Der Gründungsdirektor des documenta-Instituts, Heinz Bude, bei der Vorstellung in Kassel

Das neue documenta-Institut ist derzeit das größte Kulturprojekt der Stadt Kassel - und es wird immer konkreter. Am Mittwoch ist der Gründungsdirektor Heinz Bude mit seinen Ideen vorgestellt worden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Soziologe Bude ist Gründungsdirektor de documenta-Instituts

Schriftzug des documenta-Archivs an einer Scheibe des Gebäudes, wo sich befindet.
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Bislang existiert das documenta-Institut nur auf dem Papier. Die Aufgabe des Gründungsdirektors, dem Kasseler Soziologie-Professor Heinz Bude, ist es nun, das Programm und die Organisationsstruktur zu entwickeln.

Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) sagte, die Berufung des international bekannten Soziologen sei "ein Glücksfall". Denn das Institut solle nicht nur die zeitgenössische Kunst, sondern auch deren Verknüpfung mit der Gesellschaft in den Blick nehmen. Bude ist bisher vor allem mit Büchern zu gesellschaftlichen Problemen und sozialer Gerechtigkeit hervorgetreten.

Streit um Standort

Das neue Institut soll auch zwischen den Ausstellungsjahren die Bedeutung der documenta unterstreichen, die als wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst gilt. Bude will die Einrichtung nach eigenen Worten zu einem Versammlungsort der Stadtgesellschaft machen. Dies sei neben der Beherbergung des documenta-Archivs und der Ansiedlung eines Forschungsinstituts für Ausstellungsstudien eine der drei Säulen, auf denen die neue Einrichtung ruhen solle, erklärte der 66-jährige Soziologe am Mittwoch bei seiner Vorstellung.

Auf dem Karlsplatz in unmittelbarer Nähe des Fridericanums soll für das Institut ein Neubau für 24 Millionen Euro entstehen. Gegen diesen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung hatten Kasseler Bürger protestiert und ausreichend Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt, um das Vorhaben zu Fall zu bringen. Ob es tatsächlich zu dem Begehren kommen wird, ist allerdings noch offen. Im Rathaus gibt es Überlegungen zu Alternativ-Standorten.

Sendung: hr-iNFO, 12.08.2020, 15.00 Uhr