Nach monatelangem Streit hat sich das Kasseler Stadtparlament für den Kauf des umstrittenen documenta-Obelisken ausgesprochen. Trotzdem könnte das Kunstwerk bald abgebaut werden.

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Der Obelisk des nigerianischen Künstlers Olu Oguibe auf dem Königsplatz in Kassel

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kassel trifft Entscheidung über Obelisken

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Das meistdiskutierte Kunstwerk der documenta 14 aus dem vergangenen Jahr soll in Kassel bleiben: Eine breite Mehrheit im Stadtparlament hat sich am Montagabend in einer mit Spannung erwarteten Sitzung dafür ausgesprochen, den Obelisken des nigerianisch-amerikanischen Künstlers Olu Oguibe zu kaufen.

In der eigentlich entscheidenden und strittigen Frage gab es unter den Stadtverordneten aber immer noch kein Einvernehmen: Wo soll das Kunstwerk stehen?

Statt über den Standort zu entscheiden, verlängerte die Stadtverordnetenversammlung die Hängepartie vielmehr noch einmal mit einem Ultimatum, das vor allem Druck auf den Künstler ausübt: Wenn bis Ende Juni keine Einigung gefunden wird, soll der Obelisk nicht gekauft und bis Ende Juli abgebaut werden.

126.000 statt 600.000 Euro

Über die 16 Meter hohe Steinsäule wird in Kassel seit Monaten heftig diskutiert. Oguibe bestand lange Zeit darauf, dass sein Werk bleibt, wo es derzeit steht: in der Innenstadt auf dem Königsplatz. Die Stadt lehnt das ab, weil sie den Platz für zukünftige documenta-Ausstellungen freihalten will.

Olu Oguibe
Olu Oguibe Bild © Stadt Kassel

Der Künstler hatte zuletzt als Kompromiss vorgeschlagen, den Obelisken vorerst in der Innenstadt zu belassen und später vor das noch in Planung befindliche documenta-Institut an der Uni zu verlegen. Dieser Vorschlag, den die Grünen unterstützen, ist mit dem Beschluss des Stadtparlaments nun vom Tisch.

Bei einer Spendenaktion in Kassel waren 126.000 Euro für den Ankauf des Obelisken gesammelt worden. Das war zwar weitaus weniger als die ursprünglich angepeilten 600.000 Euro. Doch Oguibe akzeptierte diese Summe.

Sendung: hr-iNFO, 18.6.2018, 22 Uhr