Entwurf für das neue Kinder- und Jugendtheater im Frankfurter Zoo Gesellschaftshaus - 1. Preis vom Ortner & Ortner Baukust

Ein städtisches Kinder- und Jugendtheater wünscht man sich in Frankfurt schon seit Jahrzehnten. Nach einem Architekturwettbewerb gibt es jetzt konkrete Pläne für die neue Bühne im Zoo-Gesellschaftshaus - mit Blick auf Giraffe, Erdmännchen und Co.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt geplant

Gesellschaftshaus des Frankfurter Zoos
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Zoo und Theater - für Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) ist das die perfekte Kombination. Mit dem neuen Kinder- und Jugendtheater auf dem Gelände werde der Zoo "wirklich zum Ort für die ganze Familie", sagt Hartwig. Dafür soll das Zoo-Gesellschaftshaus aufgestockt und umgebaut werden.

Eine Jury aus Architektur- und Theaterleuten entschied sich einstimmig für den Entwurf des Berliner Büros Ortner & Ortner Baukunst, das mit 16 weiteren Architekturbüros am Wettbewerb teilgenommen hatte.

"Wir haben die ganze Welt des Zoos im Hintergrund, wir haben den Klassizismus an der Schaufassade und wir fügen für das Theater ein Gartenhaus hinzu", so beschreibt Architekt Roland Duda vom siegreichen Büro seinen Entwurf. Offene und einladende Räume, eine auch als Freilichttheater nutzbare Terrasse zum Zoo und ein kluges Raumkonzept überzeugten die Jury. Denn neben dem Kinder- und Jugendtheater sollen auch die Zooverwaltung und die Zoologische Gesellschaft in dem Gebäude Platz finden.

Entwurf mit einzelnen Nachbesserungen

Eine enge Zusammenarbeit der Institutionen soll ebenso möglich sein wie vom Kinderlachen ungestörte Büroarbeit - eine akustische Herausforderung für die Planung. Umstritten war in der Jury die komplette Verglasung der Gebäuderückseite. Das könnte im Sommer heiß werden und im Winter Energie verschwenden, wurde bemängelt. Architekt Duda verspricht Nachbesserungen.

Entwurf für das neue Kinder- und Jugendtheater im Frankfurter Zoo Gesellschaftshaus - 1. Preis vom Ortner & Ortner Baukust

Anläufe für ein städtisches Kinder- und Jugendtheater hatte es in Frankfurt in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gegeben. Gescheitert waren sie meist am Geld und an mangelnder politischer Unterstützung. So blieb die Theaterarbeit für Kinder und Jugendliche bisher ganz in den Händen der freien Szene. Diese soll nun - zusammen mit einem festen städtischen Ensemble - Platz in dem neuen Theater am Zoo finden. Das wird einen großen flexiblen Saal mit 450 Plätzen bieten, der aber auch teilbar ist. Dazu Studio- und Probebühnen, Räume für Workshops, Gastronomie und ein öffentliches Foyer.

Kosten von rund 50 Millionen Euro

Für die Sanierung des Zoo-Gesellschaftshauses rechnet die Stadt mit Kosten von 38 Millionen Euro, für den Einbau des Theaters werden bis zu 14 Millionen Euro veranschlagt. Für insgesamt rund 50 Millionen Euro ein Kinder- und Jugendtheater in bester Lage zu bekommen sieht Kulturdezernentin Hartwig als riesige Chance: "Die nicht zu ergreifen, wäre unverantwortlich." Sie sei froh, sagt Hartwig, dass die neue Frankfurter Koalition sich zu dem Projekt bekannt habe.

Nach einer weiteren Verhandlungsrunde mit den drei bestplatzierten Büros soll ein überarbeiteter Entwurf vorgelegt und in einen konkreten Bau- und Finanzierungsplan umgewandelt werden. Wenn Magistrat und Stadtparlament dem zustimmen, kann es losgehen. Für das Fritz Rémond Theater, das seit 1947 die Räume nutzt, wäre dann die Zeit im Zoo-Gesellschaftshaus zu Ende.

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