Ohrring aus Gold mit Edelsteinen und Perlen aus dem 10./11. Jahrhundert
Auch in Darmstadt zu sehen: Ohrring aus Gold mit Edelsteinen und Perlen aus dem 10./11. Jahrhundert. Bild © W.Fuhrmannek, HLMD

Gold, Edelsteine und die spannende Geschichte, wie ein Schatz entstand: Im Landesmuseum Darmstadt erzählt die Ausstellung "Der Mainzer Goldschmuck" einen Kunstkrimi aus der deutschen Kaiserzeit.

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Schmuck aus dem 10. Jahrhundert mit Gold, Saphiren, Amethysten, Perlen und Glas

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Spannender Goldschatz im Museum

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Zum ersten Mal sind alle Stücke vereint: Die abenteuerliche Geschichte eines mittelalterlichen Schmuckschatzes ist ab Freitag Thema einer Ausstellung im Landesmuseum Darmstadt. Der präsentierte "Mainzer Goldschmuck" wurde über Jahrzehnte unterschlagen, verkauft, falsch deklariert, außer Landes gebracht. Nun erzählt das Landesmuseum in Darmstadt die ganze Wahrheit.

Großer "Schatz" entsteht

Angefangen hatte alles mit einer goldenen Fibel, die 1880 in Mainz beim Bau eines Kanals entdeckt wurde. Diese Adlerfibel aus dem 9. Jahrhundert – eine Art Sicherheitsnadel als Verschluss von Gewändern – wurde, wie es das Gesetz für Bodenfunde vorsah, ins Mainzer Altertumsmuseum gebracht.

Adlerfibel Landesmuseum Darmstadt
Die goldene Fibel aus dem Mittelalter zeigt einen stilisierten Adler oder Pfauen. Bild © W. Fuhrmannek, HLMD

Weitere Schmuckstücke, die sechs Jahre später bei einer Wiesbadener Trödlerin auftauchten, sollten angeblich auch zum Fund der Fibel gehören. Und noch weitere Schmuckstücke werden Jahre später dazu gerechnet. So wuchs ein eher unzusammenhängender Haufen irgendwie dem Mittelalter zuzurechnender Schmuckstücke zu "dem Schmuck der Kaiserinnen" heran und wird als "Schatz" ein begehrtes Sammlerobjekt auf dem freien Markt.

Die ganze Wahrheit im Museum

Ein Darmstädter Baron, Maximilian von Heyl, ist als Käufer bekannt. Der Öffentlichkeit wird der Schatz im Besitz des Barons zuerst 1890 im Kunstgewerbemuseum Berlin, dann auf der Düsseldorfer Kunstausstellung 1902 als Schmuck einer Fürstin des 11. Jahrhunderts präsentiert.

Weitere Informationen

Goldschatz im Museum

"Der Mainzer Goldschmuck - Ein Kunstkrimi aus der deutschen Kaiserzeit"
08. Dezember 2017 bis 11. März 2018
Hessisches Landesmuseum Darmstadt

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Darauf folgte eine lange Reise auf teils verschlungenen Pfaden: Der Schmuck wanderte am Ende des Ersten Weltkriegs in die Sowjetunion, dann wieder zurück nach Deutschland, unterwegs wurde er restauriert und schließlich ab 1930 zum Forschungsprojekt im Kunstgewerbemuseum in Berlin, wo er über Jahrzehnte hinweg als das Hauptwerk des mittelalterlichen Schmucks in Deutschland galt.

Das Landesmuseum in Darmstadt dröselt in seiner Ausstellung auf, welches Stück des "Schmucks der Kaiserinnen" tatsächlich wann und wo gefunden wurde und wie alles miteinander zusammenhängt - komplex, wegen des vielen Goldes, der Edelsteine und Perlen aber schön anzusehen.