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Audioseite 32. Hessischer Film- und Kinopreis in Offenbach verliehen

Alle Preisträger und Mitwirkenden stehen nach der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises 2021 auf der Bühne.

Der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten für Regisseur Volker Schlöndorff und die Auszeichnung von Lisa Bierwirths "Le Prince" als bester Spielfilm: Das waren die Höhepunkte der 32. Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises.

Eine festliche Gala mit rund 350 Gästen war diesmal möglich: Am Freitagabend ist der 32. Hessische Film- und Kinopreis verliehen worden - nach einjähriger Corona-Pause wieder in Präsenz im Offenbacher Capitol.

"Wir haben eines der härtesten Jahre für die Filmbranche hinter uns", sagte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Die Grünen). "Aber wir haben in der Pandemie auch gesehen, wie wichtig die Geschichten und die Bilder sind, die Filme uns vermitteln."

Ehrenpreis für Regisseur Volker Schlöndorff

Einer der Höhepunkte bei der diesjährigen Verleihung war der Ehrenpreis des hessischen Ministerpräsidenten für Regisseur Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel"): Dieser sei ein "großer intellektueller Geist in unserem Land, der so leidenschaftlich die Belange der Filmkultur vertritt", würdigte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) den 82-Jährigen.

Volker Schlöndorff wird von einer Kamera gefilmt

Mit Schlöndorff werde einer der berühmtesten hessischen Filmschaffenden geehrt, dessen Bedeutung für den deutschen Film unschätzbar sei. Der gebürtige Wiesbadener hat bereits zahlreiche internationale Auszeichnungen bekommen, darunter einen Oscar und eine Goldene Palme.

Gewinner der Kategorie Spielfilm: Lisa Bierwirths "Le Prince"

Der mit 20.000 Euro dotierte Hessischen Filmpreis in der Kategorie Spielfilm ging an Lisa Bierwirth für ihren Film "Le Prince". Dieser erzählt von der Begegnung einer Frankfurter Kuratorin und einem kongolesischen Geschäftsmann, die sich gegen alle äußeren Widerstände und Vorurteile verlieben. Es geht um postkoloniale Strukturen und Machtverhältnissen in einer europäisch-afrikanischen Beziehung.

Regisseurin Lisa Bierwirth spricht bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises 2021, nachdem sie den Preis für ihren Film "Le Prince" erhielt.

In ihrer Rede dankte sie vor allem ihrer Mutter Susanne und deren ehemaligem Mann, die die Inspiration für diesen Film gewesen seien. "Ein mutiges Paar", so Bierwirth. Die Jury würdigte den Film als "bilderstarke und berührende Geschichte eines Culture Clash in einem spannend porträtierten Frankfurt zwischen Halbwelt und Kultur-Schickeria".

Dokumentation über Frauen in Syrien ausgezeichnet

In der Kategorie Dokumentarfilm ging die Auszeichnung an "The Other Side of the River" von Antonia Kilian. Darin geht es um das Ringen von Frauen um ihre Rechte auf ein selbstbestimmtes Leben in der syrischen Kultur. Auch dieser Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Als bester Kurzfilm wurde "Der Lokführer" ausgezeichnet. Den Hessischen Hochschulfilmpreis erhielt die "Kafka-Konferenz" von Tobias Sauer von der Kunsthochschule Kassel.

Bester Newcomer aus Belarus: Aliaksei Paluyan

Bei der Gala, durch die hr-Moderatorin Bärbel Schäfer und der Frankfurter Schauspieler, Drehbuchautor und Komödiant Rainer Ewerrien führten, wurden noch eine Reihe weiterer Preise vergeben:

Aliaksei Paluyan beim Hessischen Film- und Kinopreis 2019

Der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis ging an den aus Belarus stammenden Regisseur Aliaksei Paluyan, der 2012 nach Kassel zog, um Regie zu studieren. Sein aktueller Dokumentarfilm "Courage" zeigt den Protest der Menschen in Belarus gegen den Machthaber Alexander Lukaschenko.

Für ihre Schauspielleistung wurden Britta Hammelstein und Jens Harzer gewürdigt: Hammelstein bekam den Hessischen Fernsehpreis als beste Schauspielerin für ihre Rolle in "Heute stirbt hier Kainer". Harzer wurde bester Schauspieler in "Ruhe! Hier stirbt Lothar" ausgezeichnet. Der Fernsehpreis ist undotiert.

Gala im kleinen Rahmen

Wegen der Corona-Pandemie fand die Verleihung in kleinerem Rahmen statt als sonst. 2020 Jahr hatte die Gala ganz ausfallen müssen, nachdem sie in Vorjahren glanzvoll in der Alten Oper in Frankfurt über die Bühne gegangen war. Die Hessischen Film- und Kinopreise werden seit 1990 jährlich verliehen.

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