Das Team von Bubbles

Schnell und bunt - so muss Information angeblich für Jugendliche verpackt werden. Stimmt gar nicht, beweist "bubbles". Beim jungen hr-Format auf YouTube und Snapchat gibt es auch lange Interviews - weil die Teenager sich das so gewünscht haben.

Dort wo an 365 Tagen im Jahr die tägliche Nachrichtensendung "hessenschau" live ausgestrahlt wird - im virtuellen Studio des Hessischen Rundfunks - spricht Moderatorin Hanna Molitor für die neue "bubbles"-Produktion gerade mit Jans. Jans ist ein Transmann. In dem Talk-Format für Teenager von Funk spricht er über sich und erklärt was das ist, wie die Begriffe richtig verwendet werden und welche Erfahrungen er nach seinem Outing und davor gemacht hat. Funk ist das junge Angebot von ARD und ZDF.

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Jugendliche wünschen sich oft ausführliche Informationen – und zwar immer dann, wenn es sich lohnt, mal länger über eine Sache zu sprechen. Wie etwa bei Themen wie Rassismus, Behinderung, Drogen oder eben Transgender.

Wer bin ich? Was bin ich?

"Ich habe mich mit 17 Jahren als genderqueer geoutet. Das heißt ich habe gesagt, ich bin kein Mädchen und weiß auch noch nicht, ob ich ein Junge bin." Jans ist 20 und selbst YouTuber. Auf seinem Kanal postet er auch zum Thema Transgender. "bubbles"-Moderatorin Hanna erzählt er, wie es für ihn war, als er merkte, dass er nicht in die klassischen Geschlechterrollen passt. Sein Outing hat ihn sehr beschäftigt. "Das hat einfach Zeit gebraucht. Ich war mir schnell sicher, dass ich kein Mädchen bin. Über das andere nicht so. Und das ist auch okay.“

Es gibt keine zu peinlichen Fragen

"bubbles" wird für Funk, das junge Angebot von ARD und ZDF, im Hessischen Rundfunk produziert und richtet sich an Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. "Wir greifen die Themen der Jugendlichen auf, gehen in den direkten Kontakt", sagt "bubbles"-Redakteur Joscha Bartlitz. "Wir versuchen für jede Folge auf die Wünsche der Teenager einzugehen und dementsprechend zu reagieren.“ Das heißt, keine Frage ist zu peinlich, um gestellt zu werden. Die Themen entspringen Umfragen unter Schüler*nnen und werden dann aufbereitet.

Von Selbstbefriedigung über Mobbing bis hin zu Drogen

Beliebte YouTuber erzählen bei "bubbles" von ihren persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen, äußern ihre Meinung und geben Tipps, wie Jugendliche mit den typischen Problemen ihrer Generation umgehen sollen. Von Selbstbefriedigung über Mobbing, Drogen bis hin zu Genderthemen, wie bei Jans. "Gerade Teenager sind auf der Suche nach der eigenen Identität. Da schwankt man auch noch mal hin und her", sagt Moderatorin Hanna. "Zu sehen, wie das eine andere Person für sich gelöst hat, ist toll."

bubbles will Hilfestellung geben

Zwei Moderatoren ordnen die Themen für die Jugendlichen ein. Falk Schug ist Sozialpädagoge und Comedian, Hanna Molitor studiert Psychologie. Zu jeder "bubbles"-Folge bekommen die beiden unzählige Nachrichten. "Das sind Mails zu ganz unterschiedlichen Themen. "Ich bin verliebt", zum Beispiel. Das Team versucht, die passende Hilfestellungen zu geben. "Ich finde es ganz toll, dass ich in den Kontakt treten kann mit den Jugendlichen und das Gefühl habe, sie zu unterstützen", berichtet Hanna von ihrer Arbeit.

Im seriösen hessenschau-Studio ist die Produktion rund um YouTuber Jans, Moderatorin Hanna und Redakteur Joscha Bartlitz nach zwei Stunden fast beendet. Im Schnitt bekommt die Folge noch den letzten Schliff. Damit bei Youtube und Snapchat dann bald jeder die Geschichte von Jans und seinem genderqueeren Leben erfährt.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 7.12.2019, 19.30 Uhr