Sieben Jahre ist es her, dass der Frankfurter Uni-Turm in Schutt und Asche fiel. Die Videoaufnahmen von damals faszinieren derzeit Millionen Menschen in Lateinamerika. Schuld daran ist ein Musikvideo, in dem der Turm am Ende sogar auferstehen darf.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Uni-Turm feiert Wiederauferstehung in Musikvideo

Sprengung des Uni-Turms in Frankfurt am 2.2.2014
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Ein Knall - der Turm stürzt in sich zusammen - melancholische Gitarrenklänge setzen ein. So beginnt das Musikvideo der mexikanischen Band Reik. Der Song "Si me dices que sí" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Band mit den beiden Sängern Camilo aus Kolumbien und Farruko aus Puerto Rico.

Turm-Sprengung als furioser Auftakt

Was in Europa wohl eher in die Kategorie "Geheimtipp" fällt, ist in Lateinamerika eine ganz große Nummer. Der Song ist für die Latin American Music Awards nominiert, mehr als 92 Millionen Menschen haben das Video bereits auf Youtube gesehen. Heimlicher Star des Clips: Der Frankfurter Uni-Turm und seine Sprengung im Februar 2014.

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Aufgefallen ist das hessenschau.de-Nutzerin Jeanette Schürmann aus Gießen. Bei einer Recherche zu ihrer Lieblingsband Morat stieß sie auf die Band Reik. "Hoppla, den Turm kenne ich doch, was macht der denn in einem mexikanischen Musikvideo?" Über Instagram nahm sie Kontakt mit dem Regisseur des Videos auf, um ihn zu fragen, ob es sich tatsächlich um den Uni-Turm handelt. Die erstaunliche Antwort: "Er schrieb mir, das seien Bilder aus dem Archiv und er wisse nicht, welches Gebäude das sei."

Zack, da steht er wieder auf

Doch die Botschaft ist klar: Da liegt etwas in Trümmern - und zwar ganz gewaltig. Die Sänger bewegen sich durch eine staubige Betonbrocken-Landschaft und betrauern die verflossene Liebe. "Si me dices que sí" - "Wenn du mir Ja sagst", hoffen sie. Den eingestürzten Uni-Turm aus der Eingangsszene, von dem die meisten Zuschauer vermutlich nicht wissen, dass er einst im fernen Frankfurt stand, hat man gegen Ende des Videos beinahe schon wieder vergessen.

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zum Video Uni-Turm erfolgreich gesprengt

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Denn tatsächlich wird der Clip im Mittelteil mit seinen vielen schwebenden Menschen schon arg unrealistisch. Reik-Leadsänger Jésus Navarro deutet es aber schon an: "Ich würde alles geben, um die Zeit zurückzudrehen", schmachtet er die Verflossene an. Na, wie viele Studi-Generationen wünschen ihn sich nicht zurück, ihren "Elfenbeinturm"? Und so kommt, was kommen muss - die Trümmer puzzeln sich im Rückwärtsgang zusammen und da steht er wieder - viele Jahre nach seiner Sprengung: der Frankfurter Uni-Turm. Wenn auch nur als Co-Star in einem Youtube-Video.

Sendung: hr4, 05.03.2021, 8.30 Uhr