Computer-Darstellung Jüdisches Museum Frankfurt

Pilzbefall und Handwerkermangel: Die Eröffnung des Jüdischen Museums in Frankfurt verzögert sich um ein weiteres Mal. Der Einbau der Ausstellung hat aber schon begonnen.

Die zuletzt für Frühjahr 2020 angesetzte Eröffnung sei nun erst "im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2020" vorgesehen, teilte das Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Donnerstag mit. Die ursprüngliche Eröffnung war schon für den Sommer 2019 geplant gewesen. Dieser Termin wurde zunächst auf den Herbst 2019, dann auf April 2020 verschoben. Nun also zweite Jahreshälfte 2020.

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Das Jüdische Museum

Das Museum in Frankfurt war das erste nach dem Holocaust in Deutschland errichtete Jüdische Museum. Es war am 9. November 1988 im Rothschild-Palais eröffnet worden.

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Grund sei, dass das historische Rothschild-Palais in schlechterem Zustand sei als bisher bekannt. Bei der Restaurierung sei man "trotz genauer baulicher Untersuchungen im Vorfeld unerwartet auf marode Bausubstanzen gestoßen". Dachgauben seien undicht, verdeckte Balken vom Pilz befallen. "Ein weiterer Grund für die Verzögerungen sind die übervollen Auftragsbücher der für diesen Bau erforderlichen Fach- und Spezialfirmen", teilte das Dezernat mit.

Museum spricht von "moderaten Mehrkosten"

2015 hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, dass das Jüdische Museum saniert und erweitert werden soll. Die Gesamtkosten für Neubau und Sanierung sowie das angegliederte Museum Judengasse wurden auf 50 Millionen Euro gedeckelt. Im Mai 2019 hieß es, das Projekt werde um drei Millionen Euro teurer. Nun kämen "moderate Mehrkosten" dazu, wie eine Sprecherin sagte.

Das neue Jüdische Museum wird aus zwei Gebäuden bestehen und seine Ausstellungsfläche verdoppeln: Das Rothschild-Palais wird renoviert und mit einer neuen Dauerausstellung bestückt. Daneben entsteht nach Plänen von Staab Architekten ein moderner Neubau für Wechselausstellungen. Beide Gebäude sollen gemeinsam eröffnet werden. Es soll "keine Gedenkstätte, sondern ein Haus, von dem Impulse für die Gegenwart und die Zukunft ausgehen" werden, sagte die Museums-Direktorin Mirjam Wenzel. Den Verzögerungen zum Trotz habe der Einbau der Dauerausstellung bereits begonnen.