Frau posiert auf dem roten Teppich für die Fotografen

Auf einer Gala in der Alten Oper Frankfurt sind die 30. Hessischen Film- und Kinopreise verliehen worden - mit viel Prominenz. Einen Sonderpreis erhielt die hessische Starregisseurin Caroline Link.

Unter den Gästen der glamourösen Veranstaltung waren unter anderem die Schauspieler Jürgen Prochnow ("Das Boot") und David Bennent ("Die Blechtrommel") sowie die Schauspielerin Ursula Karven, die man unter anderem aus zahlreichen Krimi-Serien und Fernsehfilmen kennt.

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"Es war ein großartiger Abend mit vielen spannenden Eindrücken und interessanten Gesprächen", sagte die hessische Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) als Gastgeberin, die im grünen Abendkleid erschienen war. "Wir haben heute die harte Arbeit und die Leidenschaft gewürdigt, mit der sich Menschen jeden Tag für den Film und das Kino engagieren."

Ehrenpreis für Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Weitere Informationen

Hessischer Filmpreis 2019

Stars und Geschichten in der Alten Oper.
hr-fernsehen, Sonntag, 20. Oktober, 18.30 Uhr, Moderation: Holger Weinert und Monika Kullmann

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Der Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten ging an das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF) in Frankfurt und damit erstmals nicht an eine Person. Regierungschef Volker Bouffier (CDU) sagte: "Das DFF verbindet die Verantwortung für das Bewahren und wissenschaftliche Erforschen mit den Herausforderungen digitaler Realitäten." Seit 70 Jahren würdige es den Film und alles was ihn ausmacht, begründete der Ministerpräsident die Entscheidung.

Der Newcomerpreis der Kunstministerin ging an die Regisseurin und Drehbuchautorin Maryam Zaree für ihr Erstlingswerk "Born in Evin". Darin erzählt die 36-Jährige die Geschichte ihrer Geburt in einem iranischen Gefängnis. "Mit ihrem Film gewährt sie Einblicke in persönliche Abgründe", sagte Dorn. Durch die Anreicherung ihrer filmischen Spurensuche mit humorvollen und selbstironischen Sequenzen gelinge es der Autorin, die Balance zwischen tragischen und warmen Momenten zu schaffen.

Geschwistersaga bester Spielfilm

Als bester Spielfilm wurde "Bruder Schwester Herz" von Tom Sommerlatte ausgezeichnet. Er erzählt die Geschichte eines Geschwisterpaares, das die Rinderzucht seines pflegebedürftigen Vaters weiterführt und auf der Suche nach dem eigenen Weg zunehmend unter persönliche Spannungen gerät.

Den Preis als bester Dokumentarfilm bekam "Why are we creative?". Filmautor Hermann Vaske erzählt darin von seinem Projekt, bei dem er 30 Jahre lang bekannte Persönlichkeiten nach dem Ursprung ihrer Kreativität befragte.

Bading und Ochsenknecht bester Schauspielerin und Schauspieler

Mit dem Hessischen Fernsehpreis als beste Schauspielerin wurde Emma Bading für ihre Rolle in dem Film "Play" geehrt. Sie verkörpert darin eine Jugendliche, die sich in ihrer Einsamkeit in der Welt eines Computerspiels verliert und mehr und mehr den Bezug zur Realität verliert.

Den Hessischen Fernsehpreis als bester Schauspieler bekam Uwe Ochsenknecht für seine Rolle in dem Sechsteiler "Laubaule & Erben" nach einer Idee von Harald Schmidt. Darin spielt Ochsenknecht den Erben eines Zeitungsimperiums, eine Welt, zu der er bislang keinerlei Bezug hatte und in der er sich gegen Intrigen und Veränderungsdruck behaupten muss.

Sonderpreis für Starregisseurin Caroline Link

Einen Sonderpreis erhielt die in Bad Nauheim geborene Oscar-Preisträgerin Caroline Link. Die Starregisseurin ("Nirgendwo in Afrika") wurde für ihre Verfilmung der Autobiografie "Der Junge muss an die frische Luft" von Hape Kerkeling geehrt. Der Film schaffe eine berührende Nostalgie, die aber nie kitschig sei und stets den richtigen Ton treffe, urteilte die Jury.

Als bester Kurzfilm wurde außerdem "See der Freude" von Aliaksei Paluyan ausgezeichnet, der Hessische Drehbuchpreis ging an Frauke Lodders für "Am Ende des Sommers, den Hessischen Hochschulfilmpreis erhielt Joschua Keßler für seinen Abschlussfilm "Pech und Schwefel". Preisgelder wurden außerdem an zahlreiche gewerbliche und nichtgewerbliche Kinos in Hessen vergeben.

Die Hessischen Film- und Kinopreise werden jährlich vom Land als Förderpreise und Auszeichnungen für Filmemacher und Kinobetreiber verliehen. Die Vergabe erfolgt durch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit der Hessischen Filmförderung.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 18.10.2019, 21.45 Uhr