Tony Lakatos

Der Neu-Isenburger Saxofonist Tony Lakatos wird mit dem Hessischen Jazzpreis 2020 ausgezeichnet. Lakatos, der seit mehr als 25 Jahren Teil der hr-Bigband ist, sei einer der wichtigsten Protagonisten des hessischen Musiklebens und ein großartiger Botschafter des Jazz.

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Der Hessische Jazzpreis, der jedes Jahr vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst verliehen wird, geht in diesem Jahr an den Saxofonisten Tony Lakatos. Er sei ein leidenschaftlicher, begeisternder Musiker und ein großartiger Botschafter des Jazz, lobte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne).  "Wer einmal Tony Lakatos‘ glühendes Saxofonspiel gehört hat, wird es nie wieder vergessen."

Der Preisträger selbst war überrascht, als er in einem Brief vom Ministerium von der Auszeichnung erfuhr. "Aber ich freue mich natürlich sehr darüber, dass meine Arbeit nun auch für ein breiteres Publikum sichtbar wird." Auch dass es ein hessischer Preis sei, finde er gut. "Die hr-Bigband macht einen großen Teil meines Lebens aus, ich würde sagen rund 75 Prozent", so Lakatos. Das andere Viertel seiner Zeit steckt er in eigene Projekte mit anderen Musikern und gibt Meisterkurse an Hochschulen. Bis heute ist er auf mehr als 350 CDs zu hören.

Nachkomme einer Geiger-Dynastie

Tony Lakatos gilt an einer der wichtigsten Tenorsaxophonisten seiner Generation. Der Start in sein Musikerleben war allerdings schwierig: Als Kind einer Budapester Familie bekannter Geiger, musste auch er das Streichinstrument lernen. "Mein Vater und sein Vater und sein Vater, um ein paar 100 Jahre zurückzugehen, die waren alle Geiger." Er selbst habe das Instrument nie gerne gespielt, sagt er heute.

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Als Teenager entdeckt er stattdessen Jazz für sich – und damit auch das Saxofon. "Das Saxofon ist der menschlichen Stimme sehr ähnlich. Wenn man es spielt, klingt das so, als würde man singen." Am Konservatorium in Budapest studiert er Jazz und entwickelt sich schnell zu einer nationalen Größe in Ungarn. Als freiberuflicher Musiker kommt er 1980er nach Deutschland, gut zehn Jahre später verschlägt es ihn nach Frankfurt. Nachdem er bei einem Konzert der hr-Bigband für einen Kollegen einspringt, wird er übernommen - unüblicherweise ganz ohne Probespiel.

Preisgeld fließt in neue Projekte

Bis heute liebt er am Jazz vor allem die Freiheit, sagt Lakatos. "Wenn ich Solo habe, und ich hab relativ viel Solo bei der hr Big Band, ich bin einer der Glücklichen in der Band. Dann hab ich Freiheit, dann kann ich machen, was ich will."

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Hessischer Jazzpreis

Der Hessische Jazzpreis wird seit 1991 jährlich verliehen zur Förderung und Entwicklung der Jazzmusik und der Jazz-Musikerinnen und -Musiker in Hessen. Er wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst vergeben und ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro dotiert.

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Auch bei der Planung seiner Projekte schätzt er die Freiheit und Selbständigkeit. Das Preisgeld von 10.000 Euro will der Musiker in zwei Produktionen investieren, die er für kommendes Jahr mit internationalen Künstlern in New York plant.

Aufgrund der Corona-Einschränkungen soll der Jazzpreis in diesem Jahr zunächst nicht öffentlich übergeben werden. Ein Termin für das Preisträgerkonzert steht noch nicht fest.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 29.06.2020, 16.45 Uhr