Galerie Traxler Caricatura Frankfurt
Hans Traxler und eines seiner berühmtesten Plakate, das die Karikaturisten der Neuen Frankfurter Schule darstellt. Bild © Hans Traxler, Britta Frenz

Er hat die legendärsten Satiremagazine Deutschlands mitgegründet, Helmut Kohl als "Birne" verewigt und die Elch-Skulptur vor dem Caricatura Museum in Frankfurt geschaffen: Hans Traxler. Zu seinem 90. Geburtstag gibt's eine große Ausstellung.

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Hans Traxler

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hans Traxler: der große Katzen- und Huhn-Versteher

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Mit gerade mal vier Jahren zeichnete er seine erste Bildergeschichte, mit 17 verkaufte Hans Traxler seine erste Karikatur an eine Münchener Illustrierte. Jetzt ist er 90 Jahre alt und hat in einem langen Berufsleben unzählige preisgekrönte Zeichnungen geschaffen.

Das Frankfurter Caricatura Museum widmet Traxler vom 28. Mai an bis zum Herbst eine große Ausstellung. Der Titel lautet "Hans Traxler zum Neunzigsten. Cartoons, Bildergedichte und Illustrationen aus 2 Jahrhunderten auf 3 Etagen".

"Birne. Das Buch zum Kanzler"

1929 in Nordböhmen geboren, kam Traxler 1951 nach Frankfurt, wo er noch heute lebt. Er studierte an der Städelschule Malerei und Lithographie. 1962 holte Pardon-Gründer Hans A. Nikel Traxler in die Redaktion des Satiremagazins. Nach dem Niedergang der Zeitschrift gründete Traxler zusammen mit F.W. Bernstein, Robert Gernhardt und anderen 1979 das Satiremagazin Titanic.

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1983, ein Jahr nach der Wahl Helmut Kohls zum Bundeskanzler, veröffentlichte Traxler zusammen mit Peter Knorr "Birne. Das Buch zum Kanzler". 1988 gestaltete er das letzte Titelblatt für Titanic, seitdem genießt er das freie Künstlerleben.

Ins Indische und Arabische übersetzt

In den vergangenen Jahren hat er vor allem Bildergedichte und Kinderbücher veröffentlicht wie etwa "Franz - Der Junge, der ein Murmeltier sein wollte" (2009) oder "Eddy. Der Elefant, der lieber klein bleiben wollte" (2017). Die meisten von ihnen wurden in viele Sprachen übersetzt, darunter ins Indische und Arabische.

2005 nahm Traxler Egoismus und Ellenbogenmentalität auf die Schippe: Sein Ich-Denkmal am Frankfurter Mainufer nahe der Gerbermühle besteht aus einem Sockel aus Sandstein, der zum Hinaufklettern und zum Ablichten des eigenen Egos einlädt. In der Stadt hat sich Traxler darüber hinaus mit dem Elch-Denkmal verewigt, einer Bronzefigur des Wappentiers der Neuen Frankfurter Schule. Es steht seit 2008 vor dem Museum für komische Kunst in der Altstadt.

"Die Hand ist sicher"

Bis heute versucht Traxler, jeden Tag drei Stunden zu arbeiten. "Ich brauche keine Brille, und die Hand ist sicher", sagt er. In seinen Texten und aquarellierten Zeichnungen nimmt er den Alltagswahnsinn aufs Korn: Moden und Blasiertheiten, das Mann-Frau-Verhängnis, das Altwerden, Hölle und Himmel. Dabei kommt sein Humor nicht derb und grobschlächtig daher, sondern leicht und dezent.

Zuletzt erschienen unter dem Titel "Mama, warum bin ich kein Huhn?" Illustrationen seiner Kindheitserinnerungen. Wer Traxlers gesammeltes Schaffen in Augenschein nehmen will: Die Ausstellung in der Caricatura läuft bis 22. September.