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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kunstmäzen Ferdinand Neess gestorben

Ferdinand Neess neben Gemälde (Schwarz-Weiß-Aufnahme)

Ferdinand Neess ist tot. Der Kunstmäzen starb im Alter von 90 Jahren. Im vergangenen Jahr hatte er dem Land eine millionenschwere Jugendstil-Sammlung geschenkt.

Hessen trauert um Ferdinand Neess. Der Kunstsammler starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren, wie die Staatskanzlei am Montag mitteilte. "Ein großer Mann ist von uns gegangen", erklärten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Kunstministerin Angela Dorn (Grüne).

Schenkung im Wert von 42 Millionen Euro

Dem aus Neuss am Niederrhein stammenden Neess hat Hessen viel zu verdanken. 2017 schenkte der Mäzen dem Land seine Jugendstil-Sammlung. Ihr Wert wird laut Staatskanzlei auf rund 42 Millionen Euro geschätzt. Seit Juni vergangenen Jahres ist die Schau auf 800 Quadratmetern im Landesmuseum Wiesbaden zu sehen.

"Ferdinand Neess hat den Hessinnen und Hessen und allen, die Wiesbaden besuchen, mit seiner Sammlung ein großartiges Geschenk gemacht", so Bouffier und Dorn. "Wir alle werden ihm immer dankbar sein."

Museumsdirektor: "Weltwunder von Hessen"

Über mehr als 40 Jahre hatte Neess die Sammlung zusammengetragen. Darunter befinden sich zahlreiche Gemälde, Pastelle und Aquarelle, unter anderem von Heinrich Vogeler und Gustave Moreau, aber auch ganze Möbelensembles. Museumsdirektor Alexander Klar nannte die Ausstellung "eines der sieben Weltwunder von Hessen".

Im Oktober 2019 war Neess mit der Georg-August-Zinn-Medaille des Landes ausgezeichnet worden. Zur Präsentation der Ausstellung Ende Juni war er nicht gekommen, wohl aber seine Ehefrau Danielle. Ihr Mann sei von dem großartigen Ambiente ganz begeistert, versicherte sie damals.

Mende und Imholz: "Schöngeist im wahrsten Sinne"

Auch die Stadt Wiesbaden drückte ihre Trauer um Neess aus. "Für immer sind wir ihm von Herzen dankbar. Sein Andenken werden wir in großen Ehren halten“, erklärten Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Kulturdezernent Axel Imholz (beide SPD). Neess sei ein "Schöngeist im wahrsten Sinne" gewesen, der auch andere Kunstliebhaber an seinem Reichtum teilhaben lasse. Das Museum werde immer mit seinem Namen verbunden sein.

Sendung: hr-iNFO, 27.01.2020, 17 Uhr