Leonardo im Mathematikum - eine Frau steht vor der Abbildung des vitruvianischen Menschen - den idealisierten Proportionen
Leonardo im Mathematikum - eine interaktive Ausstellung zu Ideen da Vincis Bild © Mathematikum Gießen

Ob in der Kunst oder in der Wissenschaft: Das Jahr 2019 steht weltweit ganz im Zeichen von Leonardo da Vinci. Das Mathematikum in Gießen hat ihm zu seinem 500. Todesjahr eine Sonderausstellung gewidmet - mitmachen inklusive.

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Mit abenteuerlichen Konstruktionen fliegen, die menschliche Anatomie ergründen, mathematische Probleme lösen: Leonardo da Vinci (1452-1519) gilt als einer der berühmtesten Universalgelehrten aller Zeiten.

Zu seinem 500. Todesjahr widmet ihm das Gießener Museum Mathematikum jetzt eine Sonderausstellung mit 20 Mitmach-Experimenten. Sie gehen der Frage nach: Hätte das, was da Vinci in seinen vielen Zeichnungen vorgab, auch wirklich funktioniert?

Traum vom Fliegen

Das Mathematikum hat die Exponate dazu selbst entwickelt, wie Museumschef Albrecht Beutelspacher erklärt: "Wir haben Fluggeräte oder Brücken gebaut - auf unsere Weise. Nicht historisierend oder technisch genau, sondern indem wir mit einem modernen Blick darauf schauen."

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Ein Beispiel ist ein Fluggerät, das den Flügelschlag eines Vogels nachmacht - vom Fliegen träumte da Vinci ein Leben lang. "Unser Objekt ist tatsächlich relativ nah an einer seiner Zeichnungen dran", sagt Ausstellungskuratorin Lisa Peter. "Da Vinci hat sich gefragt: Wie fliegen die Vögel? Wie heben sie ihre Flügel hoch und runter und wie könnte der Mensch diese Bewegung auch erzeugen?"

Realistische Bewegung

Im Mathematikum steht nun ein Gerät mit einer Kurbel, die der Besucher drehen kann. Dann bewegt sich der Flügel nicht nur mit der Spitze hoch und runter - er biegt sich auch ein wenig. "So hat man eine realistische Flügelbewegung" erklärt Peter. "Damit hat Leonardo versucht, sich an den tatsächlichen Flügelschlag ranzutasten."

Das Fliegen ist da Vinci trotzdem verwehrt geblieben. Und auch viele andere Erfindungen funktionieren bis heute nicht - wie ein vermeintliches Perpetuum mobile mit Kugeln in einem Rad, das ebenfalls in der Ausstellung ausprobiert werden kann.

Annäherung an Person

Die Schau will aber nicht nur den Arbeiten Leonardos näher kommen, sondern auch seiner Person. Deswegen geht es bei einigen Mitmach-Stationen auch um da Vincis Vorlieben und Wünsche.

"Ich kann zum Beispiel mal gucken: Wie viel Leonardo steckt eigentlich in mir?", sagt  Albrecht Beutelspacher. "Wir stellen Fragen wie: Bist du Vegetarier, hast du viele Ideen, oder bist du Perfektionist? All diese Fragen würde Leonardo mit 'Ja' beantworten und wenn Sie das auch tun, sind Sie in den Punkten wie er."

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Wann? Wo?

Die Schau "Leonardo im Mathematikum" läuft bis zum 29. März 2020
Adresse: Liebigstraße 8, 35390 Gießen
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