"Tatort - Der Angriff" - Setfotos
Spielen zwei alte Freunde, die von einer Art Gewalt-Apokalypse heimgesucht werden: Peter Kurth und Ulrich Tukur. Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Ein Krimi mit einem Hauch von Apokalypse: Der Hessische Rundfunk dreht in Friedberg den achten Tatort mit Ulrich Tukur in der Rolle von Felix Murot. Ein Fest für Freunde gepflegter Schießereien.

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zum hr-fernsehen.de Video Hinter den Kulissen mit Ulrich Tukur

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Glassplitter auf dem Asphalt, dazwischen Blutflecken. Ein hellblauer, von Kugeln durchsiebter NSU-Oldtimer. Davor ein Gefangenentransporter, ebenfalls durchlöchert. Die Wagen stehen vor einem einsamen, halb zerstörten Backsteinbau. An dessen Eingang hängt noch ein Schild mit der Aufschrift "Polizei".

Wir sind am Set des achten Tatorts mit Ulrich Tukur alias Kommissar Felix Murot, den der hr derzeit in der ehemaligen US-Kaserne in Friedberg dreht. Einen Teil der Ray Barracks hat das Drehteam in eine 70er-Jahre-Wache umgestaltet.

Fest für Action-Fans

Der Film mit dem Arbeitstitel "Der Angriff" dürfte ein Fest für Action-Fans werden. Murot besucht einen alten Kollegen aus BKA-Tagen, Walter Brenner, gespielt von Peter Kurt. Brenner ist einer der beiden letzten Beamten, die in der alten Wache noch ihren Dienst ableisten - im Film liegt sie irgendwo an der Frankfurter Peripherie und dient nur noch als Museum. Doch auch dessen Tage sind gezählt, die Telefone schon abgestellt.

Während Murot und Brenner über alte Zeiten plauschen, braut sich etwas zusammen: Draußen gibt es eine Sonnenfinsternis, eine Tochter rächt ihren ermordeten Vater und muss sich dann in das Revier retten, ein Gefangenentransport mit Schwerkriminellen strandet mit einer Reifenpanne vor der Tür. Plötzlich fallen Schüsse - und die Hölle bricht bricht los.

"Wie ein Kindergeburtstag"

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"Der Film ist für mich wie ein Kindergeburtstag", freut sich Peter Kurth, der ab dem 30. September in der Serie "Babylon Berlin" im Ersten zu sehen ist. "Ich kann schießen, ich kann andere anschießen, ich kann Dinge kaputt machen." Und am Ende "muss ich dran glauben", verrät er.

Ulrich Tukur empfindet den Film als besondere Herausforderung: "Wir drehen in kleinen Einheiten", erzählt er. "Das ist ein Film, der vor allem im Schnitt entsteht. Da ist es schwierig, ein Gefühl für das Gesamtprodukt zu entwickeln." Auf ebenjenes Gesamtprodukt freut er sich aber schon: "Das wird spannend, actionreich, nahezu apokalyptisch."

"Filme, die es woanders nicht gibt"

Es ist der zweite Schießerei-Fall für Felix Murot nach dem gefeierten Tatort "Im Schmerz geboren" von 2014. Der Film basiert lose auf dem Streifen "Assault - Anschlag bei Nacht" (1976) von John Carpenter. Und wie fast alle Murot-Tatorte enthält er massenweise Bezüge zu Filmklassikern wie "Rio Bravo", "El Dorado" oder "Night of the Living Dead".

"Wir haben aber nicht einfach einen Film nachgemacht", verspricht Regisseur Thomas Stuber, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat. Dass das bei einigen Tatort-Fans wieder für Diskussionen sorgen wird, ist einkalkuliert, sagt hr-Fernsehspielchefin Liane Jessen: "Auf dem umkämpften Medienmarkt wollen wir Filme machen, die es woanders nicht gibt."

"Einiges in die Luft jagen"

#Infotweet Kein Grund zur Sorge in #Friedberg #Wetteraukreis Es knallt und raucht in den ehemaligen Ray-Barracks - Hier finden aktuell Dreharbeiten für einen neuen Tatortkrimi statt. ➡ https://t.co/YcSe0vmhpm

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Bevor der Dreh am Donnerstag endet, soll es übrigens noch einmal richtig knallen, kündigt Regisseur Stuber an: "Wir werden hier morgen einiges gepflegt in die Luft jagen." Im Fernsehen ist "Der Angriff" voraussichtlich im dritten Quartal 2019 zu sehen.