Wohnprojekt in Mulhouse in Frankreich
Stahlträger und Betonboden: Wohnprojekt in Mulhouse in Frankreich von den Architekten Anne Lacation & Jean Philippe Vassal (Paris) Bild © Philippe Ruault

Cluster-Wohnen oder Industrie-Chic auf großer Fläche: Die Ausstellung "Wohnen für alle" im Deutschen Architekturmuseum zeigt, wie moderner, bezahlbarer Wohnraum aussehen könnte.

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Hunziker-Areal, "Mehr als Wohnen" / Haus A, Zürich (Schweiz)

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausstellung zeigt neue Ideen für günstigen Wohnraum

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Frankfurt platzt aus allen Nähten und der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist größer denn je. Also sind gute Ideen gefragt. In Frankfurt hat deshalb die Stadt zusammen mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft AGB den Architektenwettbewerb "Wohnen für alle" ins Leben gerufen.

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Ausstellung

Ausstellung "Wohnen für alle"
Deutschen Architekturmuseum (DAM)
18. Mai 2018 bis 9. September 2018
Frankfurt

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In Clustern als moderne WG oder in ganz billig, aber mit viel Fläche – zehn besondere Ideen aus ganz Europa haben sich im Wettbewerb durchgesetzt. Diese und alle anderen Entwürfe zeigt eine aktuelle Ausstellung im DAM.

WG reloaded: Schweiz zeigt familienfreundliches Cluster-Wohnen

Eine Idee, die es bereits unter die besten zehn Entwürfe geschafft hat, stammt aus der Schweiz: das Cluster-Wohnen. In Zürich wohnen und arbeiten Menschen auf einem ehemaligen Industrie-Areal zusammen. "Das ist eine ganz besondere Art der Wohngemeinschaft", sagt Ausstellungskuratorin Karen Jung. "Ein Cluster hat ungefähr 400 Quadratmeter und in diesem Cluster sind um große Gemeinschaftsflächen kleine Apartments angeordnet."

Anders als in der klassischen Wohngemeinschaft haben alle Apartments eine eigene Küche und Bad – dadurch dass die Wohneinheiten aber relativ klein sind, können die Mietkosten niedrig gehalten werden. "Es ist wahnsinnig beliebt bei jungen Familien, die so dann auch ihre ganze Kinderbetreuung viel einfacher organisiert bekommen."

Idee aus Frankreich: Groß, modern – und billig

Ganz anders denkt ein vom DAM ebenfalls preisgekröntes Architektenbüro aus Paris, das mit Industriematerialien - Sichtbetonwände, Sichtbetonboden, Stahlträger - „provokativ billig“ aber dafür mit viel mehr Fläche baut, was wiederum Luxus bedeutet. Alte Wohnblöcke aus den 1960er und 1970er Jahren etwa bekommen großzügige Balkone und Wintergärten angebaut. Und das alles für einen Quadratmeterpreis unter zehn Euro.

Wettbewerb für neue Ideen nun alle zwei Jahre

Die zehn Preisträger erhalten in der zweiten Projektphase Gelegenheit, neue Entwürfe für wegweisende Wohnbauten vorzulegen. Bis zu drei Projekte sollen am Ende auf dem Hilgenfeld im Frankfurter Nordwesten umgesetzt werden. "Da gibt es ein Quartier mit Potential für 850 bis 900 Wohnungen, die die AGB realisiert“,  sagt Frank Junker, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Baubeginn könnte Ende 2019 sein.

Auch danach soll der Architektenwettbewerb regelmäßig alle zwei Jahre neu ausgeschrieben und neue Projekte umgesetzt werden - damit zeitgemäßes Wohnen auch in Frankfurt wieder bezahlbar wird und nicht nur Zukunftsmusik bleibt.