Alyssa und zwei Frauen posieren mit Sonnenbrillen

Macho-Gesten und sexistische Texte: Im Rap und Hip-Hop geben immer noch oft Männer den Ton an. Doch immer mehr Frauen verschaffen sich Gehör. Eine von ihnen ist die Frankfurterin Alyssa.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frauen melden sich im Deutschrap lautstark zu Wort

Alyssa mit Basketball
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"Hip-Hop ist sehr männerdominiert und deswegen muss man als Frau besonders selbstbewusst sein und darf nichts mit sich machen lassen", sagt Alyssa. Die junge Musikerin aus Frankfurt gehört zu den Newcomerinnen der deutschen Hip-Hop-Szene. Ein Genre, das noch immer sehr männlich geprägt ist, mit Songs, die voll sind von frauenfeindlichen Zeilen. "Wenn ich mit meinen Mädels Musik höre und wir hören dabei frauenverachtende Texte, dann denken wir da im ersten Moment nicht so drüber nach", sagt Alyssa. "Aber wenn jetzt ein Rapper eine Frau erniedrigt, dann ist das genau das Gegenteil davon, für was ich stehe."

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Frau lächelt in Kamera
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Kommunikation auf die "coole" und "freshe" Art

Alyssa steht für Empowerment - die positive Botschaft im Hip-Hop. Diese Kraft hat sie schon als Kind in den Bann gezogen. "Als ich gesehen habe, wie die Leute gefreestylet haben auf dem Schulhof, hat mich das sehr fasziniert. Das war eine Art von Kommunikation - auf coole Art und Weise, auf freshe Art und Weise."

Auch Alyssas Texte sind "fresh", es geht um Liebe und Social Media, um Sex und komplexe Beziehungen. Songs zu schreiben sei für sie auch eine Art Therapie. "Wenn ich jetzt stark verliebt bin oder stark verletzt, dann muss ich das irgendwie rauslassen." Mit ihrer Musik trifft sie das Lebensgefühl junger Frauen, die sich im männlich dominierten Rap nicht unbedingt wiederfinden.

Sexismus ist kein Kavaliersdelikt

Mehr weibliche Stimmen im Hip-Hop, dafür setzt sich auch Lina Burghausen ein. Sie ist Bloggerin und Musikpromoterin. Dass Frauen mit Hip-Hop nichts anfangen können, hält sie für ein Vorurteil. Um dem zu begegnen, hat Lina Burghausen einen Blog gestartet mit dem Titel "365 female MCs". Hier stellt sie jeden Tag eine Rapperin vor. Im letzten Jahr hat sie auch ein Musiklabel gegründet - nur für Rapperinnen.

Ihr Fokus auf Frauen kam aber erst mit der Zeit, gibt Burghausen zu. "Ich habe bestimmt 15 Jahre gebraucht von dem Moment an, als ich Hip-Hop-Fan wurde, bis mir bewusst wurde, dass es wirklich ein Sexismus-Problem gibt in der Szene." Wie in der Gesellschaft so werde auch in der Hip-Hop-Szene Sexismus immer noch als Kavaliersdelikt gesehen.

"Mir macht es Spaß, zurückzuschießen"

Schlechte Erfahrungen als Frau im Hip-Hop-Business, davon kann auch die Frankfurter Musikerin Alyssa berichten. "Das fängt schon damit an, wenn du ins Studio gehst, dass du klar machen musst: Ich bin hier zum Aufnehmen und nicht zum Kennenlernen."

Alyssa will mit ihrer Musik klar zum Ausdruck bringen, was sie stört. Das ist für sie "female empowerment". Bei ihr kriegt auch mal der Mann sein Fett weg - als Freund und Liebhaber. Alyssa kennt da keine Tabus: "Mir macht es viel Spaß, zurückzuschießen - ohne darüber nachzudenken, was ich sagen darf. Im echten Leben bin ich ja auch so."

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Sendung: hr2, 15.01.2021, 17.20 Uhr