Tatort Set-Termin "Die Guten und die Bösen"
Am Set des Tatorts "Die Guten und die Bösen". Peter Lohmeyer (Vordergrund) spielt einen mordenden Polizisten. Im Hintergrund Wolfram Koch und Margarita Broich. Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Ein neuer hr-Tatort wird derzeit im ehemaligen Neckermann-Gebäude in Frankfurt gedreht: Ein Kollege der Kommissare Janneke und Brix hat einen Mord begangen. Die Ermittler beginnen, ihr Wertesystem zu hinterfragen.

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An diesem Drehort könnte gut und gerne ein Horrorfilm entstehen: verwaiste Zimmer, mit Planen abgehängte Wände, leere hunderte Meter lange Gänge und Kabel, die aus den Decken hängen.

Für den Dreh des Frankfurt-Tatorts "Die Guten und die Bösen" hat sich das alte Neckermann-Gebäude im Frankfurter Stadtteil Fechenheim in ein fiktives Polizeipräsidium verwandelt, das von Grund auf renoviert wird. Die Ermittler müssen auf dem Gang arbeiten, Bauarbeiter streifen an ihren Tischen entlang, es lärmt.

Äußere und innere Unordung

Tatort Set-Termin "Die Guten und die Bösen"
Kafka meets Kubrick: Gang im alten Neckermann-Gebäude in Frankfurt-Fechenheim. Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Diese Unordnung ist Kulisse für einen Krimi, in dem auch die innere Welt der Kommissare Paul Brix (Wolfram Koch) und Anna Janneke (Margarita Broich) aus den Fugen gerät.

Im Film werden die Kommissare nach einer durchzechten Nacht auf der Präsidiumsbaustelle an eine einsame Waldhütte gerufen. Ein Mann wurde hier offenbar gefoltert und ermordet. Noch vor Ort gesteht Polizeihauptmeister Ansgar Matzerath (Peter Lohmeyer), den Mord begangen zu haben.

Tatort Set-Termin "Die Guten und die Bösen"
An diesem Tisch wird im fertigen Film der Coach sitzen, den die Ermittler aufgedrückt bekommen. Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Er habe den Mann getötet, weil dieser vor sieben Jahren seine Frau entführt und vergewaltigt habe. Er fordert eine harte Strafe für sich. Zurück in Frankfurt, beginnen die Kommissare, Matzerath zu verhören. Bald wird ihr Selbstverständnis als Polizisten erschüttert. Zu allem Überfluss ordnet die Chefetage für Janneke und Brix auch noch Coaching-Sitzungen an.

"Figuren besser kennenlernen"

"Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder Zuschriften von Zuschauern bekommen, dass wir doch etwas mehr von der Psyche der Kommissare offenbaren sollen", sagte hr-Fernsehspielchefin Liane Jessen am Montag bei einem Drehtermin. "Das machen wir diesmal: In dieser unbehausten Situation im Kommissariat lernen wir die Figuren besser kennen."

Tatort Set-Termin "Die Guten und die Bösen"
Täuschend echt, aber auch Pappmaché: Das Schild ist Teil der Kulisse. Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Für die Ermittler stelle sich die Frage, ob und wie ihr Kollege betraft werden soll, "wo es doch sicher ist, dass er keine zweite Tat begehen wird", sagte Margarita Broich. Und Kollege Wolfram Koch ergänzte: "Unsere Figuren müssen sich fragen: Sind sie Hüter des Gesetzes oder unterstützen sie die Lynchjustiz des Kollegen? Klar wird bald: Wir sind keine Maschinen."

Gastschauspieler Peter Lohmeyer freute sich, wieder einmal dabei zu sein: Es ist seine erste Tatort-Rolle seit dem Jahr 2000. "Ich habe verfolgt, was der Hessische Rundfunk in den vergangenen Jahren gedreht hat", sagte er. "Hier ploppt so viel Abenteuerlust und Lust auf gutes Fernsehen auf."

Fast nur im Neckermann-Gebäude gedreht

Tatort Set-Termin "Die Guten und die Bösen"
Ein Polizeipräsidium wird zur Baustelle: Am Set des Tatorts "Die Guten und die Bösen". Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Fernsehspielchefin Jessen wiederum zeigte sich begeistert, endlich einmal fast ausschließlich im alten Neckermann-Gebäude zu drehen, wie sie verriet: "Das haben wir noch nie gemacht. Dabei hat man hier ein richtiges 'Shining'-Gefühl (Horrorfilm von 1980, d. Red.)."

Am Ende des Tatorts wird es keine vorgegebenen Antworten geben - so viel verriet sie schon einmal. Die Zuschauer müssen sich noch etwas gedulden: Der Film wird noch bis zum 3. April gedreht und erst 2020 ausgestrahlt.