt als Hexe Circemeyer sticht als echtes Highlight heraus.

Dass die Geschichte trotzdem kurzweilig ist, liegt daran, dass sie spannend inszeniert ist. Zudem hat Regisseur Tim Trageser Slapstick-Momente eingebaut, die bei kleineren Zuschauern gut funktionieren dürften. Kinder zwischen etwa 7 und 12 Jahren werden ihren Spaß haben und sich an der ein oder anderen Stelle auch mal gruseln.

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Drehorte des Films

In Alsfeld war ein Teil der Innenstadt Filmkulisse: Am Rossmarkt beispielsweise befindet sich Vlads und Barnabas' Wohnhaus. In dem leerstehenden Ladengeschäft richtete die Crew einen Antiquitätenladen und ein Kinderzimmer ein. Zu sehen sind unter anderem auch der Kirchplatz mit Walpurgiskirche, die Untergasse, die Untere Fulder Gasse oder der eigentlich etwas versteckte Grabbrunnen.

In Lauterbach (Vogelsberg) wurde in der ehemaligen Villa Wegener gedreht. Im Film wohnt hier Hannapel, der Hausmeister der Penner-Akademie (gespielt von Axel Stein). Kulisse für einige Innenaufnahmen aus der Akademie war die Alte Aula der Alten Universität in Marburg. Weitere Innenaufnahmen entstanden in Schloss Braunfels (Lahn-Dill).

Das Jerusalemer Tor, das Wahrzeichen der Stadt Büdingen (Wetterau), wird im Film zum Tor nach Crailsfelden.

Der Film basiert lose auf der gleichnamigen Romanreihe von Wolfgang Hohlbein. Er wurde mit 950.000 Euro von der Fördergesellschaft HessenFilm unterstützt.

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 12.01.2020, 19.30 Uhr