Ein Model läuft mit Stoffmaske bei der Show von Neonyt bei der Mercedes-Benz Fashion Week im Kraftwerk Berlin.

Laufstegshows in der Festhalle, die Stadt als Bühne und eine neue Teilmesse für junge Mode: Die Veranstalter der Frankfurter Fashion Week haben weitere Details zu ihrem Konzept bekanntgegeben - ehrgeizige Ziele inklusive.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fashion Week: Stadt Frankfurt soll Bühne für die Mode werden

Berlin: Models präsentieren die Kollektion von "Neonyt" im E-Werk.
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Die Fashion Week in Frankfurt soll vor allem eines werden: nachhaltiger als ihre Vorgängerin in Berlin. Zwar galten die Berliner Teilmesse Neonyt und zuvor der Greenfashionroom schon seit einer Dekade als Vorreiter für grüne Mode, in Frankfurt soll Nachhaltigkeit nun aber erstmals für alle Teilmessen der Fashion Week zum Standard werden.

Bei der Präsentation des Konzepts für die Modemesse vom 5. bis 9. Juli 2021 kündigte Veranstalterin Anita Tillmann am Mittwoch an, dass alle Aussteller mindestens fünf der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen umsetzen und dies auch belegen müssen. 2023 sollen es dann alle Ziele sein.

Zweitschmutzigste Industrie der Welt

Die Messeveranstalter holten die Vereinten Nationen auch gleich als Partner ins Boot: Die Messe sei eine Chance, die Modeindustrie zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen, sagte der Botschafter und Stellvertreter Deutschlands bei der UN, Günter Sautter.

Bislang ist die Modebranche mit ihren schnelllebigen Saisons einer der Haupttreiber des Klimawandels. Sie gilt als die zweitschmutzigste Industrie der Welt. Allein durch die Herstellung und den Transport von Kleidung und Schuhen entstehen einer Studie der Weltbank zufolge rund zehn Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase. Bis zur Klimaneutralität hat die Branche also noch einen langen Weg vor sich.

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Neue Teilmesse "The Ground"

Der Geschäftsführer der Frankfurter Messe, Detlef Braun, plant bereits ambitioniert die "Transformation der gesamten Textil- und Modeindustrie zu einer effizienten und nachhaltigen Industrie". Er versprach: Die Messe werde die nachhaltige Agenda konsequent umsetzen, ob bei Konferenzen oder Laufstegshows. Außerdem werde ein neuer Preis für Nachhaltigkeit verliehen.

Mit "The Ground" planen die Veranstalter außerdem eine neue Teilmesse für junge Mode. Anders als bei den Messen "Premium", "Neonyt" und "Seek" - den Teilmessen, die von Berlin nach Frankfurt wechseln werden - stünden bei "The Ground" komplette Marken statt einzelner Produkte im Vordergrund. Wie genau das aussehen soll, blieb offen.

Festhalle wird zum Catwalk

Die Stadt Frankfurt rechnet mit 2.000 Modemarken und 140.000 Besuchern. Laufstegshows sollen unter anderem in der Festhalle Frankfurt stattfinden. Dafür sei die Produktionsfirma "Untitled Project" engagiert worden.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) plant, nebenbei die komplette Stadt in eine Bühne zu verwandeln. Zeitgleich mit der Fashion Week werde die "Skater Week", ein "Skateboard-Festival mit Kunst, Musik und Party" stattfinden. Hier komme, so Frank, "exemplarisch alles zusammen", was die Kreativbranche zu bieten habe.

Dass eine weltweite Pandemie herrscht, könnte man angesichts dieser Präsentation glatt vergessen. Er sei zuversichtlich, dass die Messe trotz Corona analog besucht werden könne, sagte Wirtschaftsdezernent Frank. In den vergangenen Monaten habe die Messe bereits passende Konzepte entwickelt. Und womöglich seien bis zum Sommer ja auch die Impfungen vorangeschritten.

Sendung: hr-iNFO, 02.12.2020, 15 Uhr