Souat Mekhennet
Die Journalistin Souat Mekhennet erhält den Börne-Preis 2018 Bild © picture-alliance/dpa

Die Frankfurter Journalistin und Autorin Souad Mekhennet erhält den Ludwig-Börne-Preis 2018. Mekhennet recherchiert oft unter Lebensgefahr in den No-Go-Areas des internationalen Terrors.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Journalistin Souat Mekhennet erhält Börne-Preis

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Allein, ohne Kontakt zur Außenwelt und bekleidet mit einer schwarzen Abaya, dem traditionellen islamischen Überkleid, stellt Mekhennet teils lebensgefährliche Nachforschungen an: Was passiert hinter den Fronten des Dschihad? Und wie ticken Warlords und jugendliche Attentäter? Zuletzt legte sie ihr Buch "Nur wenn Du allein kommst" - Eine Reporterin hinter den Fronten des Dschihad vor. Das Engagement der Journalistin ist der Börne-Stiftung nun eine Auszeichnung wert.

"Sprache ist der Schlüssel"

Mekhennet wurde 1978 in Frankfurt als Tochter türkisch-marokkanischer Eltern geboren. Sie arbeitet derzeit für die "Washington Post" und hat sich international durch ihre Recherchen über den islamistischen Terror und den Dschihad einen Namen gemacht. Sie spricht Türkisch, Arabisch, Deutsch und Englisch. "Sprache ist der Schlüssel und bei der Recherche in arabischen Ländern ungeheuer wichtig", sagt die 39-Jährige.

Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde in diesem Jahr von ZDF-Moderatorin Maybrit Illner als alleiniger Preisrichterin vergeben. Mekhennet vereine "großen Mut, klaren Verstand und echte Leidenschaft", begründete sie ihre Wahl. "Aus dem Frankfurter Gastarbeiterkind wurde so eine investigative Reporterin von internationalem Ruhm."

Recherchieren unter Lebensgefahr

Mekhennet reist in die arabischen Krisengebiete, recherchiert im Irak, im Libanon, in Algerien, Jordanien, Pakistan, Ägypten, Tunesien, Bahrain, Iran. Sie deckte die Entführung und Folterung des Deutsch-Libanesen Khaled el-Masri durch die USA auf, interviewte Al-Kaida-Führer, enttarnte den IS-Henker, der unter dem Namen "Dschihadi John" bekannt wurde, und ist nach Anschlägen in vielen Fällen besser informiert als die Polizei.

Mekhennets Artikel werden in sämtlichen renommierten deutschen Medien gedruckt und gesendet - von Spiegel über Stern und FAZ bis zum ZDF. Doch ihre Homebase ist schon lange die USA, wo sie inzwischen Sicherheitskorrespondentin der Washington Post ist.

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Börne-Preis

Der Börne-Preis erinnert an den aus dem jüdischen Ghetto in Frankfurt stammenden Ludwig Börne (1786-1837). Der Autor war ein Vorkämpfer für bürgerliche Freiheiten und gilt als Begründer des politischen Feuilletons. Der Preis wird am 27. Mai in der Paulskirche überreicht. Zu den Preisträgern zählen Marcel Reich-Ranicki, Peter Sloterdijk, Hans Magnus Enzensberger, Joachim Gauck und Frank Schirrmacher. 2017 ging der Preis an den Philosophen und Biographen Rüdiger Safranski.

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