Gereon Rath
Volker Bruch spielt in "Babylon Berlin" den Ermittler Gereon Rath. Bild © picture-alliance/dpa

Wiesbaden feiert den "KrimiMärz". Gast des Festivals ist der Autor Volker Kutscher. Sein Kriminalroman "Der nasse Fisch" war Vorlage der TV-Serie "Babylon Berlin". Die Hauptfigur soll bald in Wiesbaden aktiv werden, wie Kutscher hr-iNFO verriet.

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Babylon Berlin

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Volker Kutscher: "Babylon Berlin ist eine opulente Sache geworden"

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Bis 25. März feiert Wiesbaden noch den "KrimiMärz": Auf dem Programm des jährlichen Festivals stehen Lesungen, Diskussionen und das Deutsche Fernsehkrimifestival. Krimi-Stipendiat ist diesmal der Kölner Autor Volker Kutscher.

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Volker Kutscher und Tom Tykwer sind im Rahmen des "KrimiMärz" am Freitag, 9. März, um 18 Uhr im Museum Wiesbaden zu Gast.

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Kutscher ist derzeit ein gefragter Mann: Regisseur Tom Tykwer hat den ersten Band seiner Krimi-Reihe um Ermittler Gereon Rath als TV-Serie "Babylon Berlin" verfilmt. In Wiesbaden sitzt Kutscher in der Festival-Jury, wohnt vier Wochen lang in der Stipendiatenwohnung im Literaturhaus und schreibt dort an einem Wiesbaden-Krimi.

Begeistert von "Babylon Berlin"

Wie genau der aussehen wird, weiß er selbst noch nicht, sagte Kutscher im Interview mit hr-iNFO-Moderatorin Dagmar Fulle. "Aber meine Kurzkrimis spielen ja alle im Gereon-Rath-Kosmos, und das habe ich auch mit der Wiesbaden-Geschichte vor." Eine Figur aus diesem Kosmos werde er also ins Wiesbaden der Jahre 1936/37 bringen, wahrscheinlich sogar Hauptfigur Gereon Rath selbst.

Volker Kutscher
Volker Kutscher Bild © picture-alliance/dpa

Von der TV-Serie "Babylon Berlin" ist Kutscher begeistert. "Es freut mich sehr, dass das eine so opulente Sache geworden ist", sagte er. "Zwei Staffeln, 16 Folgen, die noch viel mehr Nebengeschichten erzählen als ich in meinem Roman tue."

Nicht in Arbeit an Serie eingemischt

Eingemischt in die Arbeit Tykwers und seiner beiden Co-Autoren habe er sich nicht, sagt Kutscher: "Ich habe ihnen von Anfang an gesagt: Ihr habt alle Freiheiten bei der Adaption, bleibt nur bitte dem Kern meiner Geschichte treu, meinem Geschichtsbild und meinen Figuren. Das haben sie eingelöst."

Die Idee zur Figur des Kommissars Gereon Rath habe er gehabt, nachdem er den amerikanischen Gangsterfilm "Road to Perdition" (2002) und den Fritz-Lang-Klassiker  "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931) gesehen hatte.

"Tragisches Ende der Weimarer Republik"

Die allgemeine Faszination für das Berlin der 1920er/30er-Jahre habe Erich Kästner in ihm geweckt, erzählte Kutscher weiter. Interessant sei vor allem die Frage, "warum die Weimarer Republik ein jähes und tragisches Ende im Dritten Reich findet."

Die historischen Antworten darauf seien für ihn nie vollends befriedigend gewesen, sagte Kutscher, aber mit Fiktion, mit einem Kriminalroman könne man sich sehr gut in die Zeit zurück versetzen.

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Volker Kutscher und "Babylon Berlin"

Volker Kutscher wurde 1962 bei Köln geboren. 1995 veröffentlichte er seinen ersten Krimi. 2008 erschien unter dem Titel "Der nasse Fisch" der erste Band einer auf acht Teile angelegten Serie historischer Kriminalromane um den Kölner Kommissar Gereon Rath. Sie spielen im Berlin der späten Weimarer Republik und des aufsteigenden Nationalsozialismus.

"Der nasse Fisch" wurde unter der Regie von Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten, die auch die Drehbücher verfassten, unter dem Titel "Babylon Berlin" als Kriminal-Fernsehserie verfilmt. Weitere Staffeln sind in Planung. Die Serie war schon auf dem Bezahlsender Sky zu sehen, Ende des Jahres läuft sie im Ersten.

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