Zehn Jahre lang war Anne-Sophie Monrad auf den Laufstegen der Welt zu Hause und lief für Givenchy, Gaultier, Karl Lagerfeld. Bis sie im Herbst 2018 mit einem Instagram-Post und einem FAZ-Artikel gegen die unmenschlichen Zustände hinter den Kulissen des Model-Business protestierte und ihrem Leben eine neue Richtung gab. "Früher war ich bekannt für meinen grimmigen Look", sagte Topmodel Monrad am Donnerstag im Gespräch mit Claudia Schick auf der ARD-Buchmessenbühne. Heute lächele sie gerne.

In ihrem Buch "Fashion Victim - Licht und Schatten des Modelbusiness" hat sie aufgeschrieben, was der "Traumberuf" mit sich bringt: Magerwahn, finanzielle Ausbeutung, Konkurrenzdruck und sexuelle Belästigung. "Ich hatte keine Lebensfreude mehr mit meinem Gewicht", so Monrad. Sie sei mit ihren 1,80 cm Größe sehr untergewichtig gewesen, aber das sei das Schönheitsideal in der Branche.

Die Menstruation sei ausgeblieben, die Lebensweise mit viel Druck und wenig Essen sei sehr ungesund gewesen. "Ich habe verlernt zu essen", so Monrad. Vor zwei Jahren sei ihr bewusst geworden: "Das halte ich jetzt nicht mehr aus." Sie machte eine Fortbildung zur Ernährungsberaterin - und entschloss sich, ein Buch zu schreiben.