Collage mit zwei Arbeiten von Adrian Bischoff

Ist das nun ein Frosch oder ein Bär? Der Maintaler Fotograf Adrian Bischoff spielt mit Aufnahmen aus der Natur. Das Ergebnis sind rätselhafte Bilder, die der Phantasie ordentlich Futter bieten.

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zum hr-fernsehen.de Video Die Natur als Designerin – der inszenierende Fotograf Adrian Bischoff

Porträt
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Wer mit offenen Augen durch die Natur spaziert, kann manchmal richtige Kunstwerke entdecken. Der Werbefotograf Adrian Bischoff aus Maintal (Main-Kinzig) findet das Material, aus dem seine Arbeiten entstehen, in der Natur. Allerdings greift er zu einigen Tricks, damit am Ende Werke stehen, die durchaus Fragen aufwerfen.

Dem Unscheinbaren wird Größe verliehen

Für Bischoff ist die Natur eine Designerin. Er sucht Motive, an denen man normalerweise achtlos vorbeigehen würde. "Ich bin ein inszenierender Fotograf und das heißt, ich nehme mir einzelne Objekte vor und versuche, die auf meine Art hervorzuheben."

Das bedeutet, er rückt Details in den Mittelpunkt. Durch Freistellung und geschickte Beleuchtung holt er Strukturen heraus, die dem menschlichen Auge normalerweise verborgen bleiben. "Ich zeige, wie einzigartig und groß und wie entwickelt die Dinge sind, die für uns unscheinbar und normal scheinen."

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In unaufgeräumten Wäldern fühlt Bischoff sich besonders wohl. Ein Schlitz in einer Baumwurzel wird in seiner Vorstellung zu einem Auge. Im Zusammenspiel mit dem Rest des Wurzelwerks könnte am Ende ein Elch auf dem Bild zu sehen sein - oder vielleicht auch etwas ganz anderes. Denn das zeigt sich bei seinen Arbeiten tatsächlich erst später am Computer.

Monumentale Schönheiten

Eines der bisher größten Projekte des Maintalers hat auch mit ziemlich großformatigen Motiven zu tun: mit Bergformationen. In ganz Europa war er unterwegs, um mit selbstgebauten Punkt-Scheinwerfern komplette Bergmassive auszuleuchten.

Nachts, bei klarem Wetter, beleuchten Helfer vor Ort Stück für Stück die Bergkulissen. Mit Langzeitbelichtung fotografiert Bischoff dann die einzelnen Punkte und später entstehen aus unzähligen Einzelaufnahmen am Computer großflächige Kunstwerke.

Bergkette

"Das darzustellen geht nur, indem ich sie künstlich beleuchte. Ich beleuchte so, dass ich einen völlig anderen Blick auf die Berge bekomme und die Berge auch wieder freistelle. Ein Berg wird beleuchtet, alles andere bleibt dunkel und so meißelt man diese Monumente heraus aus der Natur und macht sie zu einem Kunstwerk", erklärt Bischoff seine Arbeitsweise.

Der Elch wird schon mal zur Fledermaus

Auch bei seinem aktuellen Projekt Woodland gibt die Natur das Design vor. Adrian Bischoff rückt die Strukturen nur ins rechte Licht, durch Drehungen und Spiegelungen entstehen neue Formationen, die Raum für Interpretation lassen. So wird aus der Idee des Wurzelelchs bei näherer Betrachtung am Ende vielleicht eine Fledermaus. Doch das macht den Reiz seiner Arbeiten aus.

"Eigentlich ist die Reaktion auf die Bilder immer sehr lustig, weil die Menschen wirklich sehr unterschiedliche Dinge darin sehen oder eben auch gar nichts. Die Interpretation der Bilder möchte ich nicht vorgeben, das soll jeder für sich selber sehen", regt Bischoff die Betrachter zum genauen Hinschauen an.

Sendung: hr-fernsehen, hauptsache kultur, 08.04.2021, 22.30 Uhr