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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Nachruf auf Bill Ramsey

Bill Ramsey gestorben

Er galt als einer der großen deutschen Nachkriegsentertainer. Seine Markenzeichen: Humor und ein unüberhörbarer amerikanischer Akzent. hr2-Hörer schätzten seine Expertise in Sachen Jazz. Nun ist Bill Ramsey im Alter von 90 Jahren gestorben.

Produzent, Radiomoderator, Schauspieler, Jazz- und Schlagersänger. Bill Ramsey als Multitalent zu beschreiben, wäre eine glatte Untertreibung. Vor allem in dem 50er- und 60er-Jahren war der Mann mit den "weißen Haaren und der schwarzen Stimme" aus der deutschen Unterhaltungsbranche nicht wegzudenken. Seine Markenzeichen: Ironische Texte und ein unüberhörbarer amerikanischer Akzent.

Nun ist Bill Ramsey im Alter von 90 Jahren gestorben, wie seine Familie der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung soll Ramsey bereits am vergangenen Freitag in seinem Hamburger Domizil verstorben sein.

Vom Jazzkeller in die Charts

Ramsey galt lange Jahre als einer der großen deutschen Nachkriegsentertainer, dessen Name oft in einer Reihe mit Peter Alexander, Heinz Erhardt oder Peter Kraus genannt wurde. Geboren wurde William McCreery Ramsey am 17. April 1931 in Cincinnati (USA). 1952 absolvierte er seinen Militärdienst in Deutschland, wo er zum Chefproduzenten beim US-Truppensenders AFN avancierte. Ungefähr zur selben Zeit lernte er im legendären Frankfurter Jazzkeller den Produzenten Heinz Gietz kennen, mit dem er lange zusammenarbeitete.

Erste Erfolge feierte Ramsey mit Liedern für den Peter Alexander-Film "Liebe, Tanz und 1.000 Schlager" 1957. Es folgten Hits wie "Souvenirs", mit dem sich Ramsey 30 Wochen in der deutschen Hitparade hielt, oder "Pigalle". Sein bis heute bekanntester Titel dürfte "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" sein. Die Deutschen konnten damals nicht genug kriegen von seinen ironischen, teils eher sinnfreien Texten.

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Und auch auf der Leinwand blieb Ramsey seinem Image treu und spielte meist den singenden Spaßmacher. Seine Filmografie umfasst gut 30 Kinostreifen mit Titeln wie "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen" (1961) oder "Liebesgrüße aus Tirol" (1964) - viele davon Kassenschlager.

Bedeutender Jazz-Interpret

Vom Schlager hat Ramsey zwar gelebt, im Grunde seines Herzens ist er aber immer Jazz-Musiker geblieben. Schon als Kind war er von der Musik der Schwarzen in Cincinnati begeistert und imitierte Blues- und Jazz-Sänger. In Deutschland wurde er in den 60er-Jahren selbst Teil der Nachkriegs-Jazzgeschichte. Der NDR stufte Ramsey seinerzeit sogar als einen der bedeutendsten europäischen Jazz-Interpreten ein.

Bill Ramsey

Neben seiner Musik- und Filmkarriere war Ramsey zudem über Jahrzehnte als Moderator im Fernsehen und Hörfunk aktiv. Er führte unter anderem durch Fernsehsendungen wie "Schlager für Schlappohren" (1971), "Talentschuppen" (1974 bis 1980) und "Show ohne Schuh'" (1973 bis 1982).

Auf hr2 moderierte er über 30 Jahre lang, bis März 2019, die Sendung "Swingtime". "Bill Ramsey hat mit seiner Sendung über drei Jahrzehnte in hr2 die Menschen unterhalten", würdigte hr-Programmdirektorin Gabriele Holzner Ramseys Wirken. "Sein Jazz-Fachverstand und seine liebevolle Verschmitztheit werden uns sehr fehlen."

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