Zeichnung

Vor hundert Jahren gingen Frauen auf die Straße, um ihr Wahlrecht zu erstreiten. In dieser aufwühlenden Zeit spielt die Geschichte von vier Mädchen, denen die doofe "Woschtfettbande" das Leben vermiest. "Frankfurt 1918 - Heraus aus der Finsternis" ist eine vergnügliche Graphic Novel.

Käthe ist ein kleiner Wildfang. Sie spielt lieber Klickerles statt zu hickeln - spielt also lieber mit Murmeln, als auf einem Bein durch ein Kreidekreuz zu hüpfen. Das eine ist für Jungs, das andere für Mädchen. So war das damals, vor hundert Jahren. Der Erste Weltkrieg ist beendet ist, die Novemberrevolution von 1918 hat zur Ausrufung der Republik geführt und Kaiser Wilhelm II. hat abgedankt. Zum ersten Mal gehen Frauen auf die Straße, um endlich auch wählen zu können. Es brodelt in der jungen Republik, und Frankfurt bleibt davon nicht unberührt.

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Käthe und ihre drei Freundinnen Jenny, Jossi und Franzi finden das alles aufregend und spannend. Es tut sich was. Sie bewundern diese mutigen Frauen. Sie haben aber auch tiefen Respekt vor den Frauen, die während des Krieges arbeiten gehen mussten, um ihre Familie durchzubringen. Durch die Rückkehr der Männer sind sie nun von Arbeitslosigkeit bedroht.

"Eine Geschichte für Kinder erzählen Käthe und ihre Freundinnen besser als etwa die damaligen Frauenpersönlichkeiten Tony Sender und Johanna Tesch", so der Autor Christopher Tauber, der die Graphic Novel zusammen mit der Zeichnerin Annelie Wagner geschrieben hat. "Die vier Mädchen durchleben Gefühle, die Kinder kennen. Gleichzeitig sind auch die Sorgen der Erwachsenen leichter verständlich."

Ätzende Jungs machen ihnen das Leben schwer

Was Käthe überhaupt nicht ausstehen kann, ist die "Woschtfettbande", die Jungs aus ihrem Viertel. Die plustern sich paramilitärisch auf und spielen ihre körperliche Überlegenheit gegen Käthe und ihre Freundinnen aus. Diese Typen nehmen ihr sogar ihre heißgeliebten Klicker weg!

Buchcover

Die Jungsbanden sind historisch belegt. "Die Übermacht der Jungs in den Straßen ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Umstände", betont Tauber. Durch Zufall lernt Käthe Mädchen aus anderen Frankfurter Stadtteilen kennen. Und überall das gleiche Lied: die Affentorbande, die Rauscherbande, die Klapperbande - Jungs machen Mädchen das Leben schwer. Und das kann und darf so nicht bleiben! Da ersinnen die vier Mädchen einen Plan. Was die Frauen können, können wir Mädchen schon lange!

Einfache Botschaft: Gemeinsam sind wir stark

Das Buch ist im Auftrag des Jungen Museums Frankfurt für die Ausstellung "Dagegen! Dafür? - Revolution. Macht. Geschichte" entstanden. Die Schau thematisiert unter anderem die Revolution am Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918. "Wir packen im Comic so viel in den Hintergrund, kratzen bei der Historie an der Oberfläche, da wir nur 46 Seiten Platz zur Verfügung haben", erklärt Tauber. Im Anhang ist dann Platz für eine kindgerechte Erklärung der damaligen Zeit mit ihren umwälzenden Ereignissen.

Zum Schluss geht der Plan der vier Mädchen auf. Schön friedlich bleiben, besser überzeugen als verprügeln - auch wenn Käthe und ihre Freundinnen erst einmal den Nahkampf mit Latten üben. Die einfache Botschaft ist: Zusammenhalten schafft Mut. "Ich mag Happy Ends. Und Kinder mögen die auch", ist Tauber überzeugt.

Weitere Informationen

Ausstellung im Jungen Museum Frankfurt

Dagegen! Dafür? – Revolution. Macht. Geschichte
Für Familien mit Kindern ab 9 Jahren
Junges Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt
bis 22. März 2020

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